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4 Möglichkeiten

Darf man als Mieter eine Satellitenschüssel montieren?

Ein Mann montiert eine Satellitenschüssel an der Hauswand
Beim Montieren einer Satellitenschüssel gibt es verschiedene Möglichkeiten, jeweils mit Vor- und Nachteilen.Foto: iStock / MachineHeadz

Zum Fernsehen via Satellit ist eine entsprechende Satellitenschüssel nötig. Dabei gibt es einige Möglichkeiten. Aber darf man als Mieter eine SAT-Schüssel überhaupt anbringen? Und welche Lösung bietet sich an?

Vor dem Montieren einer Satellitenschüssel sollte man sich Gedanken über den Standort machen, da die Schüssel ja für einen längeren Zeitraum an Ort und Stelle bleibt. Die jeweiligen Standorte haben auch spezifische Vor- und Nachteile, die es zu beachten gilt. Wie man bei der Montage vorgeht und welche rechtlichen Aspekte man berücksichtigen sollte, lesen Sie hier.

Darf man als Mieter eine Satellitenschüssel montieren?

Wenn man keine Spezialfirma zum Montieren der Satellitenschüssel beauftragen möchte, muss man selbst tätig werden. Als Mieter gibt es hier jedoch einige Regeln. „Wenn eine Schüssel installiert wird, egal wo, und damit in die Bausubstanz eingegriffen wird, benötigt man immer die Genehmigung des Vermieters“, erklärt Anja Franz vom Mieterverein München e.V. Bei der Installation einer mobilen Schüssel auf dem Balkon sieht die Expertin für Mietrecht keine großen Schwierigkeiten. „Wenn die Schüssel aber zum Beispiel an die Brüstung montiert ist und damit zwar nicht in die Bausubstanz eingegriffen wird, aber das Gesamtbild von außen gestört wird, kann der Vermieter das auch verbieten.“ Es lohnt sich also immer, vorab mit dem Mieter zu sprechen. Mit etwas Verhandlungsgeschick beteiligt er sich vielleicht sogar an den Kosten.

Wer haftet bei Schäden?

Hier stellt sich auch die Frage, wer im Schadensfall beim Montieren einer Satellitenschüssel für die Kosten aufkommt. Die Situation ist klar geregelt: „Wenn die Schüssel vom Balkon fällt, weil der Mieter sie unfachmännisch angebracht hat, haftet der Mieter“, erklärt Franz. Wenn allerdings der Vermieter die Installation übernommen hat, haftet er.

Satellitenschüssel montieren – welche Möglichkeiten gibt es?

Vor dem Montieren der Satellitenschüssel sollte man sich die grobe Ausrichtung überlegen. Die Schüssel sollte „freie Sicht“ haben, damit der Empfang nicht durch Hindernisse wie Bäume oder andere Häuser gestört wird. Generell sollte die Schüssel Richtung Süden oder Südosten zeigen. Zudem sollte die Schüssel gut zugänglich sein, da immer wieder mal Wartungsarbeiten anfallen können.

Generell gibt es vier verschiedene Möglichkeiten für die Montage der SAT-Schüssel, die anschließend genauer erklärt werden:

  1. Balkon
  2. Hauswand
  3. Hausdach
  4. Garten

1. Satellitenschüssel auf dem Balkon montieren

Die Montage auf dem Balkon beziehungsweise am Balkongeländer bietet sich vor allem auch für Mieter an, da dabei keine Bohrungen in die Außenwand notwendig sind. Allerdings braucht man eine spezielle Geländerhalterung, die sicher montiert werden sollte – und auch das Koaxialkabel muss in einem geeigneten Kanal nach innen geführt werden. Möchte man kein Loch durch die Hauswand bohren, was man als Mieter sowieso nicht darf, gibt es dafür auch spezielle Fensterdurchführungen.

Tipp: Mieter sollten dennoch vorab mit dem Vermieter sprechen, da die Schüssel die Optik des Hauses beeinträchtigen könnte. Eine Alternative könnte eine Flachantenne sein, die weniger auffällig ist.

  • Vorteile: Einfache Montage, leicht zugänglich, Schutz vor Wind und Wetter
  • Nachteile: Optik könnte stören, Kabelführung nach innen (Hauswandbohrung)

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2. Satellitenschüssel an der Hauswand montieren

Die Montage an der Hauswand ist eine beliebte Möglichkeit, allerdings sollte man sich vorab die Ausrichtung überlegen. In der Regel bietet sich in Deutschland dafür die Südwand an, vorausgesetzt, es befinden sich keine Hindernisse wie Bäume oder andere Häuser in unmittelbarer Nähe. Ansonsten sollte man auf das Hausdach ausweichen.

Für die Montage einer SAT-Schüssel an der Hauswand gibt es spezielle Wandhalterungen. Hier sollte man jedoch unbedingt auf die eigene Sicherheit achten, da man in der Regel von der Leiter aus arbeitet. Zudem braucht man einen eigenen Blitzableiter für die Schüssel, wenn diese unter dem Hausdach befestigt ist. Im Zweifel lieber einen Profi damit beauftragen!

  • Vorteile: Befestigung via Wandhalterung, relativ gute Erreichbarkeit über Leiter, einfaches Ausrichten
  • Nachteile: Kabelverlegung eher kompliziert (evtl. Kernbohrung nötig), Optik könnte stören
Eine Satellitenschüssel ist an einer Hauswand montiert
Auch an der Hauswand kann man die Satellitenschüssel mit speziellen Wandhalterungen befestigenFoto: Getty Images

3. Satellitenschüssel auf dem Hausdach montieren

Das Hausdach bietet sich in den meisten Fällen als Montageort für die SAT-Schüssel an, da dort die „freie Sicht“ und Ausrichtung auf den Satelliten meistens ohne Probleme möglich ist. Allerdings gilt auch hier: Die eigene Sicherheit ist das oberste Gebot. Für diesen Fall gibt es spezielle Dachsparrenhalterungen, die eine lange und stabile Befestigung garantieren.

Hinweis: Bei dieser Art der Befestigung ist ein Blitzschutz erforderlich. Deshalb sollte man in diesem Fall die Montage an einen Experten abgeben.

  • Vorteile: Gute Ausrichtung möglich, keine störende Optik
  • Nachteile: Komplizierte Befestigung, direkte Anfälligkeit für Wind und Wetter, Blitzschutz nötig, Montage nicht ungefährlich

4. Satellitenschüssel freistehend im Garten oder auf der Terrasse aufstellen

Gartenbesitzer können die Satellitenschüssel auch im Garten oder auf der Terrasse platzieren. Dafür gibt es spezielle Antennenständer, die je nach Bauart ein betoniertes Fundament erfordern. Der Blitzschutz spielt auch bei freistehenden Schüsseln und Antennen eine Rolle, weshalb es sich lohnen kann, dafür eine Spezialfirma zu kontaktieren.

  • Vorteile: Leichter Zugang, einfache Montage
  • Nachteile: Optik könnte stören, Verbindung könnte durch Bäume gestört werden, Kabel muss durch Erde verlegt werden

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Was kostet es, einen Profi zu beauftragen?

Bohren in die Hauswand, Kabelverlegung und Blitzschutz – bei Arbeiten dieser Art lohnt es sich, eine Spezialfirma für die Montage zu beauftragen. Schließlich steht die eigene Sicherheit vor allem bei Tätigkeiten an der Hauswand oder auf dem Dach an erster Stelle. In der Regel rufen die Unternehmen rund 50 bis 60 Euro pro Stunde ab, die Komplett-Installation mit Ausrichtung kann sich je nach Stundenzahl auf 400 bis 700 Euro belaufen. Zusätzlich kommen dazu noch die Materialkosten für Schüssel, Halterung, Kabel und Receiver, die je nach Preiskategorie auch einige Hundert Euro betragen können.

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