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Darf man Weidenkätzchen aus der Natur mitnehmen?

Weidenkätzchen sind nach dem langen Winter eine der ersten und oft wenigen Nahrungsquellen für viele Insekten
Weidenkätzchen sind nach dem langen Winter eine der ersten und oft wenigen Nahrungsquellen für viele Insekten Foto: Getty Images
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myHOMEBOOK Redaktion

17. März 2026, 16:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Ein kurzer Griff beim Frühlingsspaziergang, ein paar flauschige Zweige für die Vase – harmlos oder doch problematisch? Was viele als schöne Ostertradition sehen, hat für die Natur spürbare Folgen. Naturschützer warnen eindringlich davor, Weidenkätzchen einfach abzuschneiden – und nennen dafür mehrere gute Gründe.

Frühblüher sind wichtige Nahrungsquellen

Die silbrig schimmernden Weidenkätzchen gehören zu den ersten Vorboten des Frühlings, schon deshalb sollte man sie nicht einfach abschneiden. Bereits im Februar oder März erscheinen sie an noch kahlen Zweigen und sind damit eine der frühesten Blütenquellen des Jahres.

Gerade das macht sie für zahlreiche Insekten unverzichtbar. Nach den kalten Wintermonaten finden viele Arten kaum Nahrung – Weiden wie die Salweide schließen diese Lücke. „Weidenkätzchen sind ja die Blütenstände der Weiden – es sind somit die ersten blühenden Pflanzen, die sich nach dem Winter zeigen“, erklärt Lilith Stelzner vom baden-württembergischen Landesverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Vor allem Wildbienen und Schmetterlinge profitieren davon: „Gerade Wildbienen und Schmetterlinge finden an den Nektardrüsen Nektar oder Pollen an der Blüte.“ Doch nicht nur Insekten nutzen das Angebot – auch Vögel bedienen sich: „Zilpzalp oder Meisenarten trinken da gerne mal einen Schluck.“

Dazu passend: Pflanz- und Pflege-Tipps für das Weidenkätzchen

Jeder abgeschnittene Zweig fehlt der Natur

Wer Zweige abschneidet, entzieht Tieren direkt ihre Nahrungsquelle. Angesichts ohnehin knapper Ressourcen im Frühjahr sei das besonders problematisch, betonen Fachleute. „Selbst, wenn niemand was entnehmen würde, steht es ja einfach schlecht um die Nahrungsverfügbarkeit im Frühjahr für die Insekten – deswegen ist jede abgeknipste Blüte zu viel“, sagt Stelzner.

Zudem erfüllen die Blüten eine weitere zentrale Funktion im Ökosystem. „Immer wenn ein Insekt diese Blüte besucht, findet ja auch Bestäubung statt“, erklärt Stelzner. „So hat die Natur das eingerichtet: Der Nektar wird angeboten, damit die Insekten dableiben und bestäuben – das ist einfach ein Trick der Natur, damit die Insekten kommen.“

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Auch rechtlich nicht erlaubt

Neben ökologischen Gründen gibt es auch klare gesetzliche Vorgaben. Das Bundesnaturschutzgesetz untersagt es, Gehölze außerhalb von Wäldern und gärtnerisch genutzten Flächen zwischen dem 1. März und dem 30. September zu schneiden. In einigen Bundesländern steht die Salweide zusätzlich unter besonderem Schutz.

Alternativen für den Osterstrauß

Wer dennoch nicht auf Weidenkätzchen in der Osterdekoration verzichten möchte, hat legale Optionen. Zweige sind im Handel erhältlich – etwa beim Floristen oder im Supermarkt.

Im eigenen Garten ist das Schneiden grundsätzlich möglich, doch auch hier raten Naturschützer zur Zurückhaltung: „Auch die Insekten im eigenen Garten freuen sich über das Nahrungsangebot.“

Als Alternative bietet sich etwa die Forsythie an. „Die produziert weder Nektar noch Pollen – sie ist für Insekten wertlos.“ Wer die Natur stattdessen direkt erleben möchte, kann sich auch ganz ohne Eingriff erfreuen: „Man kann auch einfach bei Spaziergängen die Natur genießen und live miterleben, wie Insekten an den Blüten sitzen und saugen – und sich darüber freuen.“

Mit Material der dpa

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