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Warum verlieren Nadelbäume im Winter nicht ihre Nadeln?

Nadelbäume
Laubbäume verlieren ihre Laubblätter, aber Nadelbäume ihre Nadeln nicht. Wie geht das? Foto: Getty Images

4. November 2026, 11:23 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Tage werden kälter und die Bäume verlieren allmählich ihre Blätter. Beim Spaziergang in den Wald kann man trotzdem weiterhin Nadelbäume betrachten, die noch all ihre Nadeln besitzen. Auch beim Gedanken an den geschmückten Weihnachtsbaum fällt auf, dass die Nadelbäume, im Gegensatz zu anderen Bäumen, keine Nadeln verlieren. Aber warum ist das eigentlich so? myHOMEBOOK hat bei dem Bund deutscher Baumschulen e. V. nachgefragt.

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Der Unterschied zwischen Laubblättern und Nadeln

Während Laubbäume im Herbst ihre bunten Blätter abwerfen, behalten die meisten Nadelbäume fast ganzjährig ihre Nadeln. Besonders der Wasserhaushalt spielt dabei eine Rolle. „Prinzipiell beinhalten Nadeln die gleichen Bausteine wie Blätter“, erklärt BdB-Präsident Hajo Hinrichs. Allerdings seien Nadeln zusammengerollt und von der sogenannten Wachsschicht „Kutikula“ umgeben, um sie vor Trockenheit und Verdunstung zu schützen. Laubblätter hingegen sind ziemlich dünn und haben eine recht breite Fläche, wodurch sie bei der Wasserversorgung schneller verdunsten und austrocknen. Durch die Beschichtung können die Nadeln hingegen die kalten Wintermonate überstehen und am Baum hängen bleiben. Trotzdem sind sie genau wie Laubblätter in der Lage, Photosynthese zu betreiben, betont der Experte.

Keine Frostbeulen und dazu noch langlebig

Kälte ist für Nadelbäume definitiv kein Problem. Teilweise können sie nämlich bei bis zu minus 50 Grad überleben, betont Hinrichs. Grund dafür ist unter anderem die schmale, aufgerollte Form, die vor Verdunstung schützt. Die Spaltöffnungen liegen tief und sind oft durch Wachs geschützt. Außerdem sorgt besonders eine Festigungsstruktur für Härte und Widerstandskraft: Im Winter wird nämlich in den Nadeln eine glykolartige Substanz erzeugt, die wie ein Frostschutzmittel bei extremer Kälte schützt. „Nadelbäume sind somit in der Lage, auch im Winter bei milden Temperaturen O₂ zu produzieren und Feinstäube zu filtern!“, erklärt Baumschulinhaber Hinrichs.

Warum sind manche Nadelbäume trotzdem gelb?

Trotzdem kann man noch einige Nadelbäume mit gelben Nadeln erkennen. Anders als die meisten Nadelbäume wirft beispielsweise die Lärche ihre Nadeln im Herbst ab. Vorher zieht sie wichtige Nährstoffe aus den Nadeln zurück und speichert sie in anderen Pflanzenteilen, etwa den Wurzeln. Dabei wird auch das grüne Chlorophyll abgebaut, wodurch sich die Nadeln zunächst gelb färben, bevor sie schließlich abfallen.

Viele andere Nadelbäume behalten ihre Nadeln dagegen mehrere Jahre. „Die Nadeln können teilweise bis zu 30 – 40 Jahre am Baum verbleiben, ehe sie abfallen“, erklärt BdB-Präsident Hajo Hinrichs. Nur bei Trockenstress fallen diese früher ab, können jedoch auch wieder neu gebildet werden. Häufig sind kleine und dicke Nadeln an trockenen Standorten von Vorteil, wie sie beispielsweise bei einigen Kiefern- und Zedernarten vorkommen. Allerdings unterscheiden sich Nadelbaumarten deutlich darin, wie gut sie mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen.

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Wo man besonders viele Nadelbäume antrifft

Nadelbäume gedeihen auch in kalten und nährstoffarmen Regionen. Ihr Verbreitungsgebiet ist deshalb größer als das der Laubbäume. Hinrichs nennt beispielsweise den Borealen Nadelwald auf der Nordhalbkugel. Besser bekannt ist er unter dem Namen „Taiga“ und beeindruckt vor allem, weil er einer der größten zusammenhängenden Waldgürtel der Erde ist.

Experte empfiehlt, selber einen Nadelbaum im Garten zu pflanzen

Auch in unseren Gärten gibt es gute Möglichkeiten, Koniferen, oder einfacher gesagt kompakt wachsende Nadelgehölze, zu verwenden, betont der Baumschuleninhaber. Sie sind nicht nur immergrün und bilden dadurch Blickfänge, sondern bieten durch das dichte Nadelkleid zudem Schutz für die heimische Tierwelt vor Winterwetter und Fressfeinden.

Hajo Hinrichs appelliert am Ende des Interviews: „Die Nadelbäume werden in der Natur, langfristig gesehen, die Gewinner des Klimawandels sein und sollten daher vielmehr gepflanzt werden“.

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