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MÖBEL, SYSTEM, ORDNUNG

Tipps, um das Ankleidezimmer richtig einzurichten

Ankleidezimmer einrichten
Ein Ankleidezimmer bedeutet immer einen besonderen Komfort. Dafür ist jedoch eine durchdachte Planung mit smarten Lösungen wichtig. Foto: Getty Images

Ein Ankleidezimmer zu besitzen ist die eine Sache, es nach Funktion, Style und Komfort passend einzurichten die andere. Wie das gelingt, erklärt myHOMEBOOK-Redakteurin und Interior Desingerin Odett Schumann.

Der Traum vom eigenen, begehbaren Kleiderschrank ist häufig groß, die Realisierung jedoch nicht ganz einfach. Der Schwierigkeitsgrad von Konzept und Einrichtung ähnelt dem einer Küchenplanung stark. Für eine optimale und effiziente Ausnutzung des Raums braucht es ein durchdachtes Konzept mit zahlreichen smarten Lösungen. Was es zu beachten gilt und wie Sie das Ankleidezimmer richtig einrichten, erfahren Sie hier.

Welche Art Ankleidezimmer darf es sein?

Bevor es an das Einrichten des Ankleidezimmers geht, stellt sich zunächst die Frage, welche Art von Ankleidezimmer es sein soll. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die aber natürlich auch an vorhandene bauliche Gegebenheiten geknüpft sind.

Das Ankleidezimmer als Teil des Schlafzimmers

Bei dieser Form des Ankleidezimmers handelt es sich um eine offene Lösung, die sich oft an das Schlafzimmer angliedert. Die Gestaltung kann verschiedenartig sein: Entweder wird mit der Rückseite des Kleiderschranks eine Trennwand imitiert und damit eine Art eigener Raum, also eine sogenannte Raum-in-Raum-Lösung, geschaffen. Alternativ kann die Abtrennung auch über einen Paravent, üppige Pflanzen oder ein anderes großes Möbelstück erfolgen.

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Oder aber der Ankleidebereich ist etwa im 50-50-Verhältnis im Schlafzimmer integriert – vorausgesetzt, dieses verfügt über eine entsprechende Größe. Hierbei findet keine optische Trennung durch Möbel oder andere Elemente statt. Der Raum ist überwiegend offen gehalten und verfügt über einen fließenden Übergang zwischen Schlaf- und Ankleidebereich.   

Art des Ankleidezimmers
Eher eine offene oder eine geschlossene Lösung? Oder doch lieber ein Kompromiss aus beidem? Diese Fragen sollten, wenn möglich, zu Beginn der Planung geklärt werden.Foto: Getty Images

Das Ankleidezimmer als separater Raum

In diesem Fall ist das Ankleidezimmer im wirklichen Sinne ein eigenes, durch eine Tür abgetrenntes Zimmer. Entsprechend widmet sich der Anspruch in puncto Einrichtung und Ausgestaltung komplett dem gesamten persönlichen Modebestand und anderen Utensilien. Schränke, Lichtsetzung und die Stellung des Spiegels richten sich komplett an den eigenen, individuellen Bedürfnisse aus – andere Funktionen und Möbel müssen Sie dabei nicht berücksichtigen.  

Das Ankleidezimmer als flexible Lösung

Diese Lösung ist ein Kompromiss aus den beiden anderen Lösungen. Je nachdem wie es die räumlichen Gegebenheiten zulassen, wird im Schlafzimmer eine oder zwei Schiebetüren integriert. So ist die Möglichkeit gegeben, das Ankleidezimmer bei Bedarf geschlossen oder offen zu halten. Herrscht viel Chaos und Besuch steht ins Haus, lässt sich der Anblick so schnell verbergen. Damit der gesamte Raum größer und einladender wirkt, lassen sich die Türen einfach beiseite schieben.

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Aller Anfang ist aufwendig

Will man sein Ankleidezimmer richtig und vor allem effizient einrichten, sollte man vor der Einrichtung eine Bestandsaufnahme durchführen. Teilen Sie Ihre modischen Besitztümer wie folgt ein: ein Haufen für die Kleidung, die noch getragen wird, einer für Klamotten, die gänzlich ungenutzt sind und ein Haufen für Kleiderstücke oder Utensilien, die zwar benötigt werden, aber nur selten zum Einsatz kommen.

Der Haufen mit den ungenutzten Dingen wandert direkt in die Altkleidersammlung oder wird anderweitig entsorgt oder verschenkt. Fällt das allerdings schwer, braucht es hier eine zeitliche Frist. Bleiben diese Dinge im nächsten Jahr noch immer ungenutzt, ist es an der Zeit, sich endgültig von Ihnen zu trennen. Von jetzt an gilt der Fokus den anderen beiden Haufen. Stellt sich am Ende heraus, dass die Klamottenschar nach wie vor die Kapazität des Kleiderschranks deutlich übersteigt, dann hilft nur noch das Auslagern auf den Dachboden oder in den Keller.  

Es kommt auf die richtige Ein- und Aufteilung an

Für eine gelungene Einrichtung des Ankleidezimmers greift das Supermarkt-Prinzip. Das bedeutet, dass alle Klamotten und Dinge, die regelmäßig in Gebrauch sind, sich in greif- und sichtbarer Nähe befinden sollten – das ist etwa Bauch- und Brusthöhe. All das, was weniger relevant für den täglichen Gebrauch ist wie beispielsweise Accessoires, ist in den oberen oder unteren Fächern gut verstaut. Und für eine bessere Übersicht empfiehlt es sich, diese Dinge in kleinen Körben oder Boxen nochmals zu unterteilen. Hüte, Mützen, Handschuhe, Schals und Tücher können in einen Korb, Gürtel und Taschen in eine andere Box. Bei sensiblen Dingen wie zum Beispiel Unterwäsche lohnt sich allein aus Gründen der Hygiene eine separate und verschlossene Aufbewahrung.    

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Ankleidezimmer einrichten – sortieren bringt Übersicht

Ordnung nach Regenbogenprinzip
Kleider, Hemden und Jackets nach den Farben des Regenbogens zu sortieren, ist nicht nur schön anzusehen, das Lieblingskleid in Grün findet sich so auch schneller wiederFoto: Getty Images

Besonders bei einem größeren oder einem partnerschaftlich geteilten Kleiderschrank ist es ratsam sich beim Einrichten des Ankleidezimmers einige Ordnungsmethoden anzueignen. So lässt sich besser eine gewisse Übersicht bewahren und Dinge finden sich entsprechend schneller.

Vor allem bei Klamotten, die auf der Kleiderstange hängen, verhilft das Regenbogenprinzip zu deutlich mehr Übersicht. Von einem Ende zum anderen sortiert nach den Farben des Regenbogens, findet sich das rote Kleid deutlich leichter (wieder). Alternativ kann auch nach Länge geordnet werden: Mini-Röcke am einen Ende und das lange Ballkleid am anderen. Gibt es deutlich mehr Fächer als Platz auf der Kleiderstange ist, kann es hier pro Klamotten-Kategorie ein individuelles, einzelnes Fach (z.B. das Hosenfach) geben.

Beim einrichten des Ankleidezimmers smarte Lösungen nutzen 

Auch wenn smarte Lösungen bei der Einrichtung im Ankleidezimmer bedeuten, etwas tiefer in den Geldbeutel zu greifen, so ist es doch meist eine lohnende Investition. So zum Beispiel der Kleiderlift, der vor allem kleinen Personen oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen das Hervorholen des Lieblingsteils wesentlich erleichtert. Außerdem macht es diese intelligente Lösung möglich – bei entsprechend gegebener Raumhöhe – auch zwei Kleiderstangen übereinander zu integrieren.   

Wenn man das Ankleidezimmer clever einrichten und den Stauraum sinnvoll nutzen will, sind Ablageböden für Schuhe, Halterungen für Tücher und Taschen, Hosenhalter oder ausziehbare Tablare für Krawatten und Manschettenknöpfe sehr sinnvoll. Insbesondere bei letzteren Utensilien machen sich Trennsysteme positiv bemerkbar.

Ebenfalls sehr effektiv und sinnvoll erweist sich beim Einrichten eines Ankleidezimmers die Innenbeleuchtung eines Schranks. Wo die Deckenleuchte im Raum nicht hinkommt, bildet die Schrankbeleuchtung die ideale Ergänzung und verschafft Einblicke bis in den hintersten Winkel des Schranks.

Dank moderner LED-Beleuchtung, die keine Wärme erzeugt und sich damit über die Jahre mehr als etabliert hat, braucht man so auch keine Angst vor einer möglichen Brandentwicklung haben. Die Bandbreite an LED-Leuchten ist dabei äußerst vielfältig: Von einzelnen Spots, die an der Schrankdecke integriert werden über Lichtleisten, die sich beispielsweise in der Kleiderstange oder an den Seitenwänden befinden.  

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Ankleidezimmer einrichten – zusätzliche Möbel und Accessoires für mehr Ambiente

Wenn noch Platz im Ankleidezimmer ist oder dieses nicht nur aus großen Kleiderschränken bestehen soll, sind Sideboards und Kommoden willkommene Alternativen, die nicht nur über reichlich Stauraum verfügen, sondern auch für einen wohnlicheren Look sorgen. Möbel wie diese sind ein guter Ort um Unterwäsche, Socken oder auch Accessoires aufzubewahren. Und praktisch auch, dass sensible Wäsche in geschlossenen Lösungen auch noch vor Staub und Schmutz geschützt wird.

Zusätzliche Möbel im Ankleidezimmer
Wer es eher luftig und lässig im Ankleidezimmer mag, muss nicht immer nur zu großen Kleiderschränken greifen. Möbel und Accessoires wie Sitzbänke, Kommoden oder Wandhaken sorgen für noch mehr Wohlgefühl in diesem Raum.Foto: Getty Images

Allein aus hygienischen Gründen ist ein separater Schrank für Schuhe eine ratsame Lösung. Zugunsten einer besseren Übersicht kann dies aber auch ein offenes Modell wie ein Hochregal sein. Doch Achtung – bei zu vielen offenen Lösungen im Raum hat das Ordnung-halten immer oberste Prämisse, andernfalls wird es hier schnell chaotisch und disharmonisch aussehen.

Eine Sitzgelegenheit wie eine Bank, ein Hocker oder ein Sessel sorgt per se für mehr Gemütlichkeit im Raum – so auch im Ankleidezimmer. Sie sind nützlich beim Anprobieren von Schuhen, können aber auch mal als Ablage dienen. Manche Modelle bieten sogar Extra-Stauraum. Auch kann eine Sitzgelegenheit gelegentlich der optimale Rückzugsort im eigenen Zuhause sein. Für einen besonders lässigen Look sorgt dann ein Bodenkissen, das in Kombination mit einem flauschigen, hochflorigen Teppich sehr viel Charme und Gemütlichkeit versprüht.

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Und so gelingt ein guter Look im Ankleidezimmer

Prinzipiell empfiehlt es sich, den Look eines Ankleidezimmers minimalistisch, hell und aufgeräumt zu halten. Denn grundsätzlich gibt es in diesem Raum eine Fülle an Dingen – und damit aus visueller Sicht sehr viel zu sehen. Und um so mehr offene Lösungen gewählt werden, desto mehr müssen Ordnung und Sauberkeit eingehalten werden. So empfiehlt es sich Linien, Formen und Perspektiven im Raum mehrfach aufzugreifen, denn nur so entsteht Harmonie und Ausgeglichenheit im Ankleidezimmer.

Außerdem sollte auch der Einsatz von zu viel Farbe und Muster vermieden werden. Idealerweise greifen alle Schränke die Wandfarbe auf, was in den meisten Fällen Weiß ist. Als hellste Farbe überhaupt verleiht sie einem meist eher beengten Raum etwas mehr Weite, aber auch Freundlichkeit.

Wand und Möbel gehen eine Symbiose ein, was abermals zu mehr Offenheit beiträgt. Und so wird auch den tendenziell – im Vergleich zur Wand – eher farbintensiveren Kleidungsstücken als auch Ihnen selbst mehr Aufmerksamkeit zuteil. Wem ausschließlich in Weiß gehaltene Möbel jedoch zu trist sind, für den empfehlen sich Umleimerkanten oder einzelne Fronten in Holzoptik. So werden stilvolle Akzente gesetzt. 

Um final für einen wohnlichen Look zu sorgen, sorgt eine kleine Auswahl an Accessoires für die nötige Würze: Gardinen am Fenster, ein bunter Strauß frischer Blumen auf dem Beistelltisch und ein paar Stimmungsleuchten im Raum verteilt. Und fertig ist der Look des Ankleidezimmers!