6. September 2025, 12:23 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Ein Zuhause spiegelt die Persönlichkeit wider und es ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlen sollte. Doch es gibt bestimmte Möbelstücke, die in der Wohnung einfach nichts zu suchen haben. Bei denen man bei der bloßen Vorstellung schon Gänsehaut bekommt. Interior-Expertin Daniela Matsuzaki verrät sieben No-Gos, die für Sie bei der Einrichtung nichts zu suchen haben.
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Übersicht
1. TV-Sessel mit Ausziehfunktion und Getränkehalter
Ein ausklappbarer Sessel mit Ausziehfunktion und Getränkehalter kann zwar praktisch sein, wenn man sich einen Film ansieht, jedoch rein ästhetisch gesehen verliert ein Wohnzimmer dadurch seinen Reiz. Sie wirken wuchtig und erinnern an Heimkino- oder Flugzeugsitze in der Business-Class. Außerdem passen sie oft nicht zum Rest der Einrichtung, weil sie den Raum dominieren, statt sich einzufügen. Für mich ein absolutes No-Go bei der Einrichtung. Dann lieber einen hochwertigen Loungesessel oder sogar einen klassischen Ohrensessel mit Hocker, der ähnlich bequem ist. Dazu passt auch oft ein kleiner Beistelltisch, der oft praktischer ist als ein integrierter Getränkehalter.
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2. Doppelbett mit zwei Matratzen
Ein Phänomen, das in deutschen Schlafzimmern leider oft verbreitet ist, ist das Doppelbett mit zwei einzelnen Matratzen. Praktisch, weil man seine eigene Härte und Höhe wählen kann. Aber dass dann meist unterschiedliche Höhen zu sehen sind und die berühmte „Besucherritze“ vorhanden ist, trägt einfach nicht zur Bequemlichkeit bei. Das ist ein No-Go! Auch rein optisch ist das keine Augenweide. Eine Ritze wirkt wie eine Trennung im Bett und raubt das Gefühl von Geborgenheit. Man fühlt sich irgendwie abgekapselt.
Ein großes Bett mit durchgehender Matratze ist tausendmal bequemer. Es sieht ruhiger aus und hat keinen Schlitz in der Mitte. Wenn es aber unbedingt zwei Matratzen sein müssen, kann ein bequemer Topper die Ritze eventuell verschwinden lassen – dann sollte es jedoch eine hochwertigere Auflage sein, die zugleich alles begradigen kann.
3. Runde Papierlampenschirme
Die weißen runden Papierlampenschirme, die es schon für wenige Euro gibt, waren eine Zeit lang fast überall zu finden. Ob im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer – man hatte das Gefühl, dass in jeder Wohnung mindestens einer hing. Doch wirklich wohnlich wirken sie nicht. Sie sehen unfertig aus, erinnern eher an WG-Zimmer oder Arztpraxen und schaffen keine stimmungsvolle Atmosphäre. Ihr diffuses, flaches Licht macht Räume blass statt behaglich. Deshalb gehört auch das für mich zu den No-Gos bei der Einrichtung. Besser wäre es, wenn man Leuchten aus Stoff, Rattan oder Glas für die Wohnung verwendet. Sie streuen das Licht weicher, wirken hochwertiger und sehen zudem gut aus.
4. Glas-Couchtische mit Ablagen und Neon-Beleuchtung
Kaum ein Möbelstück erinnert mehr an die 90er-Jahre als ein gläserner Couchtisch mit eingebauten Ablagen – manchmal sind sie sogar mit Neonröhren ausgestattet, was dann noch kitschiger aussehen kann. Früher fand man das praktisch – denn man konnte Zeitschriften, Fernbedienungen und Gläser ordentlich verstauen und gleichzeitig auch präsentieren. Heute kann ein Tisch dadurch überladen und unaufgeräumt wirken und an einen Wartebereich beim Friseur erinnern. Daher hat ein solches Möbelstück in meiner Wohnung nichts zu suchen und gehört leider auch zu den Einrichtungs-No-Gos.
Couchtische aus warmen Materialien wie Holz, Naturstein oder Keramik sind deutlich bessere Alternativen und machen das Wohnzimmer gemütlicher. Wenn man jedoch zusätzlich Stauraum benötigt, sollte man zu einem Tisch mit Schubladen greifen. Auch Körbe sind praktisch und haben zudem mehr Stil.
5. Eckbänke aus dunklem Holz und Blümchenmuster
Bei Eckbänken, vor allem den alten Modellen, denkt man sofort an alte Zeiten und vielleicht auch daran, wie ungemütlich sie waren. Jedoch hat man sie damals als praktische Lösung gesehen. Heute wirken die klassischen Eckbänke aber vor allem sperrig, unflexibel und altmodisch. Zudem muss der, der in der Ecke sitzt, jeden bitten aufzustehen – was nicht gerade komfortabel ist.
Mittlerweile gibt es attraktivere Sitzbänke für die Küche, die auch ohne Ecke auskommen. Man kann mit einer geraden Bank und Stühlen, die sich flexibel verstellen lassen alles auflockern und schöner kombinieren. Dazu kann man entweder einen runden oder ovalen Tisch verwenden, der sich schön einfügt und die Küche offen und freundlich hält. Es gibt zwar auch moderne Eckbank-Varianten, die von früher haben jedoch ihre Zeit hinter sich. Sollte man trotzdem ein Faible für diesen Küchenklassiker haben, wird man im Second-Hand-Bereich, auf Flohmärkten oder bei bestimmten Händlern noch etwas finden.
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6. Sperrige Sofas mit Ausziehfunktion
Sperrige Sofas mit Ausziehfunktion sehen hässlich aus und weisen nach kurzer Zeit tiefe Mulden auf. Egal, ob man auf dem Sofa sitzt oder auf der Ausziehfunktion nächtigt. Sie sind meist überdimensioniert, wirken schwerfällig und verlieren durch die Mechanik an Sitzkomfort. Der Ausziehmechanismus knarrt oft und lässt sich alleine meist nicht bedienen. Natürlich hat ein Sofa mit Ausziehfunktion seinen Reiz, da es sich bei Bedarf in ein Bett verwandelt, doch die Realität sieht anders aus.
Bei vielen dieser Sofas muss man tief in die Tasche greifen, um etwas Hochwertiges zu erhalten. Geht man Kompromisse ein, bekommt man ein unbequemes Sofa, bei dem der Bettkasten am Ende ein Stauraum wird. Mit einem solchen Sofa wird man meist nicht glücklich, da weder Bett noch Sofa überzeugen. Besser ist es, auf ein modulares Sofa mit Hockern oder ein hochwertiges Daybed umzusteigen. Wer wirklich eine Kombi-Variante sucht, sollte auf bessere Qualität setzen.
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7. Klappstühle am Esstisch
Klappstühle sind zwar praktisch und fast jeder hat einen im Keller, auf dem Balkon oder auf dem Dachboden stehen – falls mehrere Gäste kommen, als man Stühle hat. Für diesen Zweck sind sie völlig in Ordnung. Wenn man jedoch eine dauerhafte Lösung für den Esstisch sucht, sind diese jedoch richtige Stil-Killer. Denn sie wirken immer wie eine Notlösung und sind auch nicht besonders komfortabel.
Außerdem erscheint das Esszimmer dadurch ein wenig provisorisch zusammengestellt. Gerade dort, wo man sich eigentlich länger mit Familie oder Freunden aufhält, sollte es wohnlicher und einladender sein und nicht wie auf einem Campingplatz zugehen. Wenn man dieses No-Go verhindern möchte, kann man sie zwar in einer Wohnung als temporäre Lösung verwenden, als Dauerlösung hätten sie jedoch in meiner Wohnung nichts verloren. Bequeme, stabile Stühle, die optisch und ergonomisch zum Tisch passen, sind besser. Wer jedoch flexibel sein möchte, kann auch auf stapelbare Stühle zurückgreifen.
