7. Oktober 2026, 6:47 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Eine gute Akustik in Zimmern ist für das Wohlbefinden das A und O. Leider merkt man das oft erst, wenn das Gemüt darunter leidet und die Gespräche plötzlich anstrengend werden. Im Homeoffice etwa, wenn sich der Raum hallig anhört und die eigene Stimme im Videocall blechern klingt. Oder im Wohnzimmer, wenn man sich beim Sprechen kaum noch versteht, während der Fernseher läuft. Solche Momente ermüden auf Dauer die Ohren und nehmen den eigenen vier Wänden ihre Ruhe.
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Architektur und Raumgröße können Hall verstärken
Auch wenn man es nicht gleich vermutet, kann die Architektur der Wohnung einen großen Einfluss auf den Klang zu Hause haben. Genauer genommen sind es die Flächen, die in jedem Zimmer wohnen: Wände, Böden, Decken und Fenster. Aber auch die Raumgröße kann die Akustik verändern.
In kleinen Räumen wie etwa in einem Badezimmer oder in einer schmalen Abstellkammer muss der Schall bis zur nächsten Wand nicht weit wandern. Er kommt auch genauso schnell wieder zurück. Dabei handelt es sich meistens nur um Millisekunden. Oft wird dies als laut oder unangenehm wahrgenommen, auch wenn objektiv gar nicht mehr Hall entsteht.
In größeren Zimmern wie in einem offenen Loft, einer großzügigen Wohnküche oder einem Wohnzimmer mit hohen Altbau-Decken legt der Schall längere Strecken zurück, bevor er auf eine Fläche trifft. Es kann dann zwar mehr Echo entstehen, aber der Klang verteilt sich breiter und wirkt daher insgesamt ruhiger.
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Einfluss von Böden auf die Raumakustik
Auch Böden haben großen Einfluss auf die Raumakustik. Fliesen, Parkett, Laminat und Steinböden reflektieren den Schall stark und sorgen für unangenehmen Hall im Zimmer. Gleichzeitig verstärken sie den Trittschall, den man beim Gehen hört. Um den Lärm in den darunterliegenden Räumen zu mindern, verlegt man unter harten Böden oft eine Trittschalldämmung. Für eine bessere Akustik im Raum selbst sorgen dagegen weiche Oberflächen wie Teppiche.
Böden, die dämpfen, absorbieren den Schall und sind bei Räumen mit schlechter Akustik ein Muss. Teppichböden und ähnliche Bodenbeläge gelten laut einer Fraunhofer-Studie als poröse Schallabsorber, die durch ihre offene und luftdurchlässige Beschaffenheit die Schallwellen schlucken und nicht zurückwerfen. Bei Kork ist es ähnlich, da seine Oberfläche ebenfalls offenporig ist.
Harte Oberflächen werfen Schall zurück
Bei Wänden, vor allem bei harten Wänden, nimmt man den Hall fast genauso wahr wie bei harten Böden. Sie werfen den Schall genauso schnell zurück und schlucken ihn nicht. Bei einer Betonwand oder einer gekachelten Fläche liegt der Schallschluckgrad praktisch bei null. Betroffen sind deshalb oft Bäder, Küchen und Flure mit gefliesten Wänden, aber auch Wohnräume mit großen Glasflächen, Fensterfronten oder glatt gestrichenen Wänden. Der Schall prallt an diesen Flächen buchstäblich ab, statt absorbiert zu werden, und verstärkt so den Nachhall, der ohnehin schon vom Boden kommt.
Wenn man bemerkt, dass man eine ähnliche Situation zu Hause hat, muss man deswegen aber nicht gleich den Kopf hängen lassen oder mit großen Umbaumaßnahmen beginnen. Mit ein paar kleinen Tricks kann man sich das Zuhause nicht nur wohnlicher einrichten, sondern auch die Akustik spürbar verbessern.
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Tipps für ein ruhigeres Wohnen
Oft reichen schon sehr einfache Lösungen aus, um dem eigenen Zuhause akustisch auf die Sprünge zu helfen. Bodenlange Vorhänge zum Beispiel wirken Wunder: Sie schlucken den Schall ganz nebenbei und machen den Raum sofort gemütlicher. Auch Pflanzen sind großartige Helfer. Sie dienen als natürliche Schallschlucker, mindern Störgeräusche und bringen Leben in die Wohnung. Für Leseratten sind volle Bücherregale ideal: Die unterschiedlichen Buchgrößen brechen den Schall auf und verhindern harte Echos. Man sagt sogar, dass jedes einzelne Buch zu einem ruhigeren Zuhause beitragen kann.
In einem Schlafzimmer mit Holzboden können offene Kleiderschränke und bodenlange Vorhänge Schall absorbieren. Auch Polstermöbel wie Boxspringbetten können Lärm mindern. Ähnlich wie ein offener Kleiderschrank wirkt auch eine Garderobe im Gang, in der Jacken oder Mäntel hängen. Und selbst ein einfacher Teppich im Flur, etwa Sisal, kann helfen. Natürlich kann man auch Akustikpaneele verwenden.
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Kleine Möbel für bessere Akustik in Zimmern
Neben den bereits genannten Möbeln gibt es noch eine ganze Reihe kleinerer Stücke, die ebenfalls dabei helfen können, den Hall im Raum zu mindern, ohne dass man dafür gleich das ganze Zimmer neu gestalten muss. Gepolsterte Hocker zum Beispiel, die inzwischen sogar speziell für die Raumakustik entwickelt werden, können den Schall auffangen. Sie wirken dabei kaum größer als ein normales Sitzmöbel und lassen sich unauffällig in fast jede Einrichtung integrieren. Auch offene Regale, die mit Dekoration oder Pflanzen gefüllt sind, können durch ihre unregelmäßige Oberfläche den Schall streuen, statt ihn einfach nur zurückzuwerfen, und bieten dabei ganz nebenbei noch zusätzlichen Stauraum.
Selbst Wanddekorationen können eine kleine Rolle spielen, denn kahle Wände werfen den Schall besonders stark zurück. Bilder mit Holzrahmen helfen besser, den Schall zu schlucken, als etwa Bilder mit Glasrahmen. Und wer noch mehr tun möchte, kann sich größere Zimmerpflanzen kaufen, die bekanntlich durch die Blätter den Schall brechen. Wenn man sie dann bewusst in die Ecken eines Raumes stellt, können sie sogar helfen, störende stehende Wellen zu reduzieren.