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Expertin klärt auf

Können Pflanzen eigentlich frieren?

Können Pflanzen frieren
Pflanzen sind teilweise genauso kälteempfindlich wie Menschen Foto: Getty Images/500px Plus

6. Oktober 2026, 6:38 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wenn die Temperaturen sinken und es langsam Winter wird, möchte man sich am liebsten gar nicht mehr nach draußen in die Kälte wagen. Denkt man dabei an die Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon, stellt sich schnell die Frage, ob Pflanzen denn eigentlich auch frieren können. myHOMEBOOK hat genau darüber mit dem Nabu gesprochen und in Erfahrung gebracht, was bei Kälte in Pflanzen passiert und welche Arten besonders frostempfindlich sind.

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Was bei Frost mit den Zellen von Pflanzen passiert

Dass Pflanzen bei zu niedrigen Temperaturen absterben können, ist bekannt. Aber können sie tatsächlich frieren? Silvia Teich, Pressesprecherin vom Nabu, erklärt, dass auch Pflanzen auf Kälte reagieren. „Die Zellen aller Lebewesen, also auch von Pflanzen, bestehen zu einem großen Teil aus Wasser“, erklärt die Expertin. Dieses Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Zudem können sich feine, scharfkantige Eiskristalle bilden. Gefriert das Wasser in den Zellen, können diese dadurch geschädigt werden und absterben. „Eine Zelle, in der das Wasser gefriert, platzt und stirbt ab, da das sich ausdehnende Wasser die Zellmembran zerstört“, erklärt Teich.

Im übertragenen Sinne können Pflanzen also durchaus „frieren“. Anders als Menschen empfinden sie die Kälte jedoch nicht als unangenehmes Kältegefühl. Entscheidend sind vielmehr die Auswirkungen niedriger Temperaturen auf ihr Gewebe.

Warum überwintern manche Pflanzen problemlos?

Laut Silvia Teich haben sich Pflanzen, die in Regionen mit regelmäßigem Frost heimisch sind, an die niedrigen Temperaturen angepasst. Eine Strategie besteht darin, das Laub abzuwerfen und dadurch ohne besonders frostempfindliche Pflanzenteile zu überwintern. „Bei anderen Pflanzen sterben nur die überirdischen Pflanzenteile ab. Die Pflanzen überwintern in den Wurzelteilen unter der Erde“, erklärt die Nabu-Pressesprecherin.

Ein Beispiel dafür sind Pfingstrosen. Ihre oberirdischen Pflanzenteile sterben ab, während die Pflanze unter der Erde überwintert. Andere Pflanzen umgehen die kalte Jahreszeit wiederum, indem sie den Winter lediglich als Samen überdauern. Teich nennt als Beispiele einjährige Pflanzen wie Kapuzinerkresse, Ringelblumen und Jungfer im Grünen. Viele frostharte Pflanzen besitzen außerdem eine Art körpereigenen Frostschutz. Laut Teich wandeln sie Glukose in ihren Zellen in das Frostschutzmittel Glycerin um. „So können ihnen Minusgrade nichts anhaben, weil das Glycerin das Platzen der Zellwände verhindert“, erklärt sie.

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Diese Pflanzen sind besonders kälteempfindlich

Probleme mit Frost haben laut Teich insbesondere Pflanzen, die nicht an das hiesige Klima angepasst sind. Dazu gehört beispielsweise der Oleander, der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Empfindliche Pflanzen sollten deshalb geschützt beziehungsweise in einem geeigneten Winterquartier überwintert werden. Einige Rosenarten können im Beet beispielsweise mit einer Schicht aus Laub geschützt werden. Auch unter den Nutzpflanzen gibt es frostempfindliche Arten. Tomaten und Kartoffeln vertragen laut der Expertin beispielsweise keinen Frost. „Alle Pflanzenteile über der Erde sind gefährdet, da sie direkt von der kalten Luft umgeben sind“, erklärt Teich. Die Wurzeln sind durch die Erde zunächst besser geschützt. Bei strengem Frost kann allerdings auch der Boden gefrieren, sodass auch unterirdische Pflanzenteile nicht immer vor Frostschäden sicher sind.

Wie man Pflanzen vor Frostschäden schützen kann

Bei empfindlichen Pflanzen können einige Maßnahmen dabei helfen, sie besser durch kalte Nächte und den Winter zu bringen:

  • Pflanzen an einen geschützten Standort stellen: Kübelpflanzen stehen beispielsweise nah an einer Hauswand oder unter einem Vordach geschützter. Nicht winterharte Pflanzen benötigen je nach Art ein geeignetes frostfreies Winterquartier.
  • Töpfe rundherum und von unten isolieren: Kübel lassen sich beispielsweise mit Jute, Vlies oder Kokosmatten schützen. Auch eine isolierende Unterlage kann verhindern, dass die Kälte unmittelbar vom Boden in den Topf zieht.
  • Empfindliche Pflanzen mit Vlies schützen: Bei frostempfindlichen Pflanzen kann ein geeignetes Gartenvlies zusätzlichen Schutz vor niedrigen Temperaturen bieten.
  • Nicht winterharte Pflanzen rechtzeitig ins Winterquartier bringen: Besonders frostempfindliche Gewächse sollten nicht ungeschützt draußen überwintern.
  • Auch im Winter das Gießen nicht vergessen: Immergrüne Kübel- und Gartenpflanzen benötigen auch während der kalten Jahreszeit Wasser. Wichtig ist allerdings, möglichst an frostfreien Tagen zu gießen.
  • Frostgeschädigte Pflanzenteile nicht vorschnell entfernen: Nach einem Frostschaden kann es sinnvoll sein, zunächst abzuwarten, welche Teile der Pflanze tatsächlich abgestorben sind. Silvia Teich zufolge können abgestorbene Teile entfernt werden. Anschließend bleibt abzuwarten, ob sich die Pflanze erholt und neu austreibt.

Es existieren jedoch auch Pflanzen, denen frostige Temperaturen vergleichsweise wenig ausmachen. Als Beispiele für frostharte Gartenpflanzen nennt die Expertin Christrosen, Schneeglöckchen sowie Grün- und Rosenkohl.

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