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Diese Förderungen gibt es bei der Finanzierung von Immobilien

Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es für Bauherren und angehende Eigentümer?
Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es für Bauherren und angehende Eigentümer? Foto: Getty Images
Laura Kästner
Redaktionsleitung

12. Oktober 2026, 14:16 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Ein Hauskauf ist nicht nur eine Entscheidung für das Leben, sondern auch eine enorme finanzielle Herausforderung. Genau deshalb ist es für Bauherren und Kaufinteressenten so wichtig, genau zu prüfen, mit welchen Zuschüssen und Förderungen diese Last etwas gemindert werden kann. myHOMEBOOK sprach mit zwei Experten dazu und erklärt, welche Förderungen für eine Immobilie möglich sind.

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Wieso gibt es staatliche Förderungen für Hauskauf und Bau?

In den letzten Jahren haben sich die Preise für Immobilien aller Art stark erhöht. Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Kosten für Ein- und Zweifamilienhäuser, aber auch für Eigentumswohnungen zwischen 2010 und 2025 um ganze 82 Prozent angestiegen. Kein Wunder also, wenn das Kaufen und Bauen von Häusern immer weniger erschwinglich wird. Damit auch bereits gebaute Häuser aus vergangenen Jahrzehnten auf dem Markt ebenfalls in Betracht gezogen werden, gibt es einige staatliche Förderungen, die sowohl den Kauf, als auch den Bau von Immobilien wieder attraktiver gestalten sollen.

Über diese Förderungen lassen sich Kredite zu anderen, besseren Konditionen aufnehmen. Dabei ist oft der Zinssatz geringer, doch es gibt jeweilige Voraussetzungen für die Bewilligung und auch Höchstsummen. Denn wichtig ist in den meisten Fällen, nach welcher Energieeffizienz ein Haus gebaut wird.

Was bedeutet die Energieeffizienz überhaupt?

Die Energieeffizienzklasse zeigt an, wie viel oder wenig Energie eine Immobilie verbraucht. Dieser Energieverbrauch unterliegt etlichen Abstufungen, die von A+ (dem geringsten Energieverbrauch) bis H (einem sehr hohen Energieverbrauch) reichen. Bei neuen Immobilien finden sich oft die Klassifizierungen 40 bis 55 in Bezug auf den Energieverbrauch. „Grundsätzlich gilt dabei: Je niedriger die Zahl, desto energieeffizienter ist das Gebäude beziehungsweise die Wohneinheit“, sagt Henning Ludwig, Niederlassungsleiter bei einem Baufinanzierungsunternehmen.

So verbraucht also ein Haus mit der Stufe 40 weniger Energie als eines mit der Stufe 55. Wer also eine Förderung beantragen möchte, sollte sich vorab genau informieren, welche Energieeffizienz das geplante Haus nach dem Bau haben wird. Oder welche Stufe ein bereits bestehendes Haus nach den Renovierungen haben soll. Denn genau diese Planungen entscheiden am Ende darüber, wie hoch die Förderungssumme sein wird. Wer die allerhöchste Förderstufe erreichen möchte, muss sein Haus zu einer Immobilie mit dem Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) (um)bauen.

Welche Förderungen gibt es für energieeffiziente Häuser?

Allein beim Bau und Kauf von energieeffizienten Häusern gibt es verschiedene Arten, an Fördermittel zu gelangen. Die KfW-Förderung bietet laut Experte Henning Ludwig zwei verschiedene Möglichkeiten für Bauherren und Käufer.

1. „Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude“ (KfW 297/298)

„Dieses Programm fördert den Neubau klimafreundlicher Immobilien. Je nach Effizienz- und Nachhaltigkeitsstandard sind Förderkredite von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit möglich“, erklärt Henning Ludwig. Bei dieser Förderungsmöglichkeit gilt ein Zinssatz ab 1,0 % effektivem Jahreszins, mit einer Laufzeit von bis zu 35 Jahren. Aber auch hier gilt wie bei anderen Krediten auch eine Zinsbindung. Diese gilt für bis zu 10 Jahre.

Die wichtigsten Fakten zu diesem Programm im Überblick:

  • gilt für Effizienzhäuser 55, Effizienzhäuser 40 und Effizienzhäuser 40 QNG
  • Die Förderung gilt nicht für Umschuldungen, Nachfinanzierungen von begonnenen Vorhaben oder für den Kauf von Grundstücken
  • Die Kreditsumme richtet sich nach der Förderstufe, die das eigene Haus erreicht

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2. „Wohneigentum für Familien – Neubau“ (KfW 300)

„Vor allem für Familien und Alleinerziehende kommt dieses Programm infrage“, führt Ludwig weiter aus. „Voraussetzungen sind unter anderem, dass die Immobilie selbst bewohnt wird, mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt lebt und bestimmte Einkommensgrenzen eingehalten werden. Die mögliche Kredithöhe variiert und kann bis zu 270.000 Euro betragen“, erklärt der Experte gegenüber myHOMEBOOK.

Hier liegen der Zinssatz ab 0,01 % effektivem Jahreszins und die Laufzeit bei 35 Jahren mit bis zu 10 Jahren Zinsbindung.

Die wichtigsten Fakten zu dieser Förderung für eine Immobilie im Überblick:

  • gilt für den Neubau und Erstkauf selbstgenutzter und klimafreundlicher Immobilien (Wohngebäude sowie Eigentumswohnungen)
  • gilt in Abstufungen für das Effizienzhaus, das Stufe 40 erreicht, oder aber Stufe 40 QNG-PLUS
  • Als Voraussetzung gilt, dass die Immobilie zu mindestens 50 Prozent selbst vom Eigentümer bewohnt wird

Wichtig: Für dieses Förderungsprogramm darf das zu versteuernde Einkommen des Haushalts maximal 90.000 Euro (bei einem Kind) pro Jahr betragen. Pro weiterem Kind werden 10.000 Euro hinzugerechnet.

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Welche Förderungen gibt es bei niedriger Energieeffizienz?

Natürlich muss nicht jeder ein Haus der Klassifizierung QNG bauen, um Fördermittel zu erhalten. So berichtet es auch Henning Ludwig. „Niedrigere Förderungen sind möglich. Das „KfW-Wohneigentumsprogramm“ (KfW 124) ist eine Fördermaßnahme, die bereits seit langem besteht. Sie ist nicht an eine energieeffiziente Maßnahme gebunden und grundsätzlich für alle geeignet, die eine Immobilie zur Eigennutzung erwerben. Allerdings liegt der gewährte Zinssatz nur minimal unter dem aktuell geltenden Marktzins.“ Das bedeutet, dass diese Förderung deutlich weniger attraktiv in ihren Konditionen ist, als die anderen genannten Möglichkeiten.

Zuschüsse für Bestandsimmobilien

Nicht alle möchten ein Haus bauen, oder in einen Neubau investieren. In manchen Fällen kann es sogar kostengünstiger sein, ein älteres, bereits bestehendes Haus zu kaufen und zu sanieren. Auch dafür gibt es natürlich Wege, die Immobilie auch mit staatlichen Maßnahmen teilweise zu finanzieren.

„Das KfW-Programm 308 ‚Jung kauft Alt‘ richtet sich speziell an Familien und Alleinerziehende, die eine Bestandsimmobilie mit hohem Sanierungsbedarf erwerben möchten“, erklärt der Finanzierungsexperte. Eine Voraussetzung für dieses Programm ist es, ein Objekt zu kaufen, welches in die Energieeffizienzklasse F, G oder H fällt. Auch das Einkommen der Antragsteller spielt eine entscheidende Rolle.

Dr. Burkhard Touché, Fördermittelberater des Verbands Privater Bauherren, ergänzt: „Beim Bestandserwerb ist dann eine energetische Sanierung zu einem Effizienzhaus 85 erforderlich, wobei das zinsgünstige Kreditprogramm der KfW für Effizienzhäuser oder das Zuschussprogramm der KfW für den Heizungstausch oder des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für Einzelmaßnahmen zur Dämmung eingesetzt werden kann.“

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„Je nach Anzahl der im Haushalt lebenden minderjährigen Kinder können Förderkredite von bis zu 100.000, 125.000 oder 150.000 Euro beantragt werden.“ Das sollten Darlehensnehmende wissen: „Die anschließende energetische Sanierung muss innerhalb eines festgelegten Zeitraums erfolgen“, führt Henning Ludwig weiter aus.

Außerdem gibt es das Programm „Wohngebäude – Kredit“ (KfW 261). Darin geht es um die energetische Sanierung des Gebäudes, damit es zu einem Effizienzhaus wird. Je mehr am Haus saniert und renoviert wird, um eine der Effizienzhaus-Stufen zu erreichen, desto unterschiedlicher können die Kredite ausfallen. Wer diese Fördermaßnahme beantragen möchte, dem kann ein zinsgünstiger Kredit „von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit gewährt werden.“ Besonders attraktiv machen diesen Kredit vor allem die Tilgungszuschüsse. Diese reduzieren den zurückzuzahlenden Kredit­betrag und verkürzen zudem die Lauf­zeit des Kredits.

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