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Grüne Flächen für Artenschutz und Klima

Umweltminister wollen Steingärten stoppen

Schottergarten mit schwarzen Steinen und nicht heimischen Pflanzen
Bremen macht ernst: Im kleinsten Bundesland sollen Schottergärten ab Mitte Mai verboten seinFoto: dpa picture alliance

Blühende Gärten sind Oasen für Vögel und Insekten. Zudem helfen Grünflächen, das Stadtklima zu regulieren. Da können Steingärten nicht mithalten. Dennoch liegen sie nach wie vor im Trend. Auf der anstehenden Konferenz der Umweltminister soll deswegen eine Kampagne gegen Steingärten angeschoben werden.

Auf der am Donnerstag beginnenden Umweltminister-Konferenz wird ein Antrag des saarländischen Umweltministeriums diskutiert, wonach die Bundesregierung mehr gegen Schotter- und Steingärten unternehmen soll. In einer Kampagne sollen Grundstücksbesitzer informiert werden, wie man seinen Garten insektengerecht gestalten kann. "Schauen wir uns die privaten Gärten an, so müssen wir eine deutliche Verarmung der Lebensräume für Insekten feststellen. In sterilen Stein-Vorgärten werden keine Bienen summen oder sich Schmetterlinge niederlassen", sagt der Saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) auf Anfrage der „Neue Osnabrücker Zeitung“ . Bisher findet der saarländische Vorstoß Unterstützung durch die Umweltressorts von Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Finanziert werden soll die Kampagne durch das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ der Bundesregierung.

Ist das Thema jetzt ganz neu?

Nein. Was jetzt auf Bundesebene verhandelt wird, ist in vielen Kommunen und einigen Bundesländern schon länger ein Thema. Vielerorts werden Bebauungspläne angepasst und Schotter- oder Steingärten in Wohngebieten verboten. In Bremen beispielsweise soll Mitte Mai ein Gesetz in Kraft treten, das die Bepflanzung oder Begrünung von Freiflächen vorschreibt.

Was ist an Steingärten denn so schlimm?

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, den kann man auch nicht vorschreiben. Die einen finden Steingärten praktisch und irgendwie schön – für die anderen sind sie hässliche Schotterwüsten. Viel schlimmer als die ästhetische Entgleisung: Steingärten sind insektenfeindlich, bieten Vögeln keine Nahrung und heizen das Stadtklima auf. Für den Naturschutzbund (Nabu) sind Schottergärten einfach nur „Gärten des Grauens“, die wenig bis gar keine Pflanzen enthalten. Und wenn doch, dann sind es oftmals Pflanzen, die in Deutschland nicht heimisch sind.

Kaum Nahrung für Tiere auf dem Schotter

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Problem: Diese Arten würden sich außerhalb der Steingärten ausbreiten und einheimische Pflanzen verdrängen. Die Umweltschutz-Organisation vermutet zudem, dass die Steine meist nicht aus dem heimischen Steinbruch stammten, sondern aus China oder Indien. Dort herrschten in der Regel schlechte Arbeitsbedingungen.

Dabei ist ein Steingarten laut Nabu gar nicht viel pflegeleichter. Denn damit sich zwischen den Steinfugen keine Gräser oder Pflanzen ansiedelten, müssten abgefallene Blätter aufgesammelt und Steine von Moos gereinigt werden.

Mit dem Schwert der Satire geht der Instagram-Account „Gärten des Grauens“ gegen Gartenungeheuerlichkeiten vor: