Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Auch für Anfänger

In 9 Schritten einen Traumgarten anlegen

Garten in 9 Schritten anlegen
Ob gemütliches Ruheplätzchen, Terrasse, Rasen, Gartenwege oder Bepflanzung: Das Anlegen des Gartens ist kein Hexenwerk Foto: Getty Images

Viele träumen davon, nicht wenige haben ihn bereits: ihren eigenen Garten. Doch bevor ein Garten seine ganz Pracht entfaltet, bedarf es einiger Überlegungen, Mühe, Arbeit und Zeit. Wie man einen Garten neu anlegt und wie selbst Ungeübten dies gelingt.

Schließt man die Augen, kann man ihn schon genau vor sich sehen: den eigenen Traumgarten. Ob mit Pool oder Gartenteich, einladenden Sitzecken oder einem farbenfrohen Blumenbeet. Erlaubt ist, was gefällt. Doch sobald die Augen geöffnet werden, herrscht da noch gähnende Leere, öde Flächen oder ein Unkraut-Dschungel sondersgleichen? Perfekt! An dieser Stelle kann nämlich das Anlegen des Gartens beginnen.

Fragen, die man sich vor dem Anlegen des Gartens stellen sollte

Bevor es ans eigentliche Anlegen des Gartens geht, sollte man einige Überlegungen anstellen. Denn jeder Hobbygärtner wird sicherlich mindestens eine grobe Idee von seinem perfekten Garten im Kopf haben. Um diese erste Idee realistisch zu konkretisieren und den Garten besser planen und anlegen zu können, sind die Antworten auf folgende Fragen sehr hilfreich:

  • Wie viel Arbeit und Zeit möchte ich in meinen Garten investieren? Soll er pflegeleicht sein oder ist die Gartenarbeit ein Hobby, dem ich gern täglich oder mehrfach die Woche ganzjährig nachgehen möchte?
  • Gibt es ein bestimmtes Gartenkonzept, das besonders gefällt (Naturgarten, Steingarten, Bauerngarten, mediterraner Stil etc.)?
  • Möchte ich ein bestimmtes Farbschema im Garten haben?
  • Sind bereits Pflanzen, Gebäude oder Deko-Elemente vorhanden, die in die Gestaltung integriert werden sollen oder können?
  • Pool, Teich, Baumhaus: Gibt es bestimmte Elemente, die unbedingt in den Garten sollen?
  • Welche Ansprüche werden an den Garten gestellt? Ist er Tobe- und Spielplatz für Kinder? Soll er der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse dienen? Ist er ein reiner Ziergarten, ein Ort der Ruhe und Entspannung oder ein Treffpunkt für Freunde und Familie? Sollen Tiere wie etwa Hühner im Garten gehalten werden?

Das kleine Einmaleins der Gartengestaltung

Damit der eigene Garten am Ende auch harmonisch und in sich stimmig wirkt, ist es sinnvoll, folgende Aspekte im Hinterkopf zu haben:

  • Wiederkehrende Elemente bringen Ruhe in die Gestaltung. Dabei lieber auf eine ungerade Anzahl setzen. Diese wirkt beruhigender als eine gerade Anzahl.
  • Sich für einen Stil entscheiden: Folgt man diesem roten Faden, wirkt der Garten am Ende nicht nur in sich stimmig. Es erleichtert auch das Anlegen des Gartens ungemein. Hat man sich anfangs für einen Stil entschieden, lassen sich alle weiteren Entscheidungen und Schritte daran fortführen und auch einfacher vollziehen.
  • Eckig oder lieber rund? Auch die Ausgestaltung der Konturen im Garten sollte bewusst gewählt werden. Runde Umrandungen wirken dynamisch und schwungvoll, gerade Konturen hingegen klassisch und edel. Hier sollte man sich für eine Variante im gesamten Garten entscheiden. Mischt man runde und eckige Konturen nicht fachmännisch, wirkt das Gesamtbild schnell disharmonisch.

Schritt für Schritt den eigenen Garten anlegen

Nicht nur zur Erstbegrünung nach einem Neubau kann man einen Garten neu anlegen. Auch bei einem in die Jahre gekommenen, wenig gepflegten Garten kann sich die Neuanlegung durchaus lohnen. Und so geht es:

1. Gartenplan erstellen

Das Anlegen des Gartens beginnt auf dem Papier. Um ein Gefühl für die Gestaltung zu bekommen und unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten einfach durchspielen zu können, ist ein Gartenplan ideal. Dafür wird zuerst der Garten maßstabsgetreu skizziert. Auf separatem Transparentpapier kann man mit Bleistift, Filzstift und Buntstiften Pflanzen, Möbel und alle gewünschten Objekte skizzieren. Diese lassen sich auf dem Papier immer wieder variieren, solange bis die Gestaltung gefällt. In diesem ersten Planungsschritt kann man bereits sehr gut alle späteren Bereiche des Gartens festlegen. Anhand dieses Gartenplanes plant man auch die spätere Bepflanzung. Alle benötigten Pflanzen notiert man gleich auf einer separaten Liste und kauft sie zu gegebener Zeit im Gartenfachhandel.

2. Terrasse anlegen

In vielen Gärten ist sie das Herzstück des Gartens, die Verlängerung der Wohnung oder das Wohnzimmer im Sommer: die Terrasse. Hier genießt man nach einem langen Arbeitstag ein Glas Wein, grillt in geselliger Runde mit Familie und Freunden oder entspannt einfach auf der Liege oder Hängematte. So vielfältig, wie die Nutzungsmöglichkeiten einer Terrasse sind, so individuell ist auch ihre Gestaltung. Auch hier beeinflusst die gewünschte spätere Nutzung das Anlegen. Einige Aspekte, die hierbei beachtet werden können:

  • Terrassen schließen oftmals direkt an das Haus an. Ihre Gestaltung sollte für ein harmonisches Ganzes mit dem Stil des Hauses einhergehen.
  • Die Terrasse sollte über Schutzmechanismen vor Sonne, Wind und optional Regen verfügen.
  • Vor neugierigen Blicken von nebenan schützt ein Sichtschutz. Auch hier gibt es verschiedene Optionen und Möglichkeiten.
  • Wie groß soll die Terrasse sein? Möchte man gern und viele Gäste einladen, sollte man die Terrasse groß genug planen. Alle sollten genug Platz finden und die Sitzplätze müssen ohne lästiges Stühlerücken gut erreichbar sein.

Auch interessant: 12 Fehler, die man beim Planen der Terrasse vermeiden sollte

3. Gartenwege planen

Um die verschiedenen Bereiche des Gartens zu verbinden, sollte man Gartenwege sinnvoll anlegen. Die Wegführung sollte dabei besonders in kleineren Gärten wohl überlegt sein. Direkte Wege zum Komposthaufen, Hochbeet oder Küchengarten sind hier die beste Wahl. Sind Gärten hingegen größer, laden geschwungene Wege zum Schlendern ein. Wichtig ist, dass die Gartenwege harmonisch zum Gesamtkonzept des Gartens passen.

Gartenwege können aus vielfältigstem Material bestehen. Die Klassiker für viel frequentierte Wege sind Platten- und Pflasterbelege. Naturstein ist nicht nur seiner Optik wegen sehr beliebt. Er ist auch sehr witterungsbeständig und damit langlebig. Auch Wege aus langlebigem Holz, wie Eiche oder Robine, sind eine beliebte Variante. Diese können jedoch bei Nässe sehr schnell rutschig werden. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es beim Anlegen von Gartenwegen gibt.

4. Zäune, Grenzen und Sichtschutz berücksichtigen

Vor allem in dicht bebauten Siedlungen schützt ein Zaun als Sichtschutz die Privatsphäre. Beim Anlegen des Gartens sollten Hobbygärtner daher auch an einen geeigneten Zaun denken. Dieser grenzt nicht nur optisch das Grundstück ab. Auch bei Haustieren oder Kindern kann sich eine solche Abgrenzung als sehr sinnvoll erweisen.

Doch auch innerhalb des Gartens bieten sich oftmals einige Möglichkeiten einer Begrenzung an. Diese kann einzelne Bereiche des Gartens sinnvoll vom Rest abtrennen. So verschwindet beispielsweise der nützliche, aber wenig ansehnliche Komposthaufen aus dem Sichtfeld. So ein Sichtschutz ist jedoch nicht nur praktisch. Hecken, Rosenbögen und andere Zaunelemente können lauschige Rückzugsorte schaffen und dem Garten viel Atmosphäre und Spannung verleihen.

5. Rasenfläche richtig planen

Zu einem Traumgarten gehört für viele Hobbygärtner ein dichter, gepflegter und vor allem saftig grüner Rasen. Beim Anlegen spielen nicht nur Standortfaktoren, wie Sonneneinstrahlung und die richtige Position im Garten eine Rolle. Auch seine zukünftige Nutzung sollte man vor dem Aussäen berücksichtigen. Denn es macht einen großen Unterschied, ob der Rasen zum wilden Toben und Spielen einladen, als Zierrasen glänzen oder Insekten Nahrung bieten soll. Dabei muss es vor allem in kleinen Gärten nicht immer zwingend eine Rasenfläche sein. Gerade bei kleinen Flächen gilt: Je kleiner ein Rasen, desto gepflegter muss er aussehen. Macken und unschöne Stellen fallen bei einer kleinen Rasenfläche viel schneller auf. Hier erfahren Sie, wie man in den Genuss eines solchen Vorzeige-Rasens kommt und ihn Schritt für Schritt anlegt.

6. Blumenbeet anlegen

Ein Blick in den Garten offenbart meist direkt, wo ein Blumenbeet Platz findet. Pauschale Aussagen zum optimalen Standpunkt lassen sich nur schwer tätigen. Hilfreich bei der Standortfrage können die Antworten folgender Fragen sein:

  • Welche sonnigen, halbschattigen und schattigen Plätze gibt es im Garten?
  • Gibt es eine Terrasse, eine Sitzgelegenheit oder einen Rückzugsort, den man mit Blumenbeeten aufwerten kann?
  • Gibt es für Beete geeignete Übergänge, beispielsweise zwischen Terrasse und Rasen?
  • Soll das Blumenbeet als Sichtschutz oder Abgrenzung fungieren?
  • Gibt es Hügel oder Anhöhen, die sich integrieren lassen?
  • Eckig, geschwungen, geometrisch: Welche Form soll das Blumenbeet haben?

In jedem Fall sollte das Blumenbeet so angelegt werden, dass es für die spätere Pflege gut erreichbar ist. Ist dies nicht gegeben, kann man Platten oder Zwischenwege im Beet integrieren. Das Unkrautjäten und Bepflanzen wird so schon wesentlich einfacher.

Hierzu passend: Blumenbeet anlegen – Tipps zu Planung, Standort und Pflanzen

7. Gemüsebeet planen

Am sonnigsten Standort des Gartens kann das Gemüsebeet angelegt werden. Viele beliebte Gemüsepflanzen wie TomatenGurkenSalat und Kartoffeln gedeihen besonders gut, wenn sie ausreichend Licht und Wärme abbekommen. Aber auch im Halbschatten kann ein Gemüsebeet reichlich Ertrag abwerfen. Ideale Beetbewohner hierfür sind beispielsweise Erbsen, Blumenkohl, Brokkoli oder auch Spinat.

Zudem sollte man beim Anlegen des Gemüsebeets darauf achten, dass der Platz zwar einigermaßen windgeschützt ist, nicht jedoch komplett windstill. Denn eine frische Brise ist wichtig, damit die Pflanzen nach einem Regenschauer zügig wieder trocknen und sich keine Fäulnis bildet. Zudem können Schädlinge in einer allzu windgeschützten Ecke die Pflanzen leichter befallen.

Tipp: Auch den leichten Zugang vom Gemüsebeet zum Komposthaufen und zur Wasserversorgung sollte man beim Anlegen des Gartens gleich mit berücksichtigen.

Hierzu passend: Gemüsebeet anlegen – Tipps zu Planung, Standort und Boden

8. Kräuterbeet im Garten anlegen

Der sonnigste Platz im Garten ist auch für ein Kräuterbeet ideal. Beim Anlegen eines solchen sollten Gartenbesitzer allerdings unbedingt den Sonnenverlauf berücksichtigen und dementsprechend verschiedene Standorte von sonnig bis halbsonnig einplanen. Der Boden darf hier ruhig magerer als im restlichen Garten sein. Doch Kräuterbeet ist nicht gleich Kräuterbeet. Wie wäre es mit einem aus Klöstern bekanntem Heilkräutergarten? Einem Naturgarten mit verwunschenen Wegen und ausgesuchten Findlingen oder einer Kräuterspirale? Für den Bau einer solchen benötigt man mindestens drei Meter im Durchmesser. Hier erfahren Sie detailliert, wie man einen Kräutergarten selbst anlegt.

9. Bereiche für Kinder im Garten einplanen

Gärten, in denen Kinder zu Hause sind, wollen ganz besonders geplant und angelegt werden. Schließlich ist so ein Garten für Kinder vor allem eines: ein Abenteuerspielplatz. Hier sollte getobt, gespielt, gebaut und versteckt werden können – und das vor allem ohne Gefahr. Daher ist es unabdingbar den Garten kindersicher zu machen. Ob gefährliche Wasserquellen wie ein ungesicherter Teich oder giftige Gartenpflanzen: Mit einem äußerst wachsamen Auge sollte der Garten bedacht und potenzielle Gefahren vor dem Spielen unbedingt beseitigt werden. Ist dies geschehen, bedarf es eigentlich gar nicht viel, damit ein Garten zum Kinderparadies wird. Spielgeräte wie Sandkasten, Schaukel, Rutsche und Spielhäuschen sind für viele Altersklassen und über Jahre hinweg eine gern wahrgenommene Einladung zum vergnügten stundenlangen Spielen.

Doch es geht auch ohne. Aus Weiden lassen sich ebenso wunderbare begrünte Tipis bauen. Die wilde Ecke im Garten wird zum gefährlichen Dschungel und der Sandhaufen zum Sandkasten. Auch eine Matschküche ist eine spaßige Angelegenheit. Eine tolle Idee ist ebenso ein eigenes Kinder-Beet. Wie Sie die Gärtner von morgen kindgerecht in die Gartenarbeit involvieren, erfahren Sie hier.