23. Juli 2025, 5:57 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
In den Hundstagen klettern die Temperaturen häufig auf Spitzenwerte – Hitze und Trockenheit setzen dabei nicht nur uns, sondern auch Garten- und Balkonpflanzen stark zu. Umso wichtiger ist es für Hobbygärtner, ihre grünen Schützlinge in dieser heißen Phase besonders gut zu versorgen. Doch wann genau beginnen die Hundstage, und worauf kommt es bei der Pflanzenpflege jetzt an? myHOMEBOOK liefert hilfreiche Tipps und erklärt, wie Pflanzen optimal gepflegt und geschützt werden können, damit sie die Sommerhitze gut überstehen.
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Wann sind die Hundstage?
Obwohl die Sonne auf der Nordhalbkugel bereits am 20. oder 21. Juni ihren höchsten Stand erreicht, wird es meist erst rund einen Monat später richtig heiß – nämlich während der sogenannten Hundstage, die vom 23. Juli bis zum 23. August dauern. Die Ursachen dafür liegen weit über unseren Köpfen: „Unsere Atmosphäre ist träge. Sie braucht in etwa drei bis vier Wochen, um auf den Höchststand der Sonne und die daraus resultierende Hitze zu reagieren“, erklärt Jörg Riemann, Diplom-Meteorologe und Leiter der Berliner Wettermanufaktur, im Gespräch mit myHOMEBOOK.
Während der Hundstage kommt es in den meisten Fällen zu einem ausgeprägten Temperaturanstieg. Durchschnittlich werden 25 Grad erreicht, Spitzen von mehr als 30 Grad sind keine Seltenheit. Je nach Luftdruck kann auch Trockenheit auftreten. Kommt es zu Regenfällen, fallen diese oft stark in Form von Landregen aus. „Typischerweise erleben wir während der Hundstage auch Gewitter. In der Zeit davor ist die Luft dann feuchtwarm – wie in einer Waschküche“, sagt Riemann.
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Wie kann man seine Pflanzen vor Hitze und Trockenheit schützen?
Gerade bei heißem Wetter benötigen Gartenpflanzen etwas mehr Aufmerksamkeit, um nicht dem Trockentod zum Opfer zu fallen. Folgendes sollte man beherzigen, wenn man seine Schützlinge gut durch die hochsommerlichen Hundstage bringen möchte.
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Richtig gießen
Es ist kein Geheimnis, dass Pflanzen während großer Hitzephasen mehr Flüssigkeit benötigen als sonst. Deswegen sollte man darauf achten, dass man sie regelmäßig und ausreichend gießt. Ganz entscheidend ist dabei vor allem der Zeitpunkt. Am wichtigsten ist es, dass beim Gießen keine direkte Sonne auf die Pflanzen scheint. Die Stunden rund um die Mittagszeit sollte man unbedingt vermeiden.
Wer kann, sollte am Morgen gießen. Dann ist der Boden noch kühl und das Gießwasser kann nicht so schnell verdunsten. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Blüten und Blätter nicht nass werden. Wassertropfen wirken wie eine optische Linse und können, indem sie eintreffende Sonnenstrahlen bündeln, Verbrennungen auf der Pflanzenoberfläche provozieren.
Für Beschattung sorgen
Jede Pflanze reagiert anders auf Hitze und Sonneneinstrahlung. Aufpassen sollte man zum Beispiel bei empfindlichen Kübel- und Topfpflanzen: Diese sollte man am besten in den Schatten stellen. Sonnensegel und Sonnenschirme können auch Abhilfe schaffen. Eine gute Alternative sind sogenannte Schattiernetze. Mit diesen kann man Pflanzen ganz einfach abdecken. Möchte man dafür Stofftücher verwenden, sollte für ausreichend Luftzirkulation gesorgt werden.
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Mit Verdunstung kühlen
Als Kühlungsunterstützung kann man sich das Prinzip der Verdunstung zunutze machen. Dafür reicht es, zum Beispiel während der Mittagshitze den Gartenweg, die Terrasse oder den Balkon mit Wasser zu benetzen. Durch die verdunstete Flüssigkeit kühlt sich die Umgebung etwas ab.
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So werden die Hundstage 2025
Die Hundstage gelten als die heißesten Tage im Jahr. Gerade im Angesicht der bereits erreichten Temperaturen in diesem Jahr machen sich wohl manche Gartenbesitzer Sorgen. Doch Riemann gibt vorsichtig Entwarnung. „Es wird heiße Tage geben, aber die Extreme fehlen. Natürlich haben wir an einigen Tagen 30 oder auch 35 Grad, aber schon kurz danach deuten die Wettermodelle zum jetzigen Zeitpunkt wieder niedrigere Temperaturen an. Diese ‚Hitzeglocke‘, vor der viele Angst haben, sehe ich noch nicht“, erklärt der Experte. Das Wechselhafte, was uns schon das gesamte Jahr begleitet, wird uns also auch über die Hundstage nicht im Stich lassen.
Was haben die Hundstage mit Hunden zu tun?
Mit Vierbeinern haben die Hundstage nur bedingt etwas zu tun. Ihren Namen verdanken sie dem seit der Antike bekannten Hundsstern „Sirius“ im Sternbild „Großer Hund“. Den hellen Stern am Morgenhimmel deutete man als ersten Boten sommerlicher Hitze. Aufgrund der Umstellung zum gregorianischen Kalender im Jahr 1582 sieht man den Hundsstern jedoch heute erst frühestens ab dem 30. August.
Man beruft sich aber auf die alte Tradition und bezeichnet die heißeste Periode im Jahr nach wie vor als Hundstage. Das bedeutet, bei den Hundstagen handelt es sich nicht um ein meteorologisches, sondern um ein astronomisches Ereignis. Wissenschaftler meinen, dass die Hundstage, also das Erscheinen des Hundssterns, in etwa 13.000 Jahren im Winter sein werden.
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Die Hitze steht also in keinem Zusammenhang mit dem Sternenbild des Großen Hunds. Vielmehr ist es ein Zufall. In den Sommermonaten ist es so heiß, weil in dieser Phase die Nordhalbkugel mitsamt Deutschland besonders nah an der Sonne ist. Am höchsten steht die Sonne hierzulande tatsächlich im Juni. In dieser Zeit wärmen sich die Land- und Wassermassen der Erde auf. In den folgenden Monaten – also Juli und August – wird die Wärme dann abgegeben, wodurch die Temperaturen steigen.

