10. Juli 2026, 15:24 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Rhododendron zählt seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Ziersträuchern in deutschen Gärten. Mit seinen imposanten Blüten und dem immergrünen Laub gilt er für viele als Klassiker im Beet. Doch durch die immer wärmeren und trockener werdenden Sommer und den Wunsch nach nachhaltigeren Gärten gerät die Pflanze zunehmend in die Kritik. Wer heute neu pflanzt, sollte deshalb genauer hinschauen und prüfen, ob der Standort wirklich zu den Ansprüchen eines Rhododendrons passt oder klimaresistentere Alternativen die bessere Wahl sind. Auch myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering würde heute keinen Rhododendron mehr pflanzen.
Auch ich habe Rhododendren lange gerne empfohlen. Ihre Blüten sind beeindruckend und sie verleihen jedem Garten eine besondere Atmosphäre. Besonders orangefarbene Blüten schätze ich. Doch in den vergangenen Jahren hat sich meine Einschätzung verändert. Ich beobachte immer häufiger, wie die Sträucher unter Hitze, Trockenheit und den veränderten Klimabedingungen leiden und welchen Aufwand sie machen. Deshalb würde ich heute keinen Rhododendron mehr neu pflanzen.
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1. Viele Gärten bieten heute nicht mehr die idealen Bedingungen
Rhododendren mögen gleichmäßig feuchte, humose und saure Böden sowie einen geschützten Standort im lichten Schatten. Genau diese Bedingungen werden in vielen Gärten jedoch zunehmend seltener. Wo der Boden im Sommer stark austrocknet oder die Pflanzen über Stunden der prallen Sonne ausgesetzt sind, geraten viele Rhododendren schneller unter Stress.
In der Praxis zeigt sich das häufig durch eingerollte Blätter, braune Blattränder oder eine schwächere Blüte. Regelmäßiges Gießen kann zwar helfen, ersetzt aber auf Dauer keine geeigneten Standortbedingungen. Gerade in Regionen mit längeren Trockenphasen oder auf leichten, sandigen Böden wird die Kultur oft deutlich aufwendiger.
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Das bedeutet allerdings nicht, dass Rhododendren grundsätzlich keine Zukunft mehr haben. Inzwischen gibt es durchaus Züchtungen, die als hitze- oder sonnenverträglicher gelten als viele klassische Sorten. Auch an einem passenden Standort mit saurem, ausreichend feuchtem Boden können Rhododendren weiterhin viele Jahre gesund wachsen. Für mich persönlich überwiegen bei einer Neupflanzung heute dennoch die Vorteile robusterer Gehölze.
2. Der Pflegeaufwand ist mir heute einfach zu hoch
Ein weiterer Grund für meine Entscheidung ist, dass Rhododendren an ungeeigneten Standorten oft mehr Aufmerksamkeit benötigen als viele andere Gehölze. Sie stellen vergleichsweise hohe Ansprüche an ihren Standort. Auf kalkhaltigen Böden entwickeln sie sich häufig schlecht, oft muss der Boden verbessert oder mit geeigneten Materialien gemulcht werden. In trockenen Sommern kommt zusätzlich regelmäßiges Gießen hinzu.
Das ist keineswegs ein Nachteil, wenn der Garten diese Voraussetzungen ohnehin mitbringt oder man den Aufwand gerne investiert. Ich persönlich wünsche mir heute jedoch Gehölze, die auch längere Trockenphasen besser überstehen und insgesamt weniger Aufmerksamkeit benötigen.
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Meine bestehenden Rhododendren dürfen bleiben
Meine vorhandenen Rhododendren würde ich trotzdem nicht entfernen. Gesunde Pflanzen auszugraben, nur weil ich mich heute anders entscheiden würde, wäre aus meiner Sicht weder nachhaltig noch sinnvoll. Solange sie sich an ihrem Standort wohlfühlen und vital wachsen, dürfen sie selbstverständlich bleiben.
Es gibt gute Alternativen – aber keinen echten Ersatz
Einen echten Ersatz für einen Rhododendron gibt es nicht. Kaum ein anderes Gehölz verbindet eine so üppige Blüte mit immergrünem Laub. Welche Alternative sich eignet, hängt deshalb vor allem davon ab, welche Funktion das Gehölz im Garten übernehmen soll – ob als Blütenschmuck, Sichtschutz, Solitär oder insektenfreundliches Gehölz. Wer sich gegen eine Neupflanzung entscheidet, findet viele Gehölze, die mit anderen Vorzügen überzeugen.
Je nach Standort bieten sich beispielsweise Felsenbirne, Kornelkirsche, Wildrosen oder Perückenstrauch an. Sie sehen zwar ganz anders aus als ein Rhododendron, kommen aber häufig besser mit Hitze und zeitweiser Trockenheit zurecht und sind oft weniger anspruchsvoll.
Letztlich hängt die richtige Wahl immer vom Standort ab. Wer einen schattigen Garten mit saurem, humosem und dauerhaft frischem Boden besitzt, kann auch heute noch viel Freude an einem Rhododendron haben. Wo diese Voraussetzungen fehlen, halte ich robustere Gehölze heute häufig für die langfristig nachhaltigere Wahl. Deshalb würde ich persönlich bei einer Neupflanzung inzwischen auf solche Arten setzen.