11. September 2025, 9:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wenn es müffelt oder stinkt, dann sollen Produkte mit dem Namen Air Wick ganz schnell Abhilfe schaffen. Air Wick gilt bei vielen als Synonym für Lufterfrischer. Passend dazu ist auch der Name eine reine Markenhülle. Denn dahinter steckt ein völlig anderer Besitzer, wie myHOMEBOOK bei der Recherche für diesen Artikel herausgefunden hat.
Bis Mitte Juli 2025 gehörte Air Wick zum milliardenschweren britischen Konzern Reckitt. Der hat kürzlich 70 Prozent seiner Sparte „Essential Home“, zu der auch die Produkte der Marke Air Wick gehören, an den US-Finanzinvestor Advent International verkauft. Was das für den deutschen Air-Wick-Standort in Heidelberg bedeutet, dazu schweigt das Unternehmen.
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Air Wick startete in den USA
Das ursprüngliche Unternehmen Air Wick nahm im Jahr 1943 in den USA seine Tätigkeit auf. Die Firma spezialisierte sich auf sogenannte Raumduftprodukte. Damit wächst Air Wick rasant über die eigenen Landesgrenzen hinaus und expandiert in andere Regionen, unter anderem auch nach Europa. So gelangen Air Wick-Produkte in den frühen 1950er Jahren auch nach Deutschland. Das Unternehmen erarbeitet sich einen angesehenen Namen in der Welt der Lufterfrischer.
1974 übernimmt das Schweizer Pharmazie-Unternehmen Ciba-Geigy die Kontrolle über Air Wick. Da die Lufterfrischer sich aber nur schwer in dem pharmazeutischen Umfeld von Ciba-Geigy vermarkten lassen, landet Air Wick Ende 1984 bei Reckitt, der die Marke nun an Advent International veräußert hat.
Air Wick hat seine Produkte im Laufe der Jahrzehnte technisch immer weiter verfeinert. In den Anfängen vor über 80 Jahren setzte das Unternehmen auf Spraydosen, um frischen Duft in die gute Stube zu bringen. Da die Chemie hinter Duftsprays, die sogenannten Fluorchlorkohlenwasserstoffe oder FCKWs, mittlerweile als klimaschädlich eingestuft worden ist, hat Air Wick die Funktionsweise seiner Lufterfrischer umgestellt.
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Elektrische Stecker und Duftgels
Heute verbreiten sich die wohligen Aromen über elektrische Stecker oder Gels in der Wohnung. Dabei sorgt Wärme für die Verteilung der in den Produkten eingelagerten Duftstoffe.
Leider zeigte sich der deutsche Ableger von Air Wick auf Nachfrage von myHOMEBOOK nicht besonders auskunftsfreudig im Hinblick auf ihr eigenes Geschäft. Gerne hätten wir für diesen Artikel mehr über die Entwicklung im Bereich der Lufterfrischer erfahren. Doch leider gab es nur einen Verweis auf die Unternehmensgeschichte auf der Firmenwebseite.
Nach den dortigen Aussagen zählt die Marke Air Wick zu den führenden Anbietern im Bereich der elektrischen Duftstecker und automatischen Duftsprays. Die Sprühstöße aus nachfüllbaren Kartuschen erfolgen dabei zeitgesteuert und inzwischen nach einem umweltfreundlichen Verfahren. Allerdings basieren die meisten Produkte im Bereich der Lufterfrischer immer noch auf chemischen Grundstoffen oder synthetisch hergestellten Düften.
Achtung, Feinstaub
Bei den Inhaltsstoffen tauchen besonders häufig Namen wie Coumarin, Limonene oder Linalool auf. Diese sind für gesunde Menschen in den gesetzlich erlaubten Zugaben unbedenklich. Bei Menschen, die ohnehin bereits zu Allergien neigen, können die Stoffe zu Hautreizungen oder anderen allergischen Reaktionen führen.
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Zudem ergaben Untersuchungen der Luft in Räumen, in denen Lufterfrischer regelmäßig zum Einsatz gekommen sind, eine erhöhte Konzentration an Feinstaub. Die hohen Feinstaubwerte waren teilweise noch Stunden nach der Benutzung messbar. Somit verschlechtern Lufterfrischer die umgebende Atemluft zusätzlich, genauso wie bereits Drucker, Kaminöfen, Kerzenlicht, Kochen, Kopierer, Rauchen oder Staubsaugen. Die Folgen sind auf lange Sicht Atemwegsprobleme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Daher sollten Produkte zur Erfrischung der Raumluft nur wohldosiert zum Einsatz kommen. In den meisten Fällen reicht es, kräftig durchzulüften oder den guten alten Streichholztrick anzuwenden. Wenn es unangenehm müffelt, einfach ein oder zwei Streichhölzer entzünden. Der dadurch freigesetzte Schwefelgeruch überlagert andere Gerüche in Sekunden.