9. September 2026, 13:17 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Mit „Konstrunda“ verabschiedet sich Ikea ein Stück weit vom klassischen Einrichtungsstück und denkt Möbel und Accessoires als Kunstobjekte. Die neue Limited Collection bringt 22 expressive Entwürfe ins Zuhause – von skulpturalen Vasen über grafische Teppiche bis hin zu auffälligen Tischen. myHOMEBOOK hat sich die Kollektion genauer angesehen.
Ikea kann Billy, Kallax und Co., doch mit der neuen Konstrunda-Kollektion zeigt das schwedische Einrichtungshaus eine deutlich experimentellere Seite. Statt Möbel und Accessoires möglichst organisch in den Raum zu integrieren, dürfen die neuen Stücke selbst zum Mittelpunkt werden. Es geht um Formen, Materialien, Kontraste und vor allem um die Frage, wie viel Kunst eigentlich im Alltag stecken darf.
Der Name Konstrunda lässt sich sinngemäß als „Kunstrunde“ oder „Kunsttour“ verstehen. Das Konzept dahinter: Kunst soll nicht ausschließlich in Galerien stattfinden oder mit einem hohen Preis verbunden sein, sondern auch ganz selbstverständlich auf dem Couchtisch, neben dem Sofa oder auf dem Boden Platz finden. Ikea beschreibt die Leitidee der Kollektion mit den Begriffen „frei“, „fröhlich“ und „mutig“.
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22 Objekte zwischen Kunst und Einrichtung
Für Konstrunda hat Ikea sieben Kreative mit unterschiedlichen Hintergründen und Arbeitsweisen zusammengebracht. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die Ergebnisse aus: Edelstahl trifft auf Glas, grafische Muster auf organische Formen und kräftige Farben auf Schwarz-Weiß-Kontraste.
Insgesamt umfasst die Limited Collection 22 Stücke. Darunter finden sich Möbel, Teppiche, Kissenbezüge, Spiegel, Vasen und dekorative Objekte. Preislich bleibt Ikea seinem Anspruch treu, Design möglichst vielen zugänglich zu machen. Die kleineren Accessoires starten bei 14,99 Euro, während die größeren Möbelstücke bis zu 199 Euro kosten. Damit bleibt die komplette Kollektion unterhalb der 200-Euro-Marke.
Der chromfarbene Tisch als Highlight
Besonders auffällig ist der Konstrunda Beistelltisch. Das Modell wirkt weniger wie ein klassischer kleiner Beistelltisch und eher wie eine geometrische Skulptur. Das chromfarbene Stahlgestell bildet eine ungewöhnliche, fast grafische Konstruktion, darüber liegt eine transparente Glasplatte.
Mit 199 Euro gehört er zu den teuersten Stücken der Kollektion – gleichzeitig ist er eines der Objekte, bei denen besonders deutlich wird, was Konstrunda anders machen möchte. Der Tisch ist funktional, aber seine eigentliche Wirkung entsteht durch die Form. Er kann neben dem Sofa stehen, als Ablage dienen und trotzdem wie ein eigenständiges Designobjekt wirken.
Wer es etwas farbiger mag, bekommt das gleiche Modell auch mit einem blauen Gestell. Auch diese Variante kostet 199 Euro.
Der Teppich, der mehr kann als nur unter dem Sofa liegen
Ein weiteres Highlight stammt von Emanuele Stamuli: der schwarz-weiße Konstrunda Teppich. Mit seinen 80 × 160 Zentimetern ist er vergleichsweise kompakt und damit auch für kleinere Räume interessant. Sein grafisches Muster und die ungewöhnliche Form machen ihn bewusst zum Blickfang.
Statt sich dezent unter Möbeln zurückzuziehen, funktioniert der Teppich fast wie ein Bild auf dem Boden. Das Schwarz-Weiß-Schema macht ihn gleichzeitig erstaunlich vielseitig: In einem minimalistischen Interieur wirkt er grafisch und streng, in Kombination mit Holz oder kräftigen Farben entsteht dagegen ein deutlich verspielterer Look.
Auch beim Material setzt Ikea auf einen gewissen Qualitätsanspruch: Der Flor besteht aus 100 Prozent Wolle, das Grundgewebe aus Polyester, das zu mindestens 90 Prozent recycelt ist. Der Preis liegt bei 99 Euro.
Skulpturale Vasen
Wer sich langsam an den Kunst-Look herantasten möchte, dürfte bei den Vasen fündig werden. Besonders gelungen sind die schwarz-weißen Modelle von Emanuele Stamuli, die mit kontrastreichen Streifen arbeiten und dadurch fast wie kleine grafische Skulpturen wirken.
Die höhere Vase misst 29 Zentimeter und kostet 19,99 Euro, die kompaktere Variante mit 22 Zentimetern Höhe liegt bei 24,99 Euro. Beide bestehen aus Steingut und funktionieren laut Ikea nicht nur mit Blumen, sondern ebenso gut als eigenständige Objekte.
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Noch skulpturaler wird es mit der schwarzen, mundgeblasenen Glasvase von Lisa Reiser. Die organisch gewellte Form und die matte schwarze Oberfläche machen sie zu einem Objekt, das auch ganz ohne Blumen Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sie kostet 24,99 Euro.
Genau hier liegt vielleicht eine der interessantesten Ideen von Konstrunda: Eine Vase muss nicht mehr nur Gefäß sein. Sie darf selbst das Dekorationsobjekt sein.
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Kleine Kunst für kleines Geld
Auch bei den dekorativen Objekten setzt Ikea auf ungewöhnliche Silhouetten. Ein besonders schönes Beispiel ist die Edelstahldekoration von Andu Masebo. Die polierte, schalenartige Form reflektiert das Licht und funktioniert auf einem Sideboard, einem Stapel Bücher oder als Mittelpunkt eines Coffee Tables. Kostenpunkt: 24,99 Euro.
Eine weitere Dekoration aus silberfarbenem Material liegt bei 29,99 Euro und setzt ebenfalls auf gerundete Formen und reflektierende Oberflächen.
Damit zeigt sich auch die Preisspanne der Kollektion besonders gut: Wer nur einen kleinen Akzent setzen möchte, muss kein großes Budget einplanen. Gleichzeitig gibt es mit den Tischen und größeren Teppichen Stücke, die durchaus als Hauptdarsteller eines Raumes funktionieren können.
Die Kollektion ist weniger Möbelserie als persönliche Sammlung
Was die Kollektion interessant macht, ist nicht unbedingt ein einheitlicher „Konstrunda-Look“. Im Gegenteil: Die Stücke sind teilweise sehr unterschiedlich. Genau das scheint gewollt.
Ikea möchte mit Konstrunda dazu anregen, Kunst nicht nur anzuschauen, sondern mit ihr zu leben. Ein skulpturaler Tisch kann neben einer gestreiften Vase stehen, ein grafischer Teppich auf einem ansonsten ruhigen Boden liegen und ein einzelnes Objekt auf einem Regal die gleiche Funktion übernehmen wie ein Kunstwerk.
Das macht die Kollektion auch für Menschen interessant, die nicht gleich ihr gesamtes Zuhause im maximalistischen Stil einrichten möchten. Ein einziges außergewöhnliches Stück reicht bereits aus, um einem Raum einen neuen Charakter zu geben.