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Ammen-Dornfinger breitet sich in Deutschland aus

Machen Sie einen großen Bogen um diese Gift-Spinne

Ammen-Dornfinger ist eine Gift-Spinne, die in deutschen Gärten vorkommt
Schmerzhaft, aber nicht tödlich: Die Spinne Ammen-Dornfinger kann menschliche Haut durchbeißenFoto: Getty Images

Achtung vor Ammen-Dornfinger! Diese Gift-Spinne breitet sich rasant in Deutschland aus. Sie hat keine natürlichen Fressfeinde, mag die immer wärmer werdenden Temperaturen bei uns! Mit seinen starken Kieferklauen beißt sich das Tierchen locker durch eine Jeans und durch menschliche Haut. Sein Giftbiss ist äußerst schmerzhaft. myHOMEBOOK erklärt, worauf Sie achten müssen.

Bei dieser Spinnenart ist Vorsicht geboten! Der Giftbiss der aus Süd-Europa eingewanderten Ammen-Dornfinger-Spinne ist äußerst schmerzhaft. Das Gift kann Erbrechen, Schwindel und Kreislaufstörungen verursachen. Schlimm sind auch die Muskelkrämpfe. Allergiker können zudem gefährliches Herzrasen entwickeln. Die gute Nachricht: Ihr Biss ist für Menschen nicht tödlich. Die Symptome klingen in der Regel nach rund drei Tagen wieder ab.

Was tun, wenn ich gebissen wurde?

Die betroffenen Stellen können extrem anschwellen, sich röten und stark jucken. Auch wenn es schwerfällt: Bewahren Sie Ruhe! Nicht aufkratzen, dann verteilen Sie das Gift und Bakterien in der Wunde.

Als Sofortmaßnahme: Reinigen Sie die Wunde unter fließendem Wasser und desinfizieren Sie diese. Falls Arme oder Beine gebissen wurden: Hochlegen! Suchen Sie anschließend einen Arzt auf.

Achtung: Spinnen sind wild lebende Tiere. Sie tragen in der Regel Bakterien mit sich herum. Die können bei einem Biss in die Wunde gelangen und Infektionen auslösen. Nach einem Biss deshalb immer zum Arzt gehen!

Hitze gegen Spinnen-Gift

Haben Sie einen Mückenstift zur Hand? Der hilft auch bei Spinnen-Bissen. Dieses nützliche Gerät hat vorne am Stiftende ein Metallplättchen befestigt. Dieses wird heiß, sobald Sie am anderen Ende des Stifts einen Knopf drücken. Das Plättchen legen Sie dann auf die betroffene Stelle. Die Hitze zerstört umgehend das giftige Eiweiß und lindert Juckreiz und Schmerz. Dennoch gilt auch hier: Mit einem Ammen-Dornfinger-Biss ist nicht zu spaßen, gehen Sie zum Arzt.

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Wo lauern Ammen-Dornfinger-Spinnen?

Anfangs wurden Ammen-Dornfinger vor allem in Süddeutschland gesichtet. Mittlerweile finden sich Populationen auch in anderen Gegenden Deutschlands, zum Beispiel in Berlin und Brandenburg. Die Spinnen halten sich bevorzugt in der freien Natur auf. Sie lassen sich mit dem Wind treiben, baumeln dann von Ästen und hohen Gräsern. Man findet sie oft auf Waldlichtungen und Ackerflächen. Der Naturschutzbund (Nabu) warnt, in Sommermonaten nicht durch hohes Gras zu streifen.

Die Nester sind nicht zu übersehen: Sie sind aus weißer Spinnenwolle gewebt und faustgroß. Diese Gespinste sollten Sie keinesfalls öffnen. Die Spinnen fühlen sich bedroht, reagieren aggressiv und beißen schnell zu. Gefährlich wird es auch, wenn Fußgänger versehentlich die Gespinste im Gras streifen.

Achtung: Tagsüber ruhen sich die Spinnen in der Regel bevorzugt in ihren Ruhenestern aus, nachts werden sie jedoch aktiv. Dann machen sich männliche Dornfinger-Spinnen auf die Suche nach paarungswilligen Weibchen. Sie verirren sich bei ihrer Wanderung dann auch mal in Wohnhäuser und können Bewohner mit ihrem nächtlichen Besuch überraschen. In Häuser und Keller verirren sich die Spinnen aber auch, sobald es im Herbst kälter wird.

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Wie erkenne ich die Ammen-Dornfinger?

Ammen-Dornfinger im Gelege, im Hintergrund die Spinnen-Eier
Ein Ammen-Dornfinger-Weibchen droht mit ihren Giftklauen, nachdem das Ei-Gelege geöffnet wurde

Der ovale Körper dieser Gift-Spinne wird nur 1,5 Zentimeter groß, dennoch zählen Ammen-Dornfinger zu den größten mitteleuropäischen Spinnen. Die Kieferklauen, mit der das Tier zubeißt, sind groß und kräftig ausgeprägt, schimmern grünlich-gelb bis gelb-braun. Die anschließenden Gift-Klauen sind bedrohlich schwarz glänzend. Der Vorderkörper ist rot-orange, der Hinterleib eher gelb-grün. Die Beine der Spinne sind gelb-bräunlich behaart und vier Zentimeter lang und damit auffällig lang im Vergleich zum Körper. Am Ende haben die Beine schwarze Spitzen.