8. April 2026, 17:16 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Die Aufräum-Expertin Marie Kondo hat mit ihrer KonMari-Methode weltweit einen regelrechten Aufräumtrend ausgelöst. Ihr Ansatz geht weit über klassisches Ausmisten hinaus: Es geht nicht nur darum, Ordnung zu schaffen, sondern eine bewusste Beziehung zu den eigenen Besitztümern aufzubauen. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Buch „Magic Cleaning“ sowie ihre Netflix-Serie, in der sie Menschen dabei hilft, ihre Wohnungen – und oft auch ihr Leben – neu zu strukturieren.
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Was löst Freude aus?
Im Zentrum der Methode von Marie Kondo steht eine einfache, aber kraftvolle Frage: „Macht mich dieser Gegenstand glücklich?“ (im Original: „Does it spark joy?“). Statt sich durch Schubladen und Schränke zu hetzen, geht es darum, jeden einzelnen Gegenstand bewusst in die Hand zu nehmen, ihn wirklich wahrzunehmen und kurz innezuhalten. Was löst er in einem aus? Ein kleines Aufleuchten? Ein gutes Gefühl? Oder eher Gleichgültigkeit? Nur die Dinge, die dieses gewisse Funkeln, dieses ehrliche „Ja, das tut mir gut“ hervorrufen, dürfen bleiben. Alles andere sortiert man aus – und zwar nicht achtlos, sondern mit Dankbarkeit für den bisherigen Nutzen.
Aufräumen nach Kategorien statt nach Räumen
Ein entscheidender Unterschied zu herkömmlichen Aufräumstrategien: Marie Kondo empfiehlt, nicht Zimmer für Zimmer aufzuräumen, sondern nach Kategorien. Die Reihenfolge ist dabei festgelegt.
- Kleidung
- Bücher
- Papiere
- Komono (Verschiedenes, wie Küchenutensilien oder Kosmetik)
- Sentimentale Gegenstände
Diese Struktur hilft dabei, Entscheidungen konsequenter zu treffen und sich schrittweise zu steigern: von einfachen zu emotional schwierigeren Dingen.
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So wendet man die Methode konkret an
Die Umsetzung beginnt bewusst radikal, und genau darin liegt auch ihre Wirkung. Statt hier und da ein bisschen aufzuräumen, wird alles aus einer Kategorie an einem Ort zusammengetragen: wirklich alles. Was dann vor einem liegt, ist oft ein überraschend großer Berg. Einer, der ehrlich zeigt, wie viel sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. Und genau dieser Moment ist entscheidend: Er schafft Bewusstsein.
Jetzt wird nacheinander jedes einzelne Teil in die Hand genommen, kurz gespürt und dann entschieden. Wichtig ist, intuitiv zu entscheiden und nicht zu lange zu analysieren.
Alles, was bleiben darf, bekommt im Anschluss einen festen, wertschätzenden Platz. Und auch hier zeigt sich der besondere Ansatz: Es geht nicht nur ums Aufbewahren, sondern ums bewusste Ordnen. Marie Kondos berühmte Falttechnik spielt dabei eine zentrale Rolle. Kleidung wird außerdem nicht gestapelt, sondern so gefaltet, dass sie aufrecht in Schubladen oder Körben steht. Das hat fast etwas Meditatives und vor allem einen praktischen Effekt: Man sieht auf einen Blick, was man alles besitzt, und nichts gerät in Vergessenheit in den hintersten Ecken des Schrankes.
Warum die Methode so besonders ist
Die KonMari-Methode verbindet Minimalismus mit Achtsamkeit. Sie zwingt uns, bewusst zu entscheiden, was wir wirklich brauchen und was nicht. Dabei geht es weniger um Verzicht als vielmehr um Wertschätzung: für die Dinge, die bleiben, und für die, die gehen dürfen.
Ein weiterer Unterschied: Es handelt sich nicht um einen dauerhaften Prozess, sondern um ein einmaliges, intensives Aufräumprojekt. Wer es konsequent durchzieht, soll danach nie wieder grundlegend aufräumen müssen, sondern nur noch Ordnung halten.
Marie Kondo: »Ordnung kommt für mich jetzt erst an zweiter Stelle
Mit der „Decluttering“-Methode entspannt die Wohnung ausmisten
Ein globaler Trend mit nachhaltiger Wirkung
Seit Jahren begeistert die Methode Menschen weltweit. Das liegt nicht nur an ihrer Einfachheit, sondern auch an ihrer emotionalen Wirkung. Viele berichten, dass sich nicht nur ihr Zuhause verändert hat, sondern auch ihr Lebensgefühl: mehr Klarheit, weniger Stress, bewussterer Konsum.
Gerade in einer Zeit von Überfluss und ständiger Reizüberflutung bietet die Marie-Kondo-Methode eine Art Gegenbewegung. Sie erinnert daran, dass weniger oft mehr ist und dass ein aufgeräumtes Zuhause auch zu einem aufgeräumten Geist beitragen kann.
Ordnung als Lebensphilosophie
Die Marie-Kondo-Methode ist mehr als ein Aufräumtrend, sie ist eine Haltung. Wer sich darauf einlässt, wird schnell merken, dass es nicht nur um Schränke und Schubladen geht, sondern um Prioritäten im Leben. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sie bis heute so viele Menschen inspiriert.
Weniger Besitz, mehr Bedeutung
„Ich habe die Marie-Kondo-Methode nicht nur ausprobiert, sondern konsequent in meinen Alltag integriert und bin bis heute überrascht, wie nachhaltig sie mein Verhältnis zu Dingen verändert hat. Ich finde, dass die Methode einen nicht zum minimalistischen Ideal um jeden Preis zwingt, sondern dass sie einem dabei hilft, den eigenen Maßstab zu finden. Ich besitze dafür zwar vielleicht etwas weniger, aber dafür haben alle Teile, die bleiben, Bedeutung.“