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Das ist der Unterschied zwischen Brownout und Blackout

Energiekrise

Brownout und Blackout – was ist der Unterschied?

Brownout
Ein Brownout ist anders als ein Blackout ein geplanter StromausfallFoto: Getty Images

Aufgrund der Energiekrise wird in letzter Zeit immer häufiger über mögliche Maßnahmen und Konsequenzen debattiert. Wie kann man verhindern, dass Energie immer knapper wird? In der Diskussion kommt unter anderem ein Begriff immer wieder zur Sprache: der sogenannte „Brownout“. Worum es sich dabei handelt und was der Unterschied zu einem Blackout ist.

Die Stromversorgung gilt in Deutschland als sehr sicher. Dennoch wird derzeit immer wieder darüber spekuliert, wie man Energie sparen und der Krise entgegenwirken kann. Dabei kommen verschiedene Maßnahmen zur Sprache. Eine davon wäre der sogenannte Brownout. Dabei handelt es sich um geplante Stromabschaltungen. Wie wahrscheinlich ein Brownout in Deutschland ist, wie lange dieser dauern würde und was der Unterschied zu einem Blackout ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Der Unterschied zwischen einem Brownout und einem Blackout

Der größte Unterschied zwischen einem Blackout und einem Brownout liegt vor allem in der Dramatik und der Brisanz. Denn während der Brownout kontrolliert ist, ist der Blackout unkontrolliert und unvorhersehbar. Die Unterschiede im Überblick:

Brownout

Bei einem Brownout handelt es sich um kontrollierte Stromabschaltungen. Dieser kann notwendig werden, wenn im Vergleich zur nachgefragten Menge zu wenig Strom produziert werden kann, heißt es auf der Website der Bundesnetzagentur. Dieser Fall kann etwa aufgrund eines Brennstoffmangels für Kraftwerke oder einer allgemein zu geringen Erzeugung eintreten, beispielsweise durch „Nichtverfügbarkeiten von Erzeugungsanlagen“, heißt es weiter. Dann wäre es notwendig, die Nachfrage so weit zu reduzieren, dass das Angebot die Nachfrage wieder vollständig decken kann.

Blackout

Beim Blackout handelt es sich dagegen um einen unkontrollierten, unvorhersehbaren und großflächigen Stromausfall. Dieser wird aber nicht durch eine Unterversorgung mit Energie ausgelöst. Die Ursachen dafür sind sehr unterschiedlich. „Es handelt sich um ein hochkomplexes Gesamtsystem, das durch technisches und menschliches Versagen und zunehmende Gefahren wie zum Beispiel Extremwetterereignisse, Sabotageakte oder Cyberangriffe gestört werden kann“, erklärt Kilian Hoffmeister vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gegenüber myHOMEBOOK.

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Das passiert bei einem Brownout

Ein Brownout wird dann ausgelöst, wenn die Nachfrage für Strom zu groß ist. Dann kommt es zu geplanten Stromabschaltungen. Laut der Bundesnetzagentur könnte ein mögliches Szenario für einen Brownout so aussehen: Bürger werden vorab informiert, dass bei ihnen die Stromversorgung unterbrochen wird. Dabei handelt es sich um einen festen Zeitraum. Außerdem würden nicht gleich alle Bürger davon betroffen sein. Geplante Stromabschaltungen würde es nur regional geben.

Bis Nachfrage und Angebot beim Strom wieder übereinstimmen, würde dieses System fortgesetzt. Das Ganze nennt sich „rollierende Abschaltung“, heißt nach und nach wären andere Haushalte betroffen, um für alle die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.

Wer als erstes von solch kontrollierten Stromabschaltungen betroffen sein könnte, ist übrigens nicht festgelegt. Anders als im Gasbereich gibt es bei der Stromversorgung keine geschützten Kunden oder andere Priorisierungen, heißt es von der Bundesnetzagentur.

Wie lange dauert ein Brownout?

Laut Bundesnetzagentur würde ein Brownout, wie auch sonst gelegentliche Stromausfälle, auf wenige Stunden begrenzt sein. Eine genaue Zahl wird nicht genannt, allerdings ist immer wieder die Rede von einer Dauer von maximal 90 Minuten.

Wie wahrscheinlich ist ein Brownout?

Von der Bundesnetzagentur und auch vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe heißt es, dass die Stromversorgung in Deutschland sehr sicher sei. Netzbetreiber würden über zahlreiche Mechanismen und Reserven zur Stabilisierung des Stromnetzes in angespannten Situationen verfügen. Zu einem Brownout würde es nur kommen, wenn alle anderen Maßnahmen bereits ausgeschöpft wurden.

„Die Bundesnetzagentur hält die Wahrscheinlichkeit für gering, dass erzwungene, großflächigere Lastreduktion im kommenden Winter erforderlich wird. Die Wahrscheinlichkeit wird umso geringer, je mehr in einer angespannten Netzsituation alle einen Spar-Beitrag leisten“, heißt es auf der Website der Bundesnetzagentur.

Diese Risiken bestehen bei lokalen Stromabschaltungen

Gibt es einen Stromausfall über einen gewissen Zeitraum, dann kann das unterschiedliche Auswirkungen haben. In privaten Haushalten würden beispielsweise Kühlschränke abtauen, außerdem würden Fahrstühle nicht mehr funktionieren und im schlimmsten Fall Menschen darin stecken bleiben. Probleme könnte es auch im Straßenverkehr geben. So könnten bei Abschaltungen keine Priorisierungen für Ampel-Anlagen vorgenommen werden, heißt es vom Stromnetz Hamburg, so das ZDF.

Auch beim Telefonieren würde es zu Problemen kommen. Festnetztelefone brauchen eine Stromversorgung und würden entsprechend nicht funktionieren. Mit Strom werden aber auch Sendemasten für die Mobilfunkabdeckung versorgt. Die vorhandenen Notbatterien würden das Mobilfunknetz nur für eine halbe Stunde am Laufen halten.

Im wirtschaftlichen Bereich könnten geplante Stromausfälle zu großen wirtschaftlichen Schäden führen. Nämlich dann, wenn etwa Maschinen beim Stromausfall beschädigt werden. Krankenhäuser, Polizeistationen oder auch Feuerwehren gehören hingegen zur kritischen Infrastruktur. Wird ein Brownout geplant, so würde darauf geachtet, dass möglichst wenig kritische Infrastruktur betroffen wäre, erklärt Energieexperte Tobias Frederico im ZDF.

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