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Ernte im September und Oktober

3 Möglichkeiten, Quitten im Herbst zu verarbeiten

Quitten verarbeiten geht auf verschiedenste Weise.
Quitten lassen sich auf verschiedenste Weise verarbeiten – etwa als Gelee Foto: Getty Images/imageBROKER RF
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Marike Stucke
Autorin

13. Oktober 2025, 13:38 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wenn im Herbst die goldgelben Quitten reif sind, duftet es in vielen Küchen nach dem typischen, fruchtig-süßen Aroma. Denn roh sind Quitten kaum genießbar – zu hart, zu sauer und bitter, zu pelzig. Dafür entfalten sie beim Kochen, Backen oder Einkochen ein unverwechselbares Aroma, das an eine Mischung aus Apfel, Zitrone und Honig erinnert. myHOMEBOOK zeigt drei klassische und einfache Möglichkeiten, Quitten zu verarbeiten – von süß bis herzhaft.

3 Möglichkeiten, Quitten zu verarbeiten

1. Quittengelee – der Klassiker aus Omas Küche

Wer den feinen Duft von Quitten liebt, sollte unbedingt Gelee daraus kochen. Dafür werden die Früchte zunächst gründlich abgerieben, um den feinen Flaum zu entfernen, anschließend gewaschen, grob zerkleinert und mit Wasser weichgekocht. Der Sud wird durch ein feines Sieb oder Tuch abgeseiht, mit Gelierzucker vermischt und aufgekocht – schon entsteht ein aromatisches, goldgelbes Gelee. Besonders lecker schmeckt es auf frischem Brot, zu Käse oder Wildgerichten.

Tipp: Mit etwas Vanille oder Zimt verfeinert, bekommt das Gelee eine besondere, winterliche Note.

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2. Quittenmus oder -kompott – fruchtig und vielseitig

Quittenmus ist die perfekte Alternative zu Apfelmus und passt wunderbar zu Pfannkuchen, Milchreis oder Joghurt. Dafür werden die Früchte geschält, entkernt, in Stücke geschnitten und in wenig Wasser weichgekocht. Anschließend püriert man sie fein und süßt nach Geschmack mit Zucker, Honig oder Ahornsirup.

Wer es etwas raffinierter mag, kann das Mus mit Gewürzen wie Zimt, Kardamom oder Vanille abschmecken. In sterilisierten Gläsern hält es sich mehrere Wochen und bringt ein Stück Herbst in den Vorratsschrank.

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3. Quitten-Chutney – pikant und aromatisch

Quitten lassen sich nicht nur süß, sondern auch herzhaft genießen. In einem Chutney kombiniert man sie mit Zwiebeln, Essig, Zucker und Gewürzen wie Ingwer, Senfkörnern oder Curry. Die Mischung wird eingekocht, bis sie eine dickliche, marmeladenartige Konsistenz erreicht.
Quitten-Chutney schmeckt hervorragend zu Käse, Fleisch, Fondue oder Raclette und ist ein tolles Mitbringsel aus der eigenen Küche. Besonders fein wird es, wenn man zusätzlich etwas Apfel oder getrocknete Aprikosen mitkocht. Dadurch wird das Chutney noch fruchtiger und süßer.

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Praktische Tipps rund um die Quitte vor dem Verarbeiten

  • Quitten richtig schälen und vorbereiten: Der Flaum auf der Schale sollte immer gründlich abgerieben werden – am besten mit einem Tuch oder einer Gemüsebürste unter fließendem Wasser. Ansonsten erzeugt dieser im späteren Quitten-Produkt eine sensorisch unangenehme Konsistenz. Zudem enthalten die „Härchen“ Bitterstoffe, die den Geschmack der selbstgemachten Quitten-Feinkost negativ beeinflussen können. Die Früchte sind sehr hart, daher empfiehlt es sich, sie mit einem stabilen, großen und scharfen Messer zu zerteilen. Wer Quittenmus oder Gelee kocht, kann sie ungeschält verwenden, da sich die Aromastoffe und das Pektin – das natürliche Geliermittel – überwiegend in der Schale befinden. Aber auch dann muss der feine Flaum vorher zwingend entfernt werden.
  • Lagerung: Quitten reifen nach, sollten aber nicht zu lange liegen, da sie schnell Druckstellen bekommen. Am besten lagert man sie einzeln nebeneinander an einem kühlen, trockenen Ort. In der Nähe anderer Früchte sollte man sie jedoch meiden, denn Quitten verströmen ein intensives Aroma, das Äpfel oder Birnen schnell annehmen. Außerdem verströmen Früchte wie Äpfel (und auch Quitten selbst) das Gas Ethylen, das die Reifung und damit auch das Verderben anderer Früchte beschleunigen kann. Diesen Effekt kann man sich allerdings auch zunutze machen: Eine Avocado soll schneller reifen? Einfach neben Quitten, Birnen oder Äpfel legen und die exotische Frucht reift beschleunigt.
  • Erntezeit: Quitten haben zwischen September und Ende Oktober Saison. Reif sind sie, wenn sie ihre Farbe von Grün zu einem kräftigen Goldgelb wechseln und ihr Duft deutlich wahrnehmbar ist. Dieser erinnert an eine aromatische Mischung aus Apfel, Birne und Zitrone. Dann ist der ideale Zeitpunkt, um sie zu ernten und zu verarbeiten.

Zusatzrezept: Quittenbrot als ideales Mitbringsel

Anders als der Name glauben lässt, handelt es sich bei Quittenbrot nicht um ein klassisches Brot, sondern um eine Art Konfekt. Dieses lässt sich aus Quitten ganz einfach selbst machen und ist je nach Zutaten ein willkommenes Mitbringsel zum herbstlichen Kaffee und Kuchen oder weihnachtlichem Umtrunk.

Zutaten:

  • 1500 Gramm Quitten
  • 1000 Gramm Gelierzucker
  • 3 Zitronen
  • Wasser
  • Zucker
  • optional: Pumpkin-Spice oder Zimt, je nach Geschmack und Anlass

Zubereitung:

  • Quitten gründlich waschen und Flaum abreiben
  • Vierteln und Kerngehäuse entfernen.
  • In einem großen Topf mit Wasser bedecken und eine halbe Stunde weichkochen.
  • Saft abseihen (kann zu Quittensirup verarbeitet werden)
  • Die gekochten Quitten pürieren und mit dem Saft der drei Zitronen sowie dem Gelierzucker vermengen.
  • Alles einmal aufkochen und dabei gründlich rühren, bis nach mindestens 20 Minuten eine zähe Masse entsteht.
  • Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und dünn ausstreichen.
  • So mehrere Tage trocknen lassen und zwischendurch einmal wenden.
  • Löst sich das Quittenbrot leicht vom Backpapier, ist es fertig und kann abschließend noch mit Zucker bestreut und in Rauten oder Quadrate geschnitten werden.
Marike Stucke
Autorin

Quitten sind Immunbooster

„Wer eine Vitamin C-haltige Alternative zu Zitronen sucht, sollte Quitten in Betracht ziehen. Allerdings sinkt der Gehalt durch Erhitzen bei der Zubereitung zu Gelee und Marmelade. Wenig gesüßtes Quittenmus enthält neben Vitamin C viele Ballaststoffe, die aus den pürierten Früchten einen gesunden Fruchtsnack machen.“

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