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Wie sinnvoll ist Hortensienerde wirklich?

Hortensienerde
In Baumärkten wird oft spezielle Erde für Hortensien angepriesen Foto: GettyImages/Wirestock
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Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

15. September 2025, 4:27 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Eigene Erde für Hortensien? Das klingt nach einem Geheimrezept oder aber nach einem Marketing-Gag. Was es mit Hortensienerde auf sich hat, erfahren Sie hier auf myHOMEBOOK.

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Was Hortensien so beliebt macht

Hortensien erfreuen sich großer Beliebtheit. Kein Wunder, denn ihre großen Blüten in Weiß, Rosa, Rot oder Blau setzen eindrucksvolle Akzente in Beeten und Kübeln. Hinzu kommt, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen auch auf halbschattigen oder sogar schattigen Plätzen gedeihen. Wenn Standort und Boden stimmen, gelten sie darüber hinaus als pflegeleicht.

Bodenansprüche von Hortensien

Wie Rhododendren, Azaleen, Kamelien, Eriken oder Heidelbeeren zählen Hortensien zu den Moorbeetpflanzen und bevorzugen als solche einen sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 6. Nicht jeder Gartenboden erfüllt diese Voraussetzung. Besonders Böden mit hohem Kalkgehalt sind meist neutral bis alkalisch und damit eben nicht sauer. Neben einem niedrigen pH-Wert haben Hortensien noch weitere Ansprüche an den Boden: Er sollte humos, locker, durchlässig und gleichmäßig feucht sein.

Was Hortensienerde leisten soll

Im Handel angebotene Hortensienerden bestehen aus humosen Bestandteilen wie Rindenhumus, Holzfasern oder Kompost, ergänzt durch Torf oder torffreie Alternativen. Tonminerale verbessern die Wasserspeicherung. Solche Mischungen haben einen sauren pH-Wert, der den Hortensien passende Bedingungen verschafft.

Spezialerden wie Hortensien- oder Rhododendronerde kosten in der Regel mehr als einfache Blumenerde. Deshalb lohnt sich der Blick auf den tatsächlichen Nutzen: Während normale Blumenerde meist neutral bis leicht alkalisch und damit für Hortensien eher ungeeignet ist, bietet die saure Spezialerde genau das Milieu, das sie brauchen.

Einige Produkte enthalten zusätzlich Aluminiumverbindungen, etwa Alaun. Aluminium spielt für die Farbe der Blüten eine besondere Rolle, denn nur wenn Aluminium verfügbar ist, kann es zu einer Blaufärbung kommen. Solche Zusätze sind allerdings nicht automatisch in Hortensienerde vorhanden. Die meisten Erden im Handel – oft unter der Bezeichnung „Rhododendron- und Hortensienerde“ – sind im Kern einfach nur saure Substrate.

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Blütenfarben und Aluminium

Ob eine Hortensie blaue Blüten bekommt, hängt von drei Faktoren ab: von der Sorte, vom Aluminiumgehalt im Boden und vom pH-Wert. Nur Gartenhortensien, auch als Bauernhortensien bekannt, und Tellerhortensien können ihre Blütenfarbe verändern. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um rosafarbene Sorten handelt.

Aluminium ist zwar in fast allen Böden reichlich vorhanden, liegt dort jedoch überwiegend fest in Mineralen gebunden. In dieser Form können die Pflanzen es nicht nutzen. Erst wenn der Boden sehr sauer ist – bei einem pH-Wert unter etwa 5 – lösen sich Aluminium-Ionen und gelangen in die Bodenlösung, sodass die Wurzeln sie aufnehmen können. Viele Gartenböden sind allerdings neutral bis alkalisch und damit nicht sauer genug. In solchen Böden bleibt das Aluminium gebunden und steht den Pflanzen nicht zur Verfügung. Für eine intensive Blaufärbung reicht die natürliche Freisetzung daher in den meisten Fällen nicht aus.

Wer seine Hortensien blau blühen sehen möchte, kann spezielle Präparate mit Aluminiumsulfat, auch Alaun genannt, nutzen. Dieses Salz liefert das Element sofort in pflanzenverfügbarer Form. Entscheidend bleibt jedoch, dass der Boden gleichzeitig sauer genug ist – sonst wird auch zugesetztes Aluminium gebunden und verliert seine Wirkung. Nur das Zusammenspiel von saurer Erde und zusätzlichem Aluminium sorgt zuverlässig für kräftig blaue Blüten.

Das heißt: Der saure Boden schafft die Voraussetzung, Alaun sorgt für die nötige Menge an pflanzenverfügbarem Aluminium. Nur wenn beides zusammenkommt, färben sich die Blüten blau.

Welche Erde wann sinnvoll ist

Für ein gesundes Wachstum reicht jede gute Moorbeeterde wie Rhododendronerde vollkommen aus. Wer die natürliche Blütenfarbe belassen möchte, kommt damit ohne weitere Zusätze aus. Soll die Blütenfarbe jedoch ins Blau verändert werden, braucht es zusätzlich Aluminium – entweder in speziellen Hortensienerden mit Aluminiumsalzen oder über eigene Blaufärbemittel wie Hortensiendünger mit Alaun.

Praxis-Tipp: Am besten gießt man Hortensien mit Regenwasser. Denn Leitungswasser enthält oft viel Kalk, der den pH-Wert im Boden anhebt und damit die Wirkung saurer Spezialerden wieder zunichtemachen kann.

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