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Weniger ist mehr!

Warum der Wohntrend „Minimalismus“ so angesagt ist

Minimalistisches Wohnzimmer
Beim Minimalismus geht es um die bewusste Reduktion – auch bei der EinrichtungFoto: iStock / CreativaStudio

Das Leben ist geprägt von zahlreichen äußeren Einflüssen. Bildschirme, Musik und eine enorme Geschwindigkeit bestimmen unseren Alltag. Doch in den eigenen vier Wänden ist weniger auch manchmal mehr. Die Kunst des Weglassens ist mittlerweile zu einem etablierten Wohnstil geworden – der Wohnungen und Häuser bewusst von Überflüssigem befreit.

Der Minimalismus-Trend, wie wir ihn heute kennen, entstand bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Damals wurde die Einrichtung zunehmend von Kunsteinflüssen und der Architektur geprägt, die sich für eine klare Formensprache einsetzten. Mittlerweile ist der Minimalismus ein globaler Supertrend, der die sozialen Medien im Sturm erobert hat. Stilrichtungen wie der beliebte Skandi-Style oder der Industrial-Style befeuern diesen Hype zusätzlich, da sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und dennoch ungemein stylisch sind. Doch was steckt eigentlich genau hinter dem Wohntrend-Minimalismus? Welche Ausprägungen sind derzeit besonders angesagt und wie können diese in den eigenen vier Wänden umgesetzt werden?

Minimalismus: Weniger besitzen, mehr leben!

Die minimalistische Einrichtung stieß nicht sofort auf Begeisterung. Als sie Ende der 60er-Jahre in Deutschland bekannt wurde, war kaum jemand bereit, auf seinen hart erarbeiteten Luxus zu verzichten. Heute ist das anders, denn die Definition von Luxus bestimmt inzwischen jeder für sich selbst. Gerade aufgrund des turbulenten westlichen Lebensstils wird es immer häufiger als „Luxus“ betrachtet, wenig zu besitzen und sich um dementsprechend wenig zu kümmern.

Freizeit, Freiheit und Sorglosigkeit – das ist es, was viele in der heutigen Zeit wirklich unter Luxus verstehen. Daher ist es kein Wunder, dass der Wohntrend Minimalismus mehr und mehr in den eigenen vier Wänden einzieht. Und weniger zu besitzen ist nicht gleichbedeutend mit Verzicht, ganz im Gegenteil! Die Konzentration auf das, was wirklich benötigt wird, kann sehr entspannend sein – auch zu Hause!

Passend dazu: Welcher Wohnstil passt zu Ihnen?

Bauhaus und Minimalismus – ein Design-Exkurs

Den Begriff „Bauhaus“ verbinden heute nicht mehr viele mit dem, was es einmal war: die berühmteste Kunst-, Design- und Architekturschule Deutschlands. Im 20. Jahrhundert prägte diese Institution zunehmend die Design- und Baulandschaft und sogar den berühmten Satz „Weniger ist mehr“ (Mies van der Rohe, Bauhausdirektor). Dieser Trend wurde erst in den 80er-Jahren von der Gesellschaft adaptiert und ist bis heute geblieben.

Grundsätze des Bauhauses waren damals und sind bis heute die Funktionalität und Klarheit der Formgebung. Auch die bevorzugten Materialien, Stahl, Glas und Beton, orientieren sich an diesem Grundsatz, denn sie sind schörkellos, modern und langlebig. Bis heute ist dieser schlichte Wohnstil, der sich durch unauffällige Farbtöne wie Weiß, Schwarz und Grau auszeichnet, einer der beliebtesten überhaupt und wird regelmäßig neu interpretiert.

Minimalismus
Schlichtes Design und dezente Farben – dafür steht MinimalismusFoto: iStock / alvarez

Der neue Minimalismus: Natürlich und harmonisch

Seit das Bauhaus den Minimalismus in Deutschland geprägt hat, ist natürlich viel passiert. Inzwischen gibt es eine neue Richtung, die vorrangig durch die Liebe zur Natur und das Thema Nachhaltigkeit geprägt wird. Anstatt Glas, Stahl und Beton kann der minimalistische Wohntrend heute auch mit verschiedenen Hölzern und Naturmaterialien umgesetzt werden.

Inspiriert wird dieser harmonische Style sowohl vom Skandi-Style als auch von japanischen Einflüssen. „Japandi“ lautet das Stichwort, und der Name ist hier Programm. Die aktuell wohl angesagteste Form des minimalistischen Wohnstils überzeugt mit nordischer Gemütlichkeit und japanischer Leichtigkeit. Diese Einrichtung mit weitestgehend organischen Formen ist ideal, um zu Hause sowohl eine moderne Eleganz, als auch ein heimeliges Flair zu kreieren. Hier weist kaum ein Möbelstück harte Kanten auf. Tische, Stühle, Couch und sogar Regale sind rund oder oval – wie die Sonne, der Mond und die Erde selbst. So entsteht ein harmonischer Gesamteindruck im Raum, der gemütlich wirkt, ohne überladen zu sein.

Egal, ob Bauhaus oder Japandi: Ihre Funktionalität gepaart mit einer modernen Ästhetik haben beide Wohnstile gemeinsam. Damit treffen sie den Zahn der Zeit, denn sie wirken der bunten Welt entgegen und bieten einen stilvollen Rückzugsort mit hohem Erholungsfaktor.

Einrichtungs-Tipps mit reduziertem Design

Die Umsetzung des minimalistischen Wohnstils setzt jedoch eines voraus: Bevor in stilvoll zurückhaltendes Interieur investiert wird, muss man alles Unnötige aussortieren. Dann ist die Voraussetzung ideal, um das Zuhause in eine ruhige Relax-Oase zu verwandeln.

Wer nicht zu tief in die Taschen greifen möchte, kann auch mit der Umgestaltung eines einzigen Raumes starten und die Stilrichtung erst nach und nach auf die anderen Zimmer übertragen. Da es sich in einem harmonischen Ambiente am besten entspannen lässt, bietet es sich an, mit dem Wohnzimmer zu beginnen. Einfach geformte Einrichtungsgegenstände sind perfekt, um hier ein einladendes Flair zu kreieren. Polstermöbel wirken dabei vor allem mit Samt- oder Velours-Überzug modern und werden ohne viel Schnickschnack zum Hingucker. Ein farblich passender Sessel sowie ein runder, ovaler oder rechteckiger Couchtisch passen perfekt dazu und machen das Sofa zum gemütlichen Mittelpunkt des Wohnbereiches. Zur Aufbewahrung von allerhand Dingen des täglichen Bedarfs dürfen natürlich auch ein Schrank oder eine Vitrine nicht fehlen.

Tipp: Damit im Raum keine optische Unruhe entsteht, sollte man bei allen Möbeln auf ein schlichtes Design und maximal drei dezente Farben setzen!

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