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Ungefährliche Insekten

Geisterfischchen in der Wohnung? Wie Sie die Tiere erkennen und loswerden

Optisch sind das Geisterfischchen und das Silberfischchen kaum voneinander zu unterscheiden
Optisch sind das Geisterfischchen und das Silberfischchen kaum voneinander zu unterscheiden Foto: Getty Images
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22. Juli 2026, 13:14 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Sie wurden erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts in den Tropen entdeckt und kamen auch schon in unseren Breitengraden vor. Die Rede ist von Geisterfischchen, einer Insektenart, die mit den bekannten Silber- und Papierfischchen verwandt ist. Ob Geisterfischchen schädlich sind und was man tun soll, wenn man die Insekten in der Wohnung bemerkt, hat myHOMEBOOK Helge May vom Naturschutzbund Deutschland gefragt.

Eine Begegnung mit Geisterfischchen (Ctenolepisma calva) sorgt nicht gerade für Begeisterung. Die unscheinbaren Insekten wurden bereits 1910 in Sri Lanka entdeckt, in Deutschland tauchten sie jedoch erst im Jahr 2007 auf. Deutschlandweit wurden offiziell bislang nur wenige Funde dokumentiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Tierchen selten sind. Der Naturschutzbund Deutschland geht von einer hohen Dunkelziffer aus, da Geisterfischchen bei uns ausschließlich in Gebäuden leben und dort häufig unbemerkt bleiben.

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Sind Geisterfischchen für den Menschen gefährlich?

Geisterfischchen sind für Menschen und Haustiere absolut ungefährlich. Genau wie die bekannten Silberfischchen, saugen sie kein Blut, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Auf den ersten Blick sind Geisterfischchen jedoch nicht so einfach von Silberfischchen zu unterscheiden, wie Helge May vom Naturschutzbund Deutschland erklärt. Die Optik der Tierchen gibt den entscheidenden Hinweis. „Geisterfischchen sind relativ hell gefärbt und haben deutlich längere Hinterleibsanhänge als Papier- und Silberfischchen“, sagt May. Ihrem hellen Körper haben die bis zu acht Millimeter großen Insekten übrigens ihren witzigen Namen zu verdanken.  

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Warum sich die Tierchen in der Wohnung wohlfühlen

Ähnlich wie die verwandten Silberfischchen, lieben auch Geisterfischchen warme Umgebungen mit Temperaturen um 20 bis 30 Grad Celsius. Besonders wohl fühlen sie sich in Wohnungen mit Fußbodenheizung. Die Fischchen sind eher scheue Mitbewohner und verstecken sich tagsüber an lichtgeschützten Orten wie Rillen, in Zwischendecken und hinter Möbelstücken.

Spätestens aber wenn sie nachts auf Nahrungssuche gehen, kann ihre Anwesenheit unangenehme Folgen haben. Da sie zucker- und proteinreiche Nahrung bevorzugen, können sie Brot, Kartoffeln, Haferflocken und Nudeln anknabbern, die in der Küche offen liegen. Neben alltäglichen Lebensmitteln knabbern die Tiere laut dem Experten auch Papier an. Vor allem für Bibliotheken und Museen könne das zum Problem werden.

Wie wird man Geisterfischchen los?

Geisterfischchen halten sich häufig unbemerkt in unseren Wohnungen und Häusern auf, schildert Helge May. Da sie sich nicht massenhaft vermehren, ist eine Bekämpfung der Insekten etwa durch einen Schädlingsbekämpfer nicht notwendig.

Trotzdem kann es für Unannehmlichkeiten oder Ekel sorgen, wenn man doch mal die Fraßspuren von Geisterfischchen bemerkt. In dem Fall ist es sinnvoll, die Lebensbedingungen der Insekten zu verringern. Angebrochene Lebensmittel und geöffnete Lebensmittelverpackungen sollten dicht verschlossen werden, gleiches gilt für lose Stellen an Tapeten, Böden und Fußleisten. Zudem kann es helfen, alte Kartons und Papiere zu entsorgen. Auch eine regelmäßige, gründliche Reinigung der Wohnung, besonders unter Möbeln, in Ecken und Leisten, kann weitere Auswirkungen verringern.

Wer die Tierchen einfangen möchte, kann dies mit der Kartoffel-Falle versuchen, die auch bei Silberfischen empfohlen wird. Dafür halbiert man eine Kartoffel, höhlt sie aus und legt sie auf ein Blatt Papier. Da sich Geisterfischchen gerne von kohlenhydratreichen Lebensmitteln ernähren, kriechen sie über Nacht in die Kartoffel. Am nächsten Morgen können die Insekten mitsamt der Kartoffel im Freien entsorgt werden.

Die Zahl der Geisterfischchen könne in den kommenden Jahren weiter zunehmen, vermutet Helge May. Dies sei vor allem auf den modernen Personen- und Warentransport zurückzuführen. Durch die zahlreichen Paketzustellungen im Onlinehandel gelangen die kleinen Insekten jährlich nach Mitteleuropa, erklärt der Experte abschließend.

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