Ein leckeres Rührei am Morgen oder ein Ei als Backzutat für den nächsten Kuchen: Kaum ein Lebensmittel gehört so zum Alltag wie das gute alte Hühnerei. Doch so beliebt sie auch sind, wer hin und wieder eines aufschlägt, wird merken, dass sich manchmal ein brauner Fleck auf dem Eigelb zeigt. Ein Haushalts-Mythos besagt, dass dieser Punkt für ein befruchtetes Ei steht. Aber ist das wirklich so? myHOMEBOOK hat dazu mit einer Expertin gesprochen.
Tatsächlich ist dieser rot-braune Fleck auf dem Eigelb als sogenannter Hahnentritt bekannt. Lange hielt sich hartnäckig der Mythos, dass dieses Ei befruchtet wurde und man es durch diesen Punkt erkennen kann. Doch auch Manon Struck-Pacyna, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit vom Lebensmittelverband Deutschland e.V. sagt: „Nein, das ist tatsächlich ein Mythos. Ein kleiner brauner oder rötlicher Fleck im Ei ist kein Hinweis darauf, dass das Ei befruchtet wurde.“
Gibt es überhaupt befruchtete Eier im Supermarkt?
Grundsätzlich landen im Regal nur selten Eier, die auch tatsächlich befruchtet sind. Das liegt schon alleine daran, dass Hennen und Hähne in der Legehennenhaltung meist getrennt voneinander untergebracht sind und keine Befruchtung stattfinden kann. Eier aus der Freilandhaltung können jedoch durchaus befruchtet sein, wie eine Doku des SWR zeigt. Das liegt vor allem daran, dass dort Hennen und Hähne gemeinsam gehalten werden. Denn die Hähne sollen natürliche Feinde wie Hühnerhabichte fernhalten.
Aber wenn der Hahnentritt ein Mythos ist, was steckt dann hinter dem Punkt im Eigelb? „Bei einem solchen Fleck handelt es sich in der Regel um einen sogenannten Blut- oder Fleischfleck. Während der Eibildung kann beispielsweise ein kleines Blutgefäß reißen, sodass Blut in das Ei gelangt. Bei Fleischflecken können auch kleinste Gewebeteilchen aus dem Legedarm der Henne eingeschlossen werden.“ Beide Prozesse seien jedoch etwas ganz Normales. Für eine Befruchtung steht dieser Fleck jedoch nicht.
Sollte man ein Ei mit Blut- oder Fleischfleck entsorgen?
Nein, das ist nicht notwendig, so die Expertin. „Ein Ei muss allein wegen eines solchen Flecks nicht entsorgt werden. Der Blut- oder Fleischfleck ist kein Anzeichen für Verderb. Wen der Fleck optisch stört, der kann ihn einfach mit einem Löffel oder einer Messerspitze entfernen und das Ei anschließend wie gewohnt verwenden“, bemerkt Struck-Pacyna. Dennoch sollte man sich an gängige Hygiene-Regeln in Bezug auf Eier halten. Wenn diese beim Aufschlagen nicht gut riechen, sollten sie keinesfalls mehr verzehrt werden.
Weitere Anzeichen für ein verdorbenes Ei sind:
Eigelb ist nach dem Aufschlagen flach, anstatt gewölbt
Eiweiß verläuft wässrig
Übrigens: Legt man ein noch in der Schale befindliches, rohes Ei in ein Glas mit kaltem Wasser und es schwimmt oben, ist es verdorben. Und schüttelt man ein Ei und es ertönt ein wässriges Glucksen, gilt das auch als Anzeichen dafür, dass das Ei schon älter ist.
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