Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Nordische Gemütlichkeit

Interior-Tipps für den beliebten Scandi Style

Wohnzimmer mit hellem Holzfußboden, weißen Wänden, hellgrauen Sitzmöbeln mit Holzfüßen und weiteren Elementen im Scandi Style
Helle Farben und viel natürliches Holz sind typisch für den Scandi StyleFoto: iStock / onurdongel

An kalten, kurzen Wintertagen wird ein gemütliches Zuhause zu einem absoluten Wohlfühlort. Aber welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Erfolg von skandinavischem Interior Design? Fakt ist: Der Scandi Style gilt als einer der beliebtesten Einrichtungsstile überhaupt. myHOMEBOOK erklärt, was ihn ausmacht, wie er entstand und mit welchen Tricks er sich auch in deutschen Wohnungen nachstylen lässt.

Skandinavier sind berühmt für ihren Einrichtungs-Stil. Egal, ob Ikea oder Designer wie Arne Jacobsen und Georg Jensen – der unverkennbare nordische Einrichtungs-Stil genießt auch über die Grenzen Schwedens und Dänemarks hinweg großes Ansehen. Doch was macht den berühmten Scandi Style eigentlich genau aus? myHOMEBOOK blickt hinter die Kulissen und zeigt, wie auch Sie den Look nach Hause holen.

Scandi Style – was ist das?

Als Scandi Style oder Scandi Chic bezeichnet man den in Skandinavien vorherrschenden Interior-Stil, der durch Schlichtheit und Funktionalität geprägt ist, gleichzeitig aber trotzdem Gemütlichkeit und Wärme ausstrahlt. Beim Scandi Style dominieren klare Linien, gedeckte Farben und ein ruhiges, harmonisches Gesamtbild. Weniger ist für die Skandinavier mehr, deshalb hat Kitsch hier absolut nichts zu suchen. Das Grundgerüst bilden stattdessen viel Weiß und andere helle Farbtöne, naturbelassenes Holz und Möbel in minimalistischem Design. Kuschelige Textilien aus Leinen oder Baumwolle, grüne Zimmerpflanzen und wenige, sehr gezielt ausgewählte Accessoires ergänzen den Look.

Passend dazu: Welcher Wohnstil passt zu Ihnen?

Scandi Style, Hygge und Lagom

Im Zusammenhang mit skandinavischem Stil tauchen vor allem zwei Begriffe immer wieder auf: Hygge und Lagom. Das dänische Wort hygge beschreibt dabei ein wohliges Gefühl von Zufriedenheit, Geborgenheit und Gemütlichkeit, das besonders in den kleinen Glücksmomenten des Alltags verspürt werden kann. Der Begriff lagom stammt dagegen aus Schweden und bezieht sich auf das Ideal des Ausgleichs und der Balance. Sinngemäß übersetzt bedeutet lagom etwa „gerade richtig“ und stellt somit eine Gegenbewegung zu allem Übermaß dar.

An sich sind Hygge und Lagom also eher allgemeine Konzepte oder Lebensphilosophien. Trotzdem finden beide sich auch im Scandi Style wieder. Während der Fokus eines Hygge-Interiors eher auf Gemütlichkeit liegt, achten Lagom-Fans vor allem auf eine bewusste und harmonische Einrichtung.

Einrichtung im Scandi Style
Beim Scandi Style kommt nicht viel Deko zum Einsatz, der Fokus liegt auf Schlichtheit und NatürlichkeitFoto: iStock / FollowTheFlow

Wie entstand der Scandi Style?

Obwohl der Scandi Style sich heutzutage überaus großer Beliebtheit erfreut, handelt es sich dabei keineswegs um einen neuen Trend. Im Gegenteil, der skandinavische Stil ist bereits seit den 30er-Jahren eine feste Größe im Interior Design. Angestoßen wurde er durch die Architekten und Designer Alvar Aalto und Arne Jacobsen, der etwa den berühmten Egg Chair entwarf. In den 50ern kristallisierte sich dann ein spezifisch skandinavischer Wohn- und Einrichtungsstil heraus. Viele renommierte Designer und Labels wie Georg Jensen, BoConcept Royal Copenhagen entstammen dieser Zeit.

Für die Berühmtheit des Scandi Style sorgte aber vor allem eine Marke: Ikea. Der schwedische Möbelriese wurde 1943 gegründet und stellte die gesamte Branche auf den Kopf. So war Ikea etwa die erste Marke, die Möbel in ihren Katalogen nicht einzeln abbildete, sondern als Teil eines fertig eingerichteten Zimmers zeigte. Auch der noch heute bestehende Fokus auf Funktionalität und Ästhetik zu erschwinglichen Kosten war schon damals ein Grundpfeiler von Ikea. „Warum werden schöne Produkte nur für wenige Käufer hergestellt?“, fragte sich Gründer Ingvar Kamprad. „Es muss doch möglich sein, schönes Design und gute Funktion zu niedrigen Preisen anzubieten.“ Diese Demokratisierung von Design und das Konzept des Funktionalismus sind tief in der skandinavischen Gesellschaft und Kultur verwurzelt – und deshalb auch typisch für den Scandi Style.

Auch interessant: Wie richtet man im „Japandi“-Stil ein?

3 Tipps für den Scandi Style

Doch wie können wir den Stil aus dem hohen Norden zu uns nach Deutschland holen? Tatsächlich ist das einfacher als gedacht. myHOMEBOOK erklärt, welche drei Elemente essenziell für den Scandi Style sind.

1. Helle Farben

Der skandinavische Winter ist von langen Nächten und viel Dunkelheit geprägt. Umso wichtiger ist es den Nordeuropäern, ihr Zuhause möglichst hell zu gestalten. Deshalb enthält der Scandi Style sehr viel weiß. Wände streicht man meistens schlicht in Weiß, Möbel sind ebenfalls oft weiß und auch die Bettwäsche bevorzugen Skandinavier – richtig, weiß. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass ein Zimmer im Scandi Style steril wirkt oder die Augen mit purem Allover-Reinweiß blendet. Vielmehr bildet das Weiß eine flächige Basis – und damit eine helle Kulisse für die Einrichtung. Kombiniert wird es oft mit Parkett oder Laminatfußböden und anderen Elementen aus Holz.

Die restliche Farbpalette des Scandi Style besteht ebenfalls aus hellen Farben und kann als natürlich, ruhig und harmonisch charakterisiert werden. Typisch sind etwa Creme, Wollweiß, Grau, Beige, Greige oder Taupe. Auch Pastellfarben sind möglich, dann jedoch eher in soften, gedeckten Nuancen.

Wer eine neue Wohnung oder ein neues Haus im Scandi Style einrichten möchte, kann schon bei der Besichtigung von potenziellen Immobilien auf hohe Decken, offene Räume und möglichst große, im Idealfall bodentiefe Fenster achten. Das sorgt für ein lichtdurchflutetes Zuhause und ergänzt den hellen, skandinavischen Look optimal.

Wohnzimmer im Scandi Style
Beim skandinavischen Einrichtungs-Stil geht es vor allem um Farben in NaturtönenFoto: iStock / KatarzynaBialasiewicz

Außerdem wichtig: Ausreichend Lichtquellen. Der nordische Winter bietet nur wenige Sonnenstunden. Deshalb sorgen die Skandinavier vor und verwenden pro Raum immer mehrere Lichtquellen. Kombiniert werden können etwa Stehlampen, Hängeleuchten, Spots, Tischlämpchen, Lichterketten oder Laternen. Wichtig ist dabei lediglich, dass das Design der Lampen schlicht und gradlinig ist, die einzelnen Leuchten zusammenpassen und der Raum durch sie nicht überfrachtet wird. 

Aber Achtung – viel Licht bedeutet nicht gleich aggressives Licht. Für Gemütlichkeit und eine sanfte Raumatmosphäre setzen die Skandinavier am liebsten auf indirekte Leuchtquellen. Perfekt zum Scandi Style passen beispielsweise Tripods mit Holzbeinen und Papier-Lampenschirm in gebrochenem Weiß.

2. Schnörkellosigkeit

Skandinavier scheuen Prunk, Kitsch und Opulenz wie die Katze das Wasser. Stattdessen besticht der Scandi Style durch unaufgeregte Schlichtheit sowie eine klare, reduzierte Formsprache. Nordisch eingerichtete Räume wirken meist ordentlich, da auf viel Krempel und vollgestopfte Regale und Ablagen verzichtet wird. Auch nach Ornamenten und Schnickschnack sucht man beim Scandi Style vergebens. Dafür dominieren organische Formen, ruhige Linien und ein harmonisches Gesamtbild. Als wichtige Prinzipien gelten Purismus und Schnörkellosigkeit.

3. Im Einklang mit der Natur

Wer schon einmal in Schwedens Wäldern oder an Norwegens Fjorden unterwegs war, wird verstehen können, wieso die Skandinavier die Natur lieben. Ihre Naturverbundenheit drückt sich dabei unter anderem auch im Konzept des Slow Living aus. Bei diesem Lebensgefühl stehen Werte wie Entschleunigung und Achtsamkeit im Vordergrund. Für das Interior bedeutet das vor allem Minimalismus und bewusstes Einrichten.

Selbstverständlich äußert sich ein Leben in Einklang mit der Natur auch bei der Auswahl des Materials. Das sollte beim Scandi Style nämlich ebenfalls möglichst naturbelassen ausfallen. Helles Massivholz aus nordischen Wäldern wie Fichte oder Birke zählt dabei zu den Favoriten. Ergänzt wird es durch Materialien wie Bast und Rattan oder aber natürliche Textilien, etwa Leinen, Baumwolle oder Lammfelle.