18. November 2025, 17:04 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ob im Diffuser, der Aromalampe oder als Zusatz im Putzwasser – Duftöle sind in vielen Haushalten längst fester Bestandteil. Doch so harmlos, wie sie riechen, sind sie nicht immer: In manchen Fällen können sie sogar der Gesundheit schaden.
Viele kennen es: Für einen angenehmen Duft in der Wohnung kommen ein paar Tropfen Duftöl in den Diffuser oder auf ein kleines Stoffkissen. Von Lavendel bis Orange ist die Auswahl groß, und laut einigen Herstellern sollen die Öle nicht nur gut riechen, sondern sogar entspannen oder die Konzentration fördern. Doch beim Umgang mit Duftölen ist Vorsicht geboten, denn ihre Anwendung kann unter Umständen der Gesundheit schaden.
Was sind Duftöle?
Unter den Begriff „Duftöle“ fallen sowohl naturreine ätherische Öle als auch synthetisch hergestellte Duftmischungen. Ätherische Öle entstehen aus pflanzlichen Extrakten, die aus verschiedenen Teilen der Pflanze wie Rinde, Wurzeln, Blüten oder Blättern gewonnen werden. Um die duftenden Wirkstoffe in konzentrierter Form zu erhalten, kommen Verfahren wie Destillation, Kaltpressung oder die Extraktion mit Alkohol und Fetten zum Einsatz. So entstehen Öle, die beim Verdunsten einen intensiven Duft verströmen.
Neben ätherischen Ölen, die vollständig aus Pflanzenauszügen bestehen, sind in Supermärkten und Drogerien auch sogenannte Aromaöle erhältlich. Dabei handelt es sich meist um synthetisch hergestellte Duftöle, die aus verschiedenen Duftkomponenten zusammengesetzt sind. So finden sich hier zum Beispiel Düfte wie Vanille, Opium oder Bratapfel. Sie lassen sich in der Natur gar nicht in dieser Form finden.
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Wann Aromaöle schädlich sein können
Wie sich die regelmäßige Nutzung von Aroma-Diffusern mit ätherischen Ölen langfristig auf die Gesundheit auswirkt, ist bisher kaum erforscht. Fest steht jedoch: Ätherische Öle selbst können durchaus negative Auswirkungen haben. Laut dem Verbraucherservice Bayern wirken einige davon toxisch auf das zentrale Nervensystem, die Nieren und die Atemwege. Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma reagieren zudem oft empfindlicher auf den Einsatz solcher Öle.
Auch natürliche ätherische Öle sind nicht automatisch unbedenklich, warnt das Regierungspräsidium Hessen. In zu hoher Konzentration können sie die Haut und Schleimhäute reizen oder allergische Reaktionen auslösen. Besonders empfindlich reagieren Kinder, Asthmatiker und Personen mit sensiblen Atemwegen – bei ihnen kann es zu Beschwerden wie Atemnot, Schwindel oder tränenden Augen kommen.
Besondere Vorsicht ist unter anderem bei Eukalyptus- und Pfefferminzölen geboten, da diese meist hoch konzentriert sind. Schon kleine Mengen können intensive Dämpfe freisetzen, die Kopfschmerzen, Hustenreiz oder Schwindel verursachen. Zudem birgt die regelmäßige Anwendung in Duftlampen oder Diffusoren das Risiko einer Überdosierung. Der Geruchssinn gewöhnt sich schnell an den Duft, wodurch viele unbewusst nachdosieren und so die Konzentration der Duftstoffe in der Raumluft deutlich erhöhen.
Darauf sollte man beim Kauf achten
Zur Verwendung im Diffuser sollten ausschließlich naturreine Öle mit der Kennzeichnung „100 % naturrein“ oder „reines ätherisches Öl“ verwendet werden. Fehlen diese Angaben, handelt es sich meistens um künstlich hergestellte Duftöle.
Zugleich rät der Verbraucherservice Bayern, die Öle nur in verdünnter Form anzuwenden. Wer die ätherischen Öle zur Raumbeduftung benutzt, sollte zusätzlich darauf achten, sie nur in gut belüfteten Räumen anzuwenden. Kleinkinder und Säuglinge sollten aus Schutz vor gefährlichen Reaktionen ebenfalls nicht mit unverdünnten ätherischen Ölen in Kontakt kommen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.
Außerdem sollten Ölreste nie über den Abfluss entsorgt werden, da sie zu Verstopfungen in den Leitungen führen können. Stattdessen sollten die Rückstände mit Tüchern aufgesaugt und über den Restmüll entfernt werden.