30. August 2026, 16:32 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
In nahezu jedem Haushalt finden sich akkubetriebene Rasenmäher, Laubbläser oder Staubsauger. Doch viele Nutzer solcher Geräte laden, lagern und pflegen ihre Akkus falsch. In der Folge sinkt die Leistung schneller als nötig, weswegen der Kauf teurer Ersatzakkus notwendig ist. myHOMEBOOK hat bei TÜV SÜD nachgefragt, welche Fehler besonders häufig passieren und wie sich die Lebensdauer von Akkus verlängern lässt.
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Chemische Prozesse lassen Akkus altern
Lithium-Ionen-Akkus stecken heute in fast allen Garten- und Haushaltsgeräten. Sie altern durch chemische Prozesse innerhalb der Zellen, wie TÜV SÜD erklärt. Mit der Zeit nimmt die nutzbare Kapazität ab. Gleichzeitig steigt der Innenwiderstand, also der elektrische Widerstand im Inneren des Akkus. Dadurch laufen die Geräte weniger lange. Zudem sinkt unter hoher Belastung teilweise auch die Leistung.
TÜV SÜD unterscheidet bei Batterietests zwei Alterungsarten: die zyklische und die kalendarische Alterung. Zyklische Alterung entsteht durch Laden und Entladen. Kalendarische Alterung läuft dagegen unabhängig von der Nutzung ab, also altert ein Akku selbst im Regal.
Vier Faktoren beeinflussen die Lebensdauer besonders stark:
- die Zahl und Art der Ladezyklen,
- die Lade- und Entladebedingungen,
- die Temperatur sowie
- die Qualität der Zellen, der Elektronik und des Batteriemanagements.
Auch der Lagerort und die Häufigkeit und Art der Nutzung spielen eine Rolle.
Dabei wirkt die Temperatur besonders stark. Hohe Temperaturen beschleunigen die Alterung, starke Kälte reduziert kurzfristig die verfügbare Leistung. Häufige Temperaturwechsel und Feuchtigkeit belasten die Elektronik im Akku zusätzlich.
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Diese Fehler passieren bei Akku-Gartengeräten
Rasenmäher, Heckenschere und Laubbläser fordern ihre Akkus stärker als kleine Haushaltshelfer. Sie benötigen kurzzeitig eine deutlich höhere Leistung, erklärt TÜV SÜD. Genau hier passieren Fehler:
- vollständiges Entladen des Akkus
- die Nutzung falscher oder ungeeigneter Ladegeräte statt Originalzubehör
- Lagerung bei großer Hitze oder Kälte
- der Weiterbetrieb beschädigter Akkus
- verschmutzte oder feuchte Kontakte
Gerade bei akkubetriebenen Gartengeräten kommt auch die Batterie ins Schwitzen, genauer gesagt: Der Akku erwärmt sich stark. Deswegen ist es besser, den Akku erst abkühlen zu lassen und danach zu laden, rät TÜV SÜD. Moderne Akkus verfügen zwar über Schutzmechanismen gegen Überhitzung. Die vom Hersteller vorgegebenen Ladebedingungen bleiben trotzdem wichtig.
Auch die Tageszeit und die Wetterbedingungen wirken sich auf die Lebensdauer von Akkus aus. An heißen Sommertagen kommt zur Betriebswärme zusätzliche Umgebungswärme hinzu. Das erhöht die thermische Belastung und beschleunigt die Alterung. Wird der Akku ungewöhnlich heiß, empfiehlt sich eine Pause zum Abkühlen.
Feuchtigkeit, Schmutz und Staub gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren. Feuchtigkeit begünstigt Korrosion und elektrische Probleme, während Schmutz und Staub die Kontakte und die Kühlung beeinträchtigen. Deshalb sollten der Akku selbst sowie sämtliche Kontakte und das Ladegerät regelmäßig gereinigt, sauber und trocken gehalten werden. Sinnvoll ist zudem eine Sichtkontrolle auf Risse, Verformungen oder Aufblähungen. Wer den Akku noch mehr schützen möchte, sollte seine Gartengeräte immer ohne Akku lagern.
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Fehler bei Akku-Geräten im Haushalt
Bei Staubsaugern, Fensterputzern und Handstaubsaugern zeigen sich andere typische Fehler. TÜV SÜD nennt vor allem
- dauerhaft hohe Ladezustände,
- wiederholte Tiefentladungen,
- hohe Temperaturen und
- ungeeignete Ladegeräte.
Ein Klassiker ist die Dauerladestation: Bei modernen Geräten verhindert ein Batteriemanagementsystem zwar eine klassische Überladung. Eine dauerhafte Vollladung kann die Alterung eines Lithium-Ionen-Akkus trotzdem beschleunigen, betont TÜV SÜD. Wenn der Hersteller in der Betriebsanleitung nichts anderes vorgibt, sollten Akkus nicht unnötig dauerhaft in der Ladestation stecken.
Auch die Gerätepflege wirkt sich indirekt auf den Akku aus. Zugesetzte Filter oder Bürsten zwingen den Motor zu mehr Leistung und damit den Akku zu höherer Belastung. Ein sauberes Gerät schont also auch den Energiespeicher.
Dass Akkusauger schon nach wenigen Jahren spürbar an Leistung verlieren, liegt laut TÜV SÜD an der Kombination aus vielen Ladezyklen, häufigen Tiefentladungen, dauerhafter Vollladung, hohen Temperaturen und hohen Leistungsanforderungen. Zusätzlich hängt die Lebensdauer stark von der Qualität und Auslegung des jeweiligen Akkus ab.
Kritisch sind laut TÜV SÜD auch Lagerorte mit starken Temperaturschwankungen, etwa Küche, Keller oder Abstellraum, insbesondere in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit oder Kondensation. Ein trockener Ort mit stabilen, moderaten Temperaturen eignet sich für die Lagerung akkubetriebener Haushaltsgeräte deutlich besser.
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Gartengeräte immer ohne Akku lagern
So laden und lagern Nutzer richtig
Für die Lagerung von Akku-Gartengeräten empfiehlt TÜV SÜD einen trockenen Ort bei etwa 10 bis 25 Grad Celsius. Im Winter gilt: Frost und Feuchtigkeit vermeiden. Dabei sollten die konkreten Herstellerangaben zum jeweiligen Gerät genau beachtet werden.
Beim Ladezustand für längere Lagerzeiten nennt TÜV SÜD als Orientierung für Lithium-Ionen-Akkus etwa 20 bis 80 Prozent. Weder ein leerer noch ein dauerhaft vollgeladener Akku eignet sich für längere Pausen.
Ein monatelang ungenutzter Akku ist laut TÜV SÜD grundsätzlich unproblematisch, da die kalendarische Alterung ohnehin abläuft. Kritisch wird es erst bei ungünstigen Lagerbedingungen oder wenn der Akku über lange Zeit komplett entladen bleibt. Für Standzeiten empfiehlt sich also eine trockene, kühle und frostfreie Lagerung mit einem mittleren Ladezustand.
Ein Sicherheitshinweis betrifft heiße Sommertage: In einem abgestellten Auto können sich sehr hohe Temperaturen entwickeln. Das beschleunigt nicht nur die Alterung, bei beschädigten oder fehlerhaften Lithium-Ionen-Akkus steigt laut TÜV SÜD auch das Sicherheitsrisiko. Akkubetriebene Geräte sollten daher besser nicht über längere Zeit im heißen Inneren eines Autos liegen.
Die wichtigsten Regeln für ein langes Akku-Leben im Überblick:
- Originalladegerät verwenden, keine billigen Alternativen
- Akku nach starker Belastung erst abkühlen lassen, dann laden
- vollständige Entladung und dauerhafte Vollladung vermeiden
- trocken, sauber und bei moderater Temperatur lagern
- bei längerer Lagerung ohne Aktivität einen mittleren Ladezustand wählen
- regelmäßig auf Risse, Verformungen oder Aufblähungen prüfen.
Wer diese Punkte beachtet, verlängert die Lebensdauer seiner Akku-Geräte spürbar und spart sich gleichzeitig teure Ersatzteile.