25. November 2025, 14:51 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Wenn im Winter die Tage kürzer werden und viele Pflanzen längst ihr grünes Kleid verloren haben, bringt der Weihnachtsstern Farbe ins Haus. Seine leuchtend roten, rosafarbenen oder cremeweißen Blätter sind ein beliebter Blickfang in der Adventszeit. Doch was viele nicht wissen: Diese farbigen Blätter sind keine Blüten, sondern sogenannte Hochblätter – ein raffiniertes Täuschungsmanöver der Natur.
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Was genau sind Hochblätter?
Hochblätter, botanisch „Brakteen“ genannt, sind speziell gefärbte Blätter, die sich direkt unterhalb der unscheinbaren Blüten befinden. Beim Weihnachtsstern erfüllen sie eine besondere Aufgabe: Sie sollen Insekten anlocken, da die eigentlichen Blüten klein, gelblich und leicht zu übersehen sind. Diese Blüten sitzen in der Mitte der farbigen Blätter und werden „Cyathien“ genannt.
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Die Funktion der Hochblätter
In seiner Heimat Mittel- und Südamerika wächst der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) als Strauch und kann mehrere Meter hoch werden. Dort übernehmen die auffälligen Hochblätter die Rolle eines Signalzeichens: Sie locken Bestäuber wie Insekten und Vögel an, damit die unscheinbaren Blüten bestäubt werden. Die leuchtenden Farben sind also kein Zufall, sondern eine evolutionäre Anpassung zur Fortpflanzung.
Die Hochblätter des Weihnachtssterns übernehmen also die Funktion, die sonst prächtige Blütenblätter erfüllen würden. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: Für die Pflanze ist es deutlich energieschonender, nur die obersten Blätter in einem auffälligen Rot, Rosa oder Weiß zu färben. Die Bildung von auffälligen Blüten wäre hingegen sehr energieaufwendig. Blüten bestehen aus komplizierteren Strukturen, um etwa Duftstoffe und Nektar produzieren zu können.
Wie entstehen die Farben des Weihnachtssterns?
Die Färbung der Hochblätter hängt von Licht und Temperatur ab. Damit sich die kräftigen Farben entwickeln, benötigt der Weihnachtsstern eine bestimmte Tageslänge. Sobald die Tage kürzer werden und die Pflanze längere Dunkelphasen bekommt, beginnt die Ausbildung der farbigen Hochblätter. Das ist auch der Grund, warum Weihnachtssterne pünktlich zur Adventszeit in voller Pracht stehen – sie reagieren auf den natürlichen Wechsel von Tag und Nacht.