20. November 2025, 12:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
„Death Cleaning“ ist eine Aufräum-Methode aus Schweden. Das Ziel dabei: Alles, was man nicht wirklich benötigt, radikal auszusortieren. Interior-Designerin Odett Schumann erklärt, was hinter der Methode steckt.
Es hört sich kurios an, „Sterben“ und „Sauberkeit“ miteinander zu kombinieren. In Schweden schreckt man davor nicht zurück. „Döstädning”, auf Englisch „Death Cleaning“, ist eine Einrichtungsphilosophie und Aufräum-Methode, bei der man sich von Ballast befreit. Man kümmert sich um das Ausmisten der Wohnung also vor dem eigenen Ableben, damit sich die Hinterbliebenen nicht damit kümmern müssen.
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Übersicht
Die befreienden ersten Schritte bei „Death Cleaning“
Die Hinterbliebenen haben weniger Arbeit, man selbst soll sich aber auch glücklicher machen, da das Ausmisten eine Art Befreiung darstellt. So sieht es zumindest die Begründerin dieser Theorie, Margareta Magnusson. Die schwedische Autorin erklärt in ihrem Buch, wie man durch „Death Cleaning“ mehr Ordnung zu Hause schaffen kann. Dabei soll all das aus dem eigenen Hausstand fliegen, was nicht wirklich Freude im Leben bringt. Es braucht nur ein wenig Selbstdisziplin und schon kommen wir laut Magnusson zu wohltuendem Minimalismus in unserem Leben.
Natürlich ist der Bezug zum Tod ein wenig bizarr, macht aber deutlich, dass es notwendig ist, sich regelmäßig von Dingen zu trennen. Doch wie lässt sich nun vorgehen? Die Autorin rät hierbei, sich im ersten Schritt auf große Möbel zu konzentrieren. Sind alle davon in Benutzung? Braucht es diese wirklich im Haushalt? Außerdem gilt es, sich während der ersten Schritte mit den Dingen zu beschäftigen, die nur einen geringen bis gar keinen emotionalen Wert besitzen.
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Was tun mit persönlichen Dingen?
Abschließend sieht „Death Cleaning“ vor, sich mit den persönlichen, emotional aufgeladenen Habseligkeiten wie Erinnerungsstücken oder Geschenken von den Liebsten zu befassen. Sich von (derartigen) Dingen zu trennen, ist zugegeben nicht immer leicht. Daher empfiehlt die schwedische Autorin, nach einer Art Glücks-Barometer vorzugehen. Dafür muss jeder Gegenstand genau betrachtet und in gewisser Weise auch erspürt werden, ob er wirklich glücklich macht oder eher nicht.
Natürlich sollte hierbei der Gedanke an den eigenen Tod nicht zu präsent sein. Magnusson sieht zudem auch eine besondere „Gnadenfrist“ vor: Dinge, die uns heilig sind, auch wenn sie vielleicht keine echte Zweckmäßigkeit für uns haben, kommen in eine ganz persönliche Schatzkiste.
Und natürlich gibt es auch immer die Option des Verschenkens. Warum einen Gegenstand, der einem selbst keinen Nutzen und keine Freude mehr bereitet, nicht jemandem überlassen, der ihn mehr zu schätzen weiß? Denn einer anderen Person eine Freude zu bereiten, macht letztlich auch glücklich. Auch hierfür empfiehlt Magnusson, eine separate Kiste anzulegen.
„Death Cleaning“ mit Belohnung
Auch ein kleines Belohnungssystem sieht Magnusson für rigoroses Ausmisten wie bei „Death Cleaning“ vor. Gelegentlich dürfe man sich auch mal etwas Gutes tun – allerdings etwas Immaterielles wie der Besuch eines Konzerts oder ein Essen mit Freunden.
Und vergessen sollte man nicht: Je weniger Dinge sich in einem Raum befinden, desto besser sind diese auch sicht- und auffindbar und kommen sogar (noch) besser zur Geltung. Die Bühne gehört jetzt also Ihren Lieblingsgegenständen. Und so lässt sich mitunter auch ein ganz neues Interieur kreieren.