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Wie man mit dem Konzept Longevity-Wohnen gesund alt werden kann

Longevity Wohnen
Offene und barrierefreie Wohnkonzepte gehören unter anderem zum Konzept des Longevity-Wohnens Foto: GettyImages/4595886
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21. Juni 2026, 12:47 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Unsere Gesellschaft altert. Doch im Vergleich zu früheren Generationen biegen Menschen auf die Zielgerade des Lebens heute deutlich gesünder ein. Viele möchten im Alter aktiv und selbstbestimmt leben. Genau hier setzt Longevity-Wohnen an. Was es mit dem Wohntrend auf sich hat und wie jeder sein Lebensumfeld etwas lebenswerter gestalten kann, beschreibt myHOMEBOOK in diesem Artikel.

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Erste Longevity-Wohnprojekte

Die Wissenschaft beschäftigt sich schon seit Längerem mit dem Begriff Longevity. Dabei geht es in erster Linie darum, wie sich das eigene Leben aktiv, bewusst, gesünder und selbstbestimmt sowie im Vollbesitz der körperlichen und geistigen Kräfte verlängern lässt.

Dieser Longevity-Trend erstreckt sich inzwischen auch auf den Wohnbereich. In Deutschland gibt es beispielsweise erste Longevity-Wohnprojekte. Eine davon betreibt die Vivir GmbH in Dresden. „Statt klassischer Senioren- oder Pflegeheime schaffen wir Mietwohnungen mit hoher Wohnqualität, ergänzt um Gemeinschaftsräume, Bewegungs- und Gesundheitsangebote sowie eine gute städtische Infrastruktur“, beschreibt Thomas Henke von Vivir die Anlage. „Unsere Vivienda-Wohnquartiere zeichnen sich durch eine barrierearme Ausstattung aus, verfügen über großzügige Gemeinschaftsräume als eine Art zweites Wohnzimmer für Sportkurse, Treffen, Veranstaltungen, gemeinsames Kochen, Feiern oder einfach ein spontanes Miteinander. Zudem gehören beispielsweise Physiotherapeuten, Yoga-Lehrer oder Heilpraktiker zum Angebot vor Ort.“

Während sich dieses Wohnmodell eher an eine Zielgruppe richtet, die finanziell besser aufgestellt ist, lässt sich Longevity auch in den eigenen vier Wänden umsetzen. In welchem Umfang, bleibt dennoch in erster Linie eine Kostenfrage.

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Wodurch zeichnet sich Longevity-Wohnen aus?

Beim Longevity-Wohnen rückt Prävention in allen Lebensbereichen in den Mittelpunkt. Präventiv wirkt ein Wohn- und Lebensumfeld, das unter anderem Bewegung, Entspannung und soziale Kontakte fördert.

Das Konzept lässt sich in fünf Abschnitte unterteilen. Diese verbessern wissenschaftlich belegt die Lebensqualität und lassen sich auch in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus umsetzen.

Gesundheitsfördernde Wohnraumgestaltung: Wer in seinen eigenen vier Wänden auf natürliche Materialien wie Holz, Leinen, Naturstein oder Ton setzt, reduziert Schadstoffe und schafft eine Verbindung zur Natur. Um die Feinstaubkonzentration zu reduzieren, hilft regelmäßiges Stoßlüften. Drei bis viermal am Tag für fünf bis zehn Minuten die Fenster öffnen, verbessert die Luftqualität in den Räumen erheblich. Für mehr Licht in der Wohnung sorgen große Fenster. Unterstützt durch helle Farben verbessern sich der Schlaf und die gesamte Stimmung. Gegen Lärmstress helfen Sitzmöbel, Teppiche und Vorhänge aus Naturfasern.

Barrierefreiheit & Sicherheit

Es klingt simpel, doch rutschfeste Böden, stufenlose Übergänge, Haltegriffe in Bad und Dusche sowie Geländer in Treppenbereichen reduzieren das Risiko eines schweren Unfalls im Haushalt. Stürze sind der häufigste Grund, warum Menschen ihr Leben im Alter nicht mehr selbstbestimmt gestalten können. Zahlreiche Smart-Home-Lösungen erleichtern den Alltag zudem. Mit Sprachassistenten wie Alexa, Google Home oder Siri lassen sich Licht, Heizung oder Rollläden per Smartphone bedienen. Der Einsatz intelligenter Beleuchtung mit Bewegungsmeldern reduziert das Risiko von schweren Stürzen im Dunkeln.

Bewegung und Aktivität im Alltag

Viele Menschen benötigen Anreize, um sich zu bewegen. Daher lohnt es sich, solche Anreize im eigenen Wohnraum zu schaffen. Dafür reicht es schon, kleine Trainingsgeräte, etwa ein Balance-Board oder Widerstandsbänder zum Training der Beine, im Blickfeld zu platzieren. Hochbeete oder Kräutergärten lassen sich auch noch von Menschen pflegen, wenn das Bücken schwerfällt. Der Körper dankt es durch die Ausschüttung von Glückshormonen wie Dopamin oder Serotonin. Zudem lohnt es sich, Freunde nicht nur online zu verwalten, sondern aktiv zu besuchen oder zu sich nach Hause einzuladen.

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Ernährung & Küche

Die Zubereitung von Speisen geht leichter von der Hand, wenn der Arbeitsbereich angenehm gestaltet ist. Dazu gehören ergonomische Arbeitshöhen von 85 bis 95 Zentimetern und ausziehbare Arbeitsplatten. Für eine schonende Zubereitung sorgen dann Dampfgarer, Luftfritteuse oder Slow Cooker. Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Fisch und Vollkornprodukten in Verbindung mit ausreichender Bewegung verbessert das körperliche Wohlbefinden.

Mentale Gesundheit & Soziales

Menschen benötigen beides: ein gesundes soziales Miteinander und Rückzugsorte. Ein solcher kann eine gemütliche Meditations- oder Leseecke sein, mit Kuschelteppich, weichen Kissen, gedämpftem Licht und ruhig gelegen. Warme Farben wie Beige oder Terrakotta wirken beruhigend. Blau- und Grüntöne fördern die Konzentration. Ausgiebig Raum für ein soziales Miteinander schaffen offene Grundrisse, beispielsweise eine offene Küche zum Wohnzimmer.

Für wen lohnt sich Longevity-Wohnen?

In welchem Umfang sich Longevity-Elemente im eigenen Alltag umsetzen lassen, hängt selbstverständlich nicht nur vom zur Verfügung stehenden Budget ab, sondern auch von der eigenen Wohnsituation. In einer Mietwohnung bieten sich weniger Möglichkeiten als in einem eigenen Haus. Deswegen lassen sich die Kosten solcher Maßnahmen auch nur schwer beziffern. Angefangen bei einigen hundert Euro bis zu mehreren 10.000 Euro reicht die Spanne. Für Renovierungen, die unter die Bereiche „Altersgerechtes Umbauen“ oder „Energieeffizientes Sanieren“ fallen, gibt es Fördergelder, beispielsweise von der KfW.

Auch wenn Longevity-Wohnen eher eine ältere Zielgruppe anspricht, sollten auch junge Menschen und Familien frühzeitig an das Alter denken. Was heute noch leicht fällt, kann morgen schon beschwerlich sein. Barrierefreiheit erleichtert den Alltag auch in jungen Jahren und senkt das Risiko von schweren Stürzen mit Knochenbrüchen und weiteren körperlichen Beeinträchtigungen.

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