20. März 2026, 14:21 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
In einer Küche sind sie nicht wegzudenken: Brettchen in allen Varianten, zum Schneiden, als Ablage für Lebensmittel oder als Unterlage für das Marmeladenbrot beim Frühstück. Die vielseitigen Helfer gibt es aus Holz, Plastik oder Glas und inzwischen auch aus Marmor oder Bambus. Doch welches Material eignet sich am besten, damit Keime keine Chance haben? Dazu hat sich myHOMEBOOK mit einer Haushaltsexpertin unterhalten.
Zu den Lieblingen in deutschen Küchen gehören Schneidbrettchen aus Holz oder Plastik. Die einen schwören bei Holz auf das natürliche Material, die anderen bei Plastik darauf, die Brettchen einfach in die Spülmaschine stecken zu können. Doch beide Arten haben einen entscheidenden Nachteil. Durch die Beanspruchung der Oberfläche beim Schneiden entstehen mit der Zeit Risse.
Holz oder Plastik? Beide Schneidebrettchen haben Nachteile
„Holzbrettchen sind in der Anschaffung teurer und hygienisch umstritten“, erklärt Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft im bayerischen Weidenbach. Da Holz in der Spülmaschine aufquillt oder geleimtes Holz an den Klebestellen mit der Zeit aufspringt, fällt diese Reinigungsmethode aus. Eine keimfreie Reinigung ist allerdings nur in der Spülmaschine möglich.
Hygieneproblem bei Holzbrettchen
„Eine von unserem Kompetenzzentrum durchgeführte Studie hat belegt, beim Holzbrett haften Keime einerseits nicht gut an. Die Keime, die am Holz haften bleiben, lassen sich andererseits nur mit der Spülmaschine optimal entfernen“, verdeutlicht die Haushaltsexpertin das Dilemma von Schneidebrettchen aus Holz.
Übrigens: Auch myHOMEBOOK hat bereits eine Untersuchung rund um die Hygiene von Schneidebrettchen durchgeführt – mit interessanten Ergebnissen.
Auch Plastikbretter haben Nachteile
Dieselbe Studie habe gezeigt, dass sich die Oberfläche von Plastik-Schneidebrettern in der Spülmaschine vollständig von Keimen befreien lasse. „Allerdings entstehen auch sehr schnell Schnittspuren und Kratzer. Wenn dann bei der Reinigung nicht immer die Spülmaschine zum Einsatz kommt, bleibt das Keimproblem bestehen“, ergänzt Elke Messerschmidt. Zudem können über die Brettchen beim Verzehr der darauf zubereiteten Lebensmittel winzige Plastikteilchen, sogenanntes Mikroplastik, in den Körper gelangen. Das daraus resultierende Gesundheitsrisiko sei allerdings vernachlässigbar.
Alternativen: Glas, Edelstahl und Marmor
Festere Materialien wie Glas, Edelstahl oder Marmor sind robuster gegen Kratzer und Risse, machen bei regelmäßiger Nutzung allerdings Messerklingen stumpf. Schneidebrettchen aus Glas und Edelstahl lassen sich hervorragend in der Spülmaschine reinigen. „Marmor sieht in der Küche sehr schön aus, eignet sich allerdings nicht für die Reinigung in der Spülmaschine, weil die Oberfläche schnell verfärbt“, weiß die Expertin vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft. Zudem reagiert Marmor empfindlich auf Säuren und Laugen.
Melamin und Bambus sind nicht immer spülmaschinengeeignet
Dann gibt es noch Materialien wie Melamin, ein spezieller Kunststoff, auch unter dem Begriff „Duroplast“ bekannt, und Bambus. Schneidebrettchen aus Melamin eignen sich nicht für den Einsatz in der Spülmaschine. Zudem ist das Material nicht hitzebeständig. „Melamin-Brettchen sollten niemals über 70 Grad erhitzt werden“, warnt Elke Messerschmidt. Deswegen ist ein Einsatz als Unterlage im Ofen oder in der Mikrowelle nicht empfehlenswert.
„Bei der Herstellung von Bambus-Brettchen wird das Gras durch ein technisches Verfahren zu ‚Holz‘ verarbeitet. Das herausgelöste Grasgewebe wird anschließend mit Leim vermischt. Die Menge und Art des Leims bestimmen die Qualität des Schneidbrettchens“, erläutert die Haushaltsexpertin. Aufgrund des verarbeiteten Leims fällt die Spülmaschine zur Reinigung ebenfalls aus.
Typische Hygiene-Fehler im Haushalt und wie man sie vermeidet
Häufige Fehler beim Reinigen von Schneidebrettern
So reinigt man Holzbrettchen richtig
Wer nun aus Umweltgründen unbedingt Schneidebrettchen aus Holz benutzt, sollte einige Reinigungstipps beachten. „Holzbrettchen mit heißem Wasser, Spülmittel und einer sauberen Bürste abwaschen. Anschließend das Brettchen mit klarem Wasser abspülen. Danach sollten die Holzbrettchen schnell trocknen, denn dadurch können sich an der Oberfläche haftende Bakterien nicht weiter vermehren“, rät Messerschmidt.
Wann man Holzbrettchen austauschen sollte
Und noch ein letzter Tipp: Die Oberfläche der Holzbrettchen regelmäßig abschleifen. Dadurch lassen sich leichte Kratzer oder Schnittstellen entfernen. Wem das zu viel Aufwand ist, sollte zumindest seine alten Holzbrettchen durch neue austauschen. Der richtige Zeitpunkt ist spätestens dann gekommen, wenn die Holzbrettchen müffeln.
Vom Holz- zum Schieferbrettchen
„Das Problem mit geleimten Holzbrettchen kenne ich aus eigener Erfahrung. Die sind irgendwann einmal in einer Spülmaschine gelandet. Deswegen haben sich die Brettchen wie von Geisterhand selbst zerteilt. Ich nutze nun für das Schneiden ein größeres Brett aus Schiefer. Das macht meine Messer zwar stumpf, doch die lassen sich nachschärfen. Ansonsten lässt sich die Oberfläche problemlos abspülen.“