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Achtung, Gesundheitsgefahr!

Wie man Schimmel in der Wohnung richtig entfernt

Schimmel an der Wand
Schimmel an der Wand kann zum echten Problem werden Foto: Getty Images/Svetlana Mishchenko
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Felix Mildner
Redaktionsleiter

22. Januar 2026, 12:58 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wenn es draußen kalt wird, laufen drinnen die Heizungen auf Hochtouren – und die Fenster bleiben häufiger geschlossen. Ein ideales Klima für Schimmel. Wer glaubt, ein paar schwarze Flecken seien harmlos, irrt. Nicht nur die Optik leidet, auch die Gesundheit kann ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen werden. Wie man den Schimmel effektiv entfernt, wann Profis gefragt sind und wie man einem erneuten Befall vorbeugt, erfahren Sie hier.

Kleinere Schimmelflecken selbst entfernen

Häufig entstehen Schimmelflecken durch zu seltenes Lüften und zu wenig Heizen. Beides begünstigt eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen. Auf glatten Oberflächen wie Glas, Metall oder Fliesen lässt sich Schimmel meist unkompliziert beseitigen. Laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen reicht dafür oft schon ein normales Haushaltsreinigungsmittel. Wichtig sei dabei: Das verwendete Tuch danach entsorgen.

Für eine intensivere Reinigung rät Stefan Betz, Erster Vorsitzender des Bundesverbands Schimmelpilzsanierung: „Man kann auch mit einem Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis, also mit hochprozentigem Alkohol von 70, 80 Prozent, die Oberfläche abreiben.“ Bei befallenen Fugen oder Tapeten sei es notwendig, diese vollständig zu entfernen. Anschließend solle laut Verbraucherzentrale auch die dahinterliegende Wand mit Alkohol behandelt werden.

Beim Entfernen gilt: Handschuhe und eine Atemschutzmaske sind unerlässlich – idealerweise eine Maske, wie sie noch aus dem Pandemie-Alltag bekannt ist. Bei Arbeiten über Kopfhöhe empfiehlt sich zusätzlich eine Schutzbrille.

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Stefan Betz betont außerdem: „Wenn man eine Tapete entfernt, sollte man diese vorher immer befeuchten oder eben erst mit einer Alkohollösung abtupfen. Dann wird beim Entfernen nicht viel Schimmel freigesetzt.“ Im Anschluss sollte der Raum gründlich gelüftet werden.

Passend dazu: Reicht es, Schimmel von Oberflächen einfach wegzuwischen?

Wann sollte ein Profi den Schimmel entfernen?

Laut Expertenmeinung sollten nur kleinere Befallsstellen selbst behandelt werden – konkret solche, die zusammen maximal einen halben Quadratmeter ausmachen. Stefan Betz erklärt: Auch wenn es sich um mehrere kleine Stellen handelt, die zusammen etwa 50 Quadratzentimeter ergeben, sei Vorsicht geboten. In solchen Fällen sollte man besser Profis einschalten.

Auch bei starkem oder pelzigem Schimmelbefall ist eine fachgerechte Sanierung ratsam. Unsicherheit über die Ursache ist ein weiterer Grund, sich an Fachleute zu wenden. „Ein Befall muss nicht zwangsläufig auf einen Lüftungsfehler oder eine zu niedrige Raumtemperatur zurückzuführen sein. Er kann ja auch entstehen, weil es etwa irgendwo einen verdeckten Wasserschaden gibt“, so Betz.

Typische Schimmelstellen in der Wohnung

Besonders häufig tritt Schimmel an kalten Außenbauteilen auf. Dazu zählen laut Stefan Betz „die Außenwände sowie die Ecken, wo zwei Außenwände zueinanderkommen, oder der Bereich um die Fenster, wenn diese schlecht isoliert sind oder dort Undichtigkeiten bestehen“.

Ist dagegen eine Innenwand betroffen, liegen meist andere Ursachen vor – etwa undichte Wasserleitungen in der Wand. In seltenen Fällen können auch eine mangelhafte Beheizung oder eine Wärmebrücke Schimmel an Innenwänden begünstigen.

Gesundheitsrisiken durch Schimmel nicht unterschätzen

Schimmel sieht nicht nur unschön aus – er kann auch gesundheitlich gefährlich werden. Die Sporen können allergische Reaktionen hervorrufen und bestehende Atemwegserkrankungen verschlimmern. Laut Verbraucherzentrale NRW sollten besonders empfindliche oder immungeschwächte Personen schimmelbelastete Räume meiden.

Darüber hinaus kann der Pilz auch erhebliche Schäden an der Gebäudesubstanz verursachen. Besonders problematisch wird es, wenn tragende Holzbalken oder Dachstühle befallen werden – im Extremfall droht die Unbewohnbarkeit des Hauses.

Warum Schimmel immer wiederkommt – und wie man das verhindert

Ist der Schimmel einmal entfernt, heißt das nicht zwangsläufig, dass das Problem dauerhaft gelöst ist. Dringt der Pilz bereits in tiefere Wandbereiche vor, kann er auch nach einer oberflächlichen Entfernung wieder auftreten.

„Wenn ich mein Verhalten nicht anpasse, dann verhält sich der Schimmel wie Unkraut im Garten“, sagt Stefan Betz. „Wenn ich den Löwenzahn nur oberflächlich entferne, können seine Wurzeln wieder austreiben.“

Ein Anzeichen für einen tiefergehenden Befall ist, wenn sich die Tapete bereits vom Untergrund löst. In diesem Fall kann die Feuchtigkeit bis in die Kleisterschicht vorgedrungen sein. „Dann ist da auch mehr in der Tiefe vorhanden“, warnt Betz. „Dann muss man nicht nur die Tapete entfernen, vielleicht sogar Teil des Putzes.“

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Warum kommt Schimmel vorwiegend im Winter?

In den Wintermonaten ist das Risiko für Schimmelbildung besonders hoch. Das hat vor allem mit dem veränderten Wohnverhalten zu tun. Wenn es draußen kalt ist, wird seltener gelüftet, um Heizenergie zu sparen. Gleichzeitig führt das Heizen dazu, dass warme, feuchte Luft entsteht. Trifft diese auf kalte Wandflächen oder schlecht isolierte Fenster, kondensiert die Feuchtigkeit – ein idealer Nährboden für Schimmel. Besonders betroffen sind daher Zimmerecken, Außenwände und Fensterlaibungen.

Erledigt sich das Problem, wenn es wärmer wird?

Vorübergehend ja – aber das generelle Problem bleibt bestehen. Stefan Betz erklärt: „Sobald die Feuchtigkeit nicht mehr einwirkt, kann der Schimmel nicht weiterwachsen.“ Das gelte auch bei tiefer sitzendem Befall. „Also wird sich das Problem natürlich mit zunehmender Temperatur im Laufe des Jahres verringern oder ganz aufheben. Aber das, was bis dahin entstanden ist, ist nicht weg, sondern das schlummert und wartet darauf, dass irgendwann wieder Feuchtigkeit einwirkt. Ähnlich wie mit einem Samenkorn.“

Wer also nicht dauerhaft gegen die Ursachen vorgeht, läuft Gefahr, dass der Schimmel im nächsten Winter nicht nur zurückkehrt – sondern sich noch stärker ausbreitet.

Mit Material der dpa

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