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Nachgefragt bei der Feuerwehr

Darf man bei hoher Trockenheit im Garten grillen?

Hohe Temperaturen und lange kein Regen. Ein Grillverbot kann unter Umständen ausgesprochen werden, jedoch ist die Umsetzung fragwürdig
Hohe Temperaturen und lange kein Regen! Ein Grillverbot kann unter Umständen ausgesprochen werden, jedoch ist die Umsetzung fragwürdigFoto: iStock/CostinT

Ein lauer Sommerabend, die letzten Vögel zwitschern, der Duft von frisch Gegrilltem steigt in die Nase. Klingt nach einem perfekten Sommerabend! Doch darf man bei länger anhaltender Trockenheit überhaupt den Grill im Garten anzünden? Was ist zu beachten?

Aktuell herrscht ein Hitzesommer in Deutschland. Brennende Wälder, sterbende Pflanzen und trockene Flüsse sind das Ergebnis von andauernder Hitze und fehlendem Niederschlag. Die ersten Regionen reagieren mit Verboten. Mancherorts darf man bereits den Pool nicht mehr auffüllen oder den Garten nicht mehr bewässern. Aber wie sieht es beim Grillen im Garten aus? Darf man das wegen der erhöhten Brandgefahr verbieten? myHOMEBOOK hat bei der Feuerwehr nachgefragt.

Wie realistisch ist es, beim Grillen einen Brand auszulösen?

Ein Grill ist in der Regel ein geschlossenes System, ohne offenes Feuer. Trotzdem ist es möglich, einen Brand im Garten oder auf dem Balkon auszulösen, verursacht beispielsweise durch die glühende Kohle, meint Carsten-Michael Pix vom Deutschen Feuerwehrverband. „Der Grill kann umkippen und auch der Funkenflug kann nicht vorausgesagt werden. Der fliegt zum Teil meterhoch. Aber nicht jeder schaut beim Grillen auch nach oben, man guckt lieber die Wurst an, die da gebraten wird.“ Grillt man auf der Terrasse, sollte man unbedingt auf die Markise achten, auch auf die vom Nachbar, empfiehlt der Feuerwehr-Sprecher.

Dazu passend: Holzkohle oder Gasgrill – was ist umweltfreundlicher?

Darf man das Grillen im eigenen Garten verbieten?

Dass man bei hoher Trockenheit und langen Hitzeperioden das Grillen an öffentlichen Plätzen verbieten kann, sollte jedem bewusst sein. Aber was ist mit dem eigenen Grund und Boden? Theoretisch ist es möglich, dass Gemeinden oder Städte im Rahmen einer Allgemeinverfügung das Grillen im privaten Bereich einschränken können, sagt Carsten-Michael Pix. Allerdings wäre die Umsetzung ein Problem. „Praktisch sehe ich das nicht sehr sicher“, sagt der Sprecher.

Pix sieht die Verantwortung ganz klar bei den Grillfreunden. „Ob mit oder ohne Waldbrandgefahr oder Trockenheit – jeder Griller muss sich bewusst sein, dass er da einen Gegenstand hat, bei dem er verpflichtet ist, aufzupassen. Ein Grill ist mit Gefahren behaftet und dementsprechend liegt die Verantwortung beim Nutzer.“ Man sollte beim Grillen also immer auf die Sicherheit achten.

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Kann man einem Brand beim Grillen vorbeugen?

Ganz klar, ja. Es gibt einige Einflüsse, die man umgehen kann, sagt Carsten-Michael Pix: „Auf jeden Fall sollte der Grill frei stehen, dass sich nicht irgendwas, wenn er umkippt, unmittelbar entzünden kann.“ Der obligatorische Blick nach oben ist ebenfalls von großer Wichtigkeit.

Außerdem muss der Grill bis zum Ende bewacht werden, da gibt es je nach Grill Unterschiede, meint Pix: „Wenn es kein Gasgrill ist, sondern ein Holzkohlegrill, dann bleibt die Kohle über einen längeren Zeitraum noch heiß und damit auch gefährlich. Meine Verantwortung endet nicht bei der Entnahme der Wurst, sondern beim Erlöschen des Grills – und das kann tatsächlich dauern.“

Was passiert im Ernstfall?

Der unglückliche Fall ist eingetreten, der heiße Grill ist umgekippt, Panik macht sich breit – was jetzt?  „Die Wenigsten werden einen Feuerlöscher griffbereit haben“, meint Pix. „Natürlich funktioniert in diesem Fall auch Wasser oder Sand.“ Allerdings muss man auch immer abwägen, wie schwer der Brand ist und ob man die Feuerwehr zu Hilfe ruften sollte.

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