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Rechtslage

Darf man im eigenen Garten ein Feuer machen?

Feuer im Garten
Ein Feuer im Garten sorgt für Stimmung – aber ist es auch erlaubt?Foto: Getty Images

Ein prasselndes Lagerfeuer im eigenen Garten ist eine tolle Sache, beispielsweise beim Osterfeuern. Allerdings gibt es dabei einige rechtliche Bestimmungen, die man beachten sollte. Was ist erlaubt, was ist verboten?

Das Holz knistert, Funken steigen auf, es riecht nach Stockbrot: Beim Gedanken an ein Feuer im eigenen Garten werden schnell Kindheitserinnerungen wach. Allerdings darf man nicht ohne Weiteres ein Feuer anzünden – man braucht die Genehmigung der Behörden. Bei Waldbrandgefahr wird diese in der Regel nicht erteilt. Wo es erlaubt ist, gelten strenge Regeln.

Muss man ein Feuer im Garten anmelden?

Früher war alles einfacher: Bis in die 1980er-Jahre hinein durften Gartenbesitzer ganz nach Belieben ein Feuer auf dem eigenen Grundstück entzünden. Heute ist das anders. Offene Feuerstellen unterliegen längst dem Gesetz – eine Erlaubnis wird benötigt. Zuständig sind je nach Gemeinde das Ordnungs- oder das Umweltamt.

Vor dem Einkauf von Feuerholz, Schalen und anderen Utensilien steht also das Gespräch mit den Behörden an. Dort müssen Sie das Feuer anmelden. Eine Garantie für die Genehmigung gibt es jedoch nicht. Abgesehen von besonderen Zeitpunkten im Jahr, allen voran Ostern, sind die Behörden sehr vorsichtig bei der Bewilligung. Um überhaupt Chancen auf die Genehmigung zu haben, muss man einiges beachten.

Feuer im eigenen Garten – wichtige Grundregeln

Oberstes Gebot: Vom offenen Feuer darf keine Gefahr ausgehen! Halten Sie zum Waldrand einen Abstand von mindestens 50 Metern ein. Der Mindestabstand gilt auch zu Gebäuden, Bäumen und generell jeglichem brennbaren Material. Zudem sollte man diese Tipps unbedingt beachten:

  • Kein Feuer bei großer Trockenheit, Wind oder Waldbrandgefahr.
  • Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus sind verboten, es droht Verpuffungsgefahr.
  • Ausschließlich trockenes Holz verwenden. Frisches Holz ist in der Regel feucht und führt zu einer starken Rauchentwicklung.
  • Zudem sollte das Holz unbehandelt sein. In verunreinigtem Holz können Schadstoffe enthalten sein. Auch Harz ist ein Risiko, da es sich explosionsartig entzünden kann.
  • Die Feuerstelle muss eine nicht-brennbare Umrahmung besitzen. Diese kann durch Steine einfach selbst konstruiert werden.
  • Behalten Sie das Feuer jederzeit im Blick – es darf niemals unbeaufsichtigt sein.
  • Ein griffbereiter Feuerlöscher ist Pflicht. Als Alternative bieten sich Löschmittel wie Sand oder Wasser an.
  • Ganz wichtig: Es ist grundsätzlich immer verboten, Müll oder andere Objekte im Garten zu verbrennen. Verstöße werden mit hohen Geldbußen geahndet. Das gilt auch für das Verbrennen von Gartenabfällen.

Hinweis: Diese Verhaltenstipps sind umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass offene Feuer im Garten meistens nicht versichert sind. Bei einem Unfall drohen also auch große finanzielle Schäden.

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Muss ich bei Feuer im Garten meinen Nachbarn fragen?

Solange die Genehmigung erteilt wurde und der notwendige Abstand zu brennbaren Materialien eingehalten wird, ist ein Feuer im Garten auch ohne Erlaubnis des Nachbarn erlaubt. Im Sinne einer guten Nachbarschaft sollte man das Feuer im Garten aber nur gelegentlich anzünden, nicht täglich. Zudem empfiehlt es sich, den Nachbarn über das Vorhaben zu informieren, damit er gegebenenfalls seine Fenster schließen kann. Bei starker Rauchentwicklung oder Funkenflug sollte man zudem das Feuer wieder löschen.

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Hinweis: Kleine Tiere nutzen einen Holzhaufen oftmals als Unterschlupf. Um nicht Gefahr zu laufen, dass sie den Flammen zum Opfer fallen, sollte man das Holz erst am Tag aufschichten, an dem man das Feuer machen will.

Was gilt bei der Verwendung von Feuerschalen?

Wegen der strengen Richtlinien beim privaten Lagerfeuer hat die Feuerschale die deutschen Gärten erobert. Sie schont den Boden, bringt eine höhere Sicherheit mit und ist sehr mobil. Mit diesen Eigenschaften hat sie sich von einer Ausweichmöglichkeit zum Trendobjekt entwickelt.

Dennoch gelten auch beim Feuer in der Schale die oben genannten Regeln. So dürfen Sie ausschließlich zulässiges Brennmaterial gemäß der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) verwenden. Das bedeutet:

  • Naturbelassenes, stückiges Holz (§3 Abs. 1 Nr. 4)
  • Holzbriketts (§3 Abs. 1 Nr. 5a)

Falls man geeignetes Holz dieser Art verwendet, ist für das Feuer im Garten keine behördliche Genehmigung erforderlich – ein klarer Pluspunkt für die Feuerschale. Mit modernen technischen Hilfsmitteln wie Holzspaltern kann man das Holz sogar selbst aufbereiten. Manche Feuerschalen können Sie außerdem auch als Grill verwenden, etwa als zentrales Element in einem Schwenkgrill.

Die Wahl der richtigen Feuerschale

Feuerschalen aus dem Handel sind in der Regel ab einem Durchmesser von 30 Zentimetern erhältlich. Die ideale Größe hängt vom Einsatzzweck sowie den Platzverhältnissen ab. Kleine Schalen von 30 oder 50 Zentimetern sind eine wunderbare Deko und eignen sich auch für Terrassen. Für ein vollwertiges Feuererlebnis gibt es auch Schalen von 80 oder 100 Zentimetern.

Ein weiteres Auswahlkriterium ist das Material. Handelsübliche Modelle bestehen aus Edelstahl, Gusseisen oder Keramik. Letztere sind besonders elegant und werten den Garten optisch auf, sind im Gegenzug aber umso empfindlicher. Sie eignen sich nicht zum Grillen und dürfen nicht bei Nässe eingesetzt werden, da feuchte Keramik bei Erhitzung zu Rissen und Sprüngen neigt. Für Feuerschalen aus Ton oder Terrakotta gilt das auch.

Tipp: Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein Funkenschutz. Dies gilt insbesondere in der Nähe von brennbaren Umgebungen, etwa am Waldrand oder neben der Gartengarnitur.

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