Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK
StartseiteNews

Makler verrät, wie sich der Immobilienmarkt 2023 verändert

myHOMEBOOK-Interview

Makler verrät, wie sich der Immobilienmarkt 2023 verändert

Der Immobilienmarkt ist im Umbruch. Während die Lage in den Ballungszentren immer kritischer wird, steigt die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum weiter an. myHOMEBOOK hat mit einem Immobilien-Experten über die aktuelle Situation gesprochen und welche Chancen Interessenten noch nutzen können. Was bringt der Immobilienmarkt 2023?

Nachdem die Bauzinsen in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen sind, zeichnet sich aktuell eine gewisse Entspannung ab. Was bedeutet das nun für Immobilienkäufer? Platzt die Blase endlich? myHOMEBOOK-Immo-Experte Christopher Hnida ist selbstständiger Makler in Berlin und hat das Geschehen im Blick. Im Video-Interview mit Redaktionsleiter Felix Mildner schätzt er die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt ein und wagt einen Blick ins Jahr 2023.

»Der Immobilienmarkt bleibt 2023 in Bewegung

myHOMEBOOK: Wie ist aktuell die Lage auf dem Immobilienmarkt?
Christopher Hnida
: „Der Immobilienmarkt ist in Bewegung. Nach rund einem Jahrzehnt niedriger Bauzinsen und stetig steigender Preise ist nicht zuletzt durch den Anstieg der Finanzierungskosten die Nachfrageseite etwas geschwächt. Dieser Zustand ist temporär. Zwar ist ein deutliches Sinken der Zinsen mittelfristig nicht absehbar, eher im Gegenteil, aber die grundsätzliche Nachfrage nach Wohnraum ist nach wie vor sehr stark und wächst in Ballungsgebieten weiter.“

Auch interessant: Was sich ab Januar 2023 für Mieter und Eigentümer ändert

Kann sich ein „Normalsterblicher“ überhaupt noch Eigentum leisten?
„Fest steht, die Miete wird quasi ‚abgewohnt‘ und das gezahlte Geld ist unwiederbringlich weg. Wer selbstgenutztes Wohneigentum erwirbt, investiert mit der Tilgung des Kredits in seine Zukunft. Natürlich ist die Sinnhaftigkeit eines Immobilienkaufs davon abhängig, dass diese gesund finanziert wird. Hier gilt die Regel nicht mehr, maximal ein Drittel des monatlichen Nettoeinkommens als Annuität, also Zins und Tilgung zu zahlen.“

Wie finde ich heraus, ob ich mir eine Immobilie leisten kann?
„Hier lohnt sich das Gespräch mit einem Finanzierungsfachmann. Im ersten Schritt kann das die Hausbank sein, die ohnehin einen guten Überblick über die individuelle Bonität hat. Anzuraten ist aber auf jeden Fall ein freier Finanzierungsberater, der nicht an eine Bank angebunden ist. Dieser kann kostenlos und unverbindlich Finanzierungsangebote geben und Sie können vergleichen.“

»Eine geringe Senkung der Kaufpreise ist absehbar

Momentan scheint sich die Lage zu bessern – wie geht es weiter?
„Aktuell sind die Kosten für Finanzierungen wieder etwas gesunken. Mittelfristig ist es wahrscheinlich, dass die Zinsen jedoch wieder steigen. Da die Nachfrage nach Wohnraum allerdings nach wie vor ungebrochen hoch ist, ist absehbar, dass Interessenten, die sich momentan noch unsicher zurückhalten, irgendwann zuschlagen. Eine geringe Senkung der Kaufpreise ist absehbar, allerdings wird von einem Preisverfall keine Rede sein können. Jeder Markt ist zyklisch – die aktuelle Situation muss weder Käufer noch Verkäufer in Panik versetzen.“

Was würden Sie jedem Immobilien-Interessenten raten?
„Wer es selbst nicht besser weiß, tut gut daran, sich professionelle Beratung beim Erwerb oder dem Verkauf einer Immobilie zu holen. Nicht nur der Ablauf des Erwerbs, sondern auch der Kaufvertrag, das Grundbuch oder die Teilungserklärung können Fragen aufwerfen. Hier gilt es sich kompetenten Beistand zu holen und sich Dinge erklären zu lassen.“

Was sind die häufigsten Fehler beim Immobilienkauf?
„Klar ist, jeder sollte verstehen, was er da tut. Dabei geht es nicht nur um den eigentlichen Kauf und die Rechte und Pflichten als Eigentümer, sondern auch um die Finanzierung. Nach der Zinsfestschreibung – etwa für 10 Jahre – wird der Kredit, bzw. die dann noch offene Restschuld, neu verhandelt. Dieser Umstand sollte schon beim Kauf bedacht und berücksichtigt werden. Hier werden die kommenden Jahre möglicherweise das ein oder andere Angebot auf den Markt bringen, dessen Eigentümer seine Immobilie nicht mehr zu neuen Konditionen weiterfinanzieren kann.“

„Aber auch das Nicht-Ausnutzen aller Möglichkeiten, den Immobilienkauf so günstig wie möglich zu gestalten ist ein Fehler, der häufig gemacht wird. Wird beispielsweise Mobiliar wie eine Einbauküche miterworben, lässt sich dadurch etwa Grunderwerbsteuer sparen. Auch das Aufteilen des Kaufpreises in die Immobilie selbst und den Anteil in Grund und Boden macht Sinn, wenn die Immobilie vermietet werden soll.“

»Der Käufer gewinnt an Wichtigkeit

Was sollte sich Ihrer Meinung nach im Immobiliengeschäft ändern?
„Die letzten Jahre hatte die Verkäuferseite klar das Zepter in der Hand. Die aktuelle Marktsituation reguliert das, sodass davon auszugehen ist, dass der Käufer an Wichtigkeit gewinnt. Immobilienanbieter müssen lernen, näher zusammenzurücken und sich für Kooperationen untereinander zu öffnen.“

„Ein gutes Beispiel für ein hervorragend funktionierendes System, in dem Makler sich vernetzen und es nicht unüblich ist, dass der eine den Käufer und der andere die Immobilie liefert, zeigt sich in den USA. Die aktuelle Bewegung im Markt bietet durchaus Chancen, ein System zu etablieren, von dem Profis und Verbraucher gleichermaßen profitieren.“

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für