4. November 2025, 17:16 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wenn im Spätherbst die goldorange leuchtenden Früchte der Physalis geerntet wurden und die Blätter langsam welken, ist für viele die Gartensaison beendet. Doch das heißt nicht, dass die Pflanze entsorgt werden muss. Die essbare Physalis, auch Andenbeere genannt, ist mehrjährig und kann bei richtiger Pflege erfolgreich überwintern. Wer sie frostfrei durch die kalte Jahreszeit bringt, wird im nächsten Jahr mit einem kräftigen Wuchs und einer frühen Ernte belohnt. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt, was man dabei beachten sollte.
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Nicht jede Physalis muss besonders überwintert werden
Die Physalis gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und stammt ursprünglich aus Südamerika. Am bekanntesten ist die essbare Art Physalis peruviana, auch Andenbeere oder Kapstachelbeere genannt. Sie trägt aromatische, orange Früchte, die in papierartigen Hüllen reifen. Diese Art ist nicht winterhart und muss frostfrei überwintert werden.
Daneben gibt es die Physalis alkekengi, die als Lampionblume bekannt ist. Sie wächst in unseren Breiten auch im Freien, ist winterhart und übersteht Frost problemlos. Ihre leuchtenden, orangefarbenen Hüllblätter sind dekorativ, die Früchte jedoch ungenießbar. Während die Lampionblume also ohne besondere Maßnahmen im Garten bleiben kann, benötigt die Andenbeere einen geschützten Platz für den Winter.
Warum sich das Überwintern lohnt
Viele Gärtner ziehen Physalis jedes Jahr neu aus Samen. Doch wer eine kräftige Pflanze besitzt, kann sie problemlos überwintern. Das spart Zeit, denn überwinterte Pflanzen wachsen im Frühjahr schneller an, blühen früher und bringen oft schon im Sommer reiche Erträge. Auch aus ökologischer Sicht ist es sinnvoll, eine gesunde Pflanze zu erhalten, statt sie jedes Jahr neu anzuziehen.
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Der richtige Zeitpunkt zum Überwintern der Physalis
Sobald die Temperaturen im Herbst unter zehn Grad sinken, sollte man die Physalis ins Haus holen. Spätestens vor dem ersten Frost ist es Zeit, die Pflanze auf den Winter vorzubereiten. Dabei werden welke oder beschädigte Blätter entfernt, und man sollte kontrollieren, ob sich Schädlinge eingenistet haben.
Die Lampionblume dagegen benötigt keine besondere Pflege. Sie bleibt ganzjährig im Garten und treibt im Frühjahr zuverlässig neu aus.
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Pflanz- und Pflegetipps für die Lampionblume
Schritt für Schritt durch den Winter
Zuerst wird die Physalis zurückgeschnitten. Etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter über dem Boden genügen. Kranke oder verholzte Triebe schneidet man vollständig heraus. Wer möchte, kann die Pflanze in frische Erde setzen.
Der ideale Platz für den Winter ist hell, frostfrei und eher kühl. Temperaturen zwischen acht und fünfzehn Grad sind optimal. Geeignet sind Wintergärten, helle Kellerräume oder unbeheizte Treppenhäuser. Im Gegensatz zum Sommer braucht die Physalis jetzt nur wenig Wasser. Es reicht, wenn der Wurzelballen nicht völlig austrocknet. Gedüngt wird im Winter nicht.
Einmal im Monat lohnt sich ein kurzer Blick auf Blätter und Erde. Zeigen sich Schimmel oder Schädlinge, sollte man sofort handeln und befallene Pflanzenteile entfernen.
Frühlingserwachen
Ab März darf die Andenbeere wieder langsam mehr Licht und Wärme bekommen. Dann kann man etwas häufiger gießen und vorsichtig mit Dünger beginnen. Nach den Eisheiligen, also etwa Mitte Mai, darf sie wieder ins Freie. Dort wächst sie schnell und setzt früh neue Blüten und Früchte an.