6. Mai 2026, 13:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Schon zu Großmutters Zeiten wusste man, dass Hausmittel beim Putzen den Unterschied machen. Natron gehört zweifellos zu den unterschätzten Helden. Das feine, weiße Pulver sucht weder durch Duft noch eine aufregende Verpackung Aufmerksamkeit – sondern glänzt mit seiner leisen Reinigungskraft. In jedem Raum? myHOMEBOOK hat die besondere Wirkung an Küchenschränken getestet.
Der unterschätzte Alleskönner im Haushalt
Natron ist ein wahrer Allrounder. Beim Backen wird er seit Jahrhunderten als Triebmittel geschätzt (zum Beispiel als Inhaltsstoff von Backpulver), im Haushalt kommt er in etwas anderer Form als Bestandteil von Putz- oder Waschmittel zur Anwendung. Dr. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. bestätigte auf myHOMEBOOK-Anfrage, dass der Stoff vor allem für seine geruchsneutralisierende und fettlösende Wirkung bekannt ist.
Natron selbst ist übrigens geruchsneutral – wahrscheinlich wurde es gerade deshalb in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr durch wohlriechende, parfümierte Handelsprodukte verdrängt. Die hinterlassen nach dem Putzen einen leichten Duft, was das Gefühl von Sauberkeit verstärken kann.
Weil in der heutigen Zeit der Fokus wieder mehr auf Nachhaltigkeit liegt, findet Großmutters Geheimtipp langsam aber sicher den Weg zurück in die Putzmittelschubladen. Auch in der Küche soll Natron wahre Wunder wirken und Schränken zu strahlender Sauberkeit verhelfen. Wir testen, was wirklich dran ist.
So einfach lassen sich Putzmittel selbst herstellen
Wie sauber muss ein Haushalt wirklich sein?
Natron als Küchen-Held?
In der Kochzone wird gebrutzelt und gebraten, mit Wasser und fettigen Zutaten hantiert. Dass sich an Küchenschränken nach einer gewissen Zeit Spritzer, Schlieren, Wasserflecken und Fingerabdrücke abzeichnen, ist kaum zu verhindern. Für unseren Test ist diese Ausgangslage perfekt: Keine grobe Verschmutzung, aber ein Film aus Fett und Schmutz. Wir wollen wissen: Kann Natron Schmutz den Garaus machen und matten Fronten zu neuem Glanz verhelfen?
Die Vorbereitung ist bewusst minimalistisch. Für das DIY-Putzmittel lösen wir einen Teelöffel Natron in einer Tasse warmem Wasser. Bei stärkeren Verschmutzungen kann noch etwas geriebene Kernseife hinzugefügt werden, wir verzichten aber darauf, da wir uns ganz auf die Wirkung des Natrons konzentrieren möchten.
Auch interessant: So einfach lassen sich Putzmittel selbst herstellen
Schon beim ersten Wisch mit einem handelsüblichen Lappen entfaltet sich die Kraft der unscheinbaren Putzlösung. Fett löst sich nahezu mühelos, ohne dass Druck ausgeübt werden müsste. Die Oberfläche bleibt angenehm unberührt und man nimmt weder stumpfe Schleier noch künstlichen Glanz wahr. Stattdessen entsteht ein klares, natürliches Finish. Natron arbeitet leise, aber effektiv, gründlich, ohne aggressiv zu wirken. Das Ergebnis bleibt konstant gut. Die Schrankfronten gewinnen schnell an Klarheit und die Stärke des Mittels zeigt sich gleichermaßen an Flächen und im Bereich der Griffe. Selbst ältere Ablagerungen lassen sich schonend entfernen.
Das Fazit
Der Selbstversuch verdeutlicht: Natron ist kein aggressives Wundermittel, sondern ein effizienter, sanfter Begleiter im Alltag. Bei kleineren Flecken an den Küchenfronten zeigt die hergestellte Lösung ihre volle Kraft. Lediglich größere, eingebrannte Verschmutzungen, die an Küchenschränken aber eher seltener vorkommen, bringen sie teilweise an ihre Grenzen.