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Ausrichtung, Genehmigung, Kosten

Was man bei einem Balkonanbau beachten muss

Balkon
Ein Balkon erweitert die Wohnfläche und schafft ein gutes WohngefühlFoto: Getty Images

Sie wünschen sich schon lange einen Balkon und haben den Entschluss gefasst, ihren Traum zu verwirklichen? Aber was sind die nächsten Schritte? Viele Fragen – wir haben die Antworten.

Ein Balkonanbau ist zweifellos eine gute Entscheidung und bringt eine Menge Vorteile. Dieses Unterfangen sollte jedoch vorher gut geplant werden. Denn die individuelle Einbausituation und den Arbeitsaufwand darf man dabei nicht unterschätzen.

Welche Schritte sind für den Balkonanbau notwendig?

Sie haben sich für einen Balkonanbau entschieden und wollen das Bauvorhaben zeitnah realisieren, sind sich aber noch nicht sicher, welche Schritte dafür notwendig sind? Sicherlich haben Sie sich die Situation schon etliche Male vorgestellt und eine Vorauswahl getroffen, an welcher Stelle man den Balkon anbringen möchte. Das ist schon einmal eine gute Grundlage. Denn die Lage des Balkons ist entscheidend, um weitere Schritte zu veranlassen.

Zunächst sollte man jedoch die Baugenehmigung für den Balkon in Angriff nehmen. Bei einem nachträglichen Balkonanbau ist ein Architekt oder ein entsprechender Fachmann der beste Ansprechpartner.

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Ist eine Baugenehmigung notwendig?

An einer Baugenehmigung kommt man bei einem Balkonanbau nicht vorbei. Obwohl der Balkon als untergeordnetes Bauteil gelistet ist, gibt es oft Missverständnisse. Denn bei einem Balkon spielen die Abstandsflächen keine Rolle.

Ein Bauantrag für den neuen Balkon ist jedoch relativ unkompliziert. Eine Unterstützung durch einen Fachmann ist jedoch unumgänglich. Oft bieten Fachunternehmen und Spezialisten für Balkonbau einen kompletten Service an, der oft auch das Einholen der Baugenehmigung inkludiert.

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Ausrichtung des Balkons wählen

Die Ausrichtung des Balkons ist entscheidend, die Sonneneinstrahlung spielt dabei eine wichtige Rolle. Da Balkone nicht nur in den oberen Etagen ihren Platz finden, sondern auch oft bei einem erhöhten Erdgeschoss oder einem Haus in Hanglage zu sehen sind, ist es durchaus möglich, eine Erweiterung der Wohnfläche unter freiem Himmel in Küche, Esszimmer oder Wohnzimmer zu planen.

Das hat gewisse Vorteile. Vor allem, wenn die Ausrichtung der Küche auf der Ost- und Südostseite ist. Denn auf einem Ostbalkon kann man bekanntlich von der Morgensonne profitieren, sprich draußen frühstücken. Diese Ausrichtung sorgt aber auch für eine notwendige Abkühlung an heißen Sommertagen in den Abendstunden. Ob Nord, Ost, Süd, West – jede Ausrichtung hat seine Vor- und Nachteile. Wenn man sich jedoch ausgiebig damit befasst, kann man schneller entscheiden, was letztendlich besser geeignet ist.

Bei einem Balkonanbau in den oberen Geschossen sollte man darauf achten, dass darunterliegende Räume an Helligkeit verlieren können. Indem man geeignete Materialien wie eine filigrane Brüstung oder einen lichtdurchlässigen Balkonboden verwendet, kann man dem vorbeugen. Das Aussehen des Balkons ist natürlich auch entscheidend – und sollte mit dem Design des Hauses abgeglichen werden.

Welche Einbausituation eignet sich für einen Anbaubalkon?

Soll der Balkon freihängend oder auf Stützen stehen? Wir stellen zwei Anbaumöglichkeiten vor:

  1. Anbaubalkon mit Stützen
  2. Anbaubalkon freitragend

1. Anbaubalkon mit Stützen

Auf Stützen montierte Balkone tragen ihre Last meist von selbst. Auch da ist zu unterscheiden zwischen einem Balkon mit zwei Stützen oder vier Stützen. Bei einem Balkon mit vier Stützen spricht man auch von einem selbsttragenden Vorstellbalkon. Wie der Name schon vermuten lässt, kann diese Konstruktion ungestützt mit wenigen Verankerungspunkten an der Fassade angebracht werden. Zudem ist der Lasteintrag am Haus deutlich geringer. Die Statik muss vorher nicht geprüft werden.

Der teilselbsttragende Vorstellbalkon wird von zwei Stützen getragen und ist fest am Haus verankert. Bei dieser Variante ist eine Statikprüfung notwendig. Der Anbau ist meist anspruchsvoller als bei einem Balkon mit vier Stützen.

Hinweis: Anbaubalkone mit Stützen stehen auf Betonfundamenten. Oft auch auf einer darunter liegenden Terrasse.

2. Anbaubalkon freitragend

Freihängende Balkone, auch als Kragarmbalkon bekannt, sind aufwendiger in der Montage und brauchen eine entsprechende Vorrichtung zur Lastabtragung. Bei einem freihängenden Balkon muss zudem die Statik geprüft werden. Erst nach der Statikprüfung kann man über die Größe des Balkons entscheiden.

Vorgaben für das Balkongeländer

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Balkonbrüstung zu installieren. Grundsätzlich gilt: Man kann das Balkongeländer auf, an oder unter der Balkonplatte befestigen. An der Hauswand sollte man das Geländer jedoch nicht montieren, da dadurch Spannungen und Risse im Mauerwerk entstehen können.

Das Balkongeländer gilt nicht nur als Zierde, sondern dient in erster Linie der Sicherheit. Um eine Absturzsicherheit gewährleisten zu können, sollte man sich an die vorgeschriebenen Richtlinien halten. Das Geländer sollte 90 Zentimeter bei einer Absturzhöhe ab einem Meter betragen. Ab einer Absturzhöhe von 12 Metern sollte die Brüstung 1,10 Meter hoch sein.

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Was kostet ein nachträglicher Balkonanbau?

Die Kosten erhöhen sich je nach Aufwand und gewählten Materialien.

  • Am günstigsten ist ein selbsttragender Vorstellbalkon, denn diesen muss nicht in einem aufwendigen Verfahren anbringen.
  • Freitragende Anbaumodelle sind kostenintensiver, denn diese sind mit Wandhalterungen zu verankern.
  • Der freihängende Kragarm-Balkon ist definitiv der teuerste, denn neben der Statikprüfung muss das Gewicht alleine vom Haus getragen werden.
  • Bei einem Anbaubalkon mit Stützen kann man mit einem Materialwert von 3500 bis 4500 Euro rechnen. Bei einem freihängenden Balkon muss man in etwa mindestens 5000 Euro aufbringen.

Kosten für das Balkongeländer

Zusätzlich darf man die Kosten für die Brüstung nicht vergessen: Die Kosten werden per Meter abgerechnet. Hier gilt auch: Umso wertiger das Material ist, desto höher fallen die Kosten aus. Die Kosten für ein hochwertiges Glasgeländer inkl. Kaschierung belaufen sich in etwa ab 640 Euro pro laufenden Meter. Ein einfaches Edelstahlgeländer bekommt man schon ab 148 Euro pro laufenden Meter.

Handwerkerkosten für den Balkonanbau

Oft sind die Kosten für einen nachträglichen Balkonanbau höher. Die Montagekosten bei einem Balkonanbau liegen zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Der Anbau wird oft von Trockenbaubetrieben durchgeführt. In der Regel ist ein Balkonanbau teurer, wenn er von einem Meisterbetrieb veranlasst wird.

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