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Heimwerker-Tipps

Was kann man tun, wenn eine Tür verzogen ist?

Tür verzogen
Schließt eine Tür nicht mehr richtig, kann sie verzogen sein – es kann aber auch an den Türbändern liegenFoto: Getty Images

„Die Tür ist verzogen“ – so heißt es oft, wenn sich die Tür nicht mehr ordentlich schließen lässt. Vor allem in Altbauwohnungen kann dieses Problem auftreten. Ab und zu liegt es allerdings gar nicht an der Tür selbst. Wie geht man vor?

Schließt das Türblatt nicht mehr sauber mit dem Rahmen ab, ist die Tür mitunter verzogen. In manchen Fällen kann es sogar passieren, dass sie sich nicht mehr bewegen lässt und über den Boden schleift. Zunächst sollte man dabei prüfen, ob es wirklich an der Tür liegt – oder aber an den Türbändern. Dabei handelt es sich um die drehbaren „Halterungen“, die das Türblatt im Rahmen halten. Sowohl falsch eingestellte Türbänder als auch ein krummes Türblatt lassen sich allerdings korrigieren. Wichtig: In diesem Artikel ist stets die Rede von Innentüren. Bei krummen Außentüren sollte man einen Experten beauftragen.

Wie findet man heraus, warum die Tür verzogen ist?

In den meisten Fällen zeigt sich dieses Problem, indem die Tür den Boden berührt. Dann kann es aber auch sein, dass sich der Boden nach oben gewölbt hat. Aber auch in diesem Fall ist es praktikabler, ein paar Einstellungen an den Türbändern vorzunehmen, als den Boden neu zu verlegen. Dass sich eine Tür ohne Fremdwirkung einfach so verzieht, kommt an sich eher selten vor. In den meisten Fällen liegt es nämlich an den Türbändern.

Um zu prüfen, ob es wirklich an einem krummen Türblatt liegt, braucht man oft nur eine Wasserwaage oder eine Richtlatte. Legt man an diese an die Tür an, fallen Unebenheiten schnell auf. Um sicherzugehen, kann man die Tür auch aushängen – allerdings sollte man dabei zu zweit sein. Anschließend kann man die Tür auf einen großen Tisch legen. Wackelt die Tür, ist sie tatsächlich verzogen. Falls nicht, reicht es aus, die Türbänder neu einzustellen.

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Tür verzogen – liegt es an den Türbändern?

Hat man die Tür schon mal aus den Angeln gehoben, kann man sich die drehbaren Türbänder genauer anschauen. Die Zapfen sind am Rahmen fixiert, darüber ist eine Hülse gestülpt, die am Türblatt montiert ist. Oft befinden sich an den Bändern Feststellschrauben, mit denen man die Halterungen arretieren kann. Oft reicht es schon aus, das untere Türband etwas herauszudrehen, damit die Tür nicht mehr mit dem vorderen Teil über den Boden schleift. In den meisten Fällen dreht man dabei die Schraube am oberen Band im Uhrzeigersinn, an der unteren Seite in die entgegengesetzte Richtung.

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Anschließend hängt man die Tür wieder ein und prüft die Situation. Liegt sie immer noch am Boden auf, sollte man sie generell etwas anheben. Das geht mit sogenannten O-Ringen oder Fitschenringen aus dem Baumarkt, die man auf den Zapfen der Türbänder legt. Damit wird gleichzeitig der Abstand zwischen Tür und Boden um wenige Millimeter erweitert. Wichtig dabei: Den Durchmesser des Zapfens abmessen, bevor man im Baumarkt eine entsprechende Unterlegscheibe kauft.

Hinweis: Die Methode mit den Scheiben funktioniert nicht unbegrenzt – irgendwann stößt man oben am Rahmen an. Schleift die Tür immer noch, bleibt meist nichts anderes übrig, als das Türblatt zu kürzen. Manchmal reicht es schon, wenn man etwas Material mit der Schleifmaschine abnimmt. Ansonsten sollte man zu Handkreissäge greifen und dabei eine Führungsschiene verwenden, damit der Schnitt auch gerade wird.

Krumme Tür begradigen

Hat sich eine Tür tatsächlich verzogen, kann man versuchen, sie mit Schraubzwingen zu begradigen. Das ist der Fall, wenn die Tür ungleich schließt – also der untere Teil bereits vor dem oberen Teil die Zarge berührt. Beim Begradigen geht man wie folgt vor:

  1. Tür aus den Angeln heben.
  2. Drückergarnitur abschrauben.
  3. Auf einen großen Tisch legen.
  4. Mit Schraubzwingen fixieren (unbedingt Brettchen unterlegen, um Kratzer zu vermeiden).
  5. Man kann die Tür dabei auch etwas überdehnen, etwa mit Unterleghölzern.
  6. Tür für einen bis zwei Tage eingespannt lassen.
  7. Anschließend prüfen, ob sie immer noch verzogen ist und ggf. Vorgang wiederholen.
  8. Tür wieder einhängen.

Hinweis: Bei dieser Methode kommt es auf das Material an. Türen aus Holz lassen sich mit entsprechendem Druck womöglich formen, bei Glastüren oder Türen mit Glaseinsatz funktioniert es nicht. Und auch bei Kunststofftüren sind die Aussichten auf Erfolg eher gering.

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Und wenn sich die Zarge verzogen hat?

Ist die Tür gerade, aber schließt immer noch nicht richtig, dann liegt es an einer schiefen Zarge. Hier kann man die Wasserwaage anlegen und prüfen, ob sie gerade eingebaut ist oder nicht. In alten Häusern kann es auch sein, dass sich die Zarge im Lauf der Jahrzehnte etwas verzogen hat. Dann hilft auch ein gerades Türblatt nicht mehr. Im Grunde muss man dann die Zarge ausbauen und gegen eine neue austauschen – oder die alte begradigen. Diese Arbeit sollte man besser einem Profi überlassen.