10. Oktober 2025, 10:59 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Pünktlich zum Beginn der kühleren Jahreszeit gibt es für Verbraucher eine gute Nachricht: Heizen ist im Herbst 2025 laut einer aktuellen Analyse günstiger als noch vor einem Jahr. Doch wer von den gesunkenen Preisen wirklich profitieren will, muss selbst aktiv werden – denn nicht jeder Tarif wird automatisch angepasst.
Gaspreise fallen das dritte Jahr in Folge
Die Gaspreise sind laut einer aktuellen Auswertung des Vergleichsportals Verivox binnen eines Jahres um 2,4 Prozent gesunken. Während im September 2024 bundesweit durchschnittlich 11,41 Cent pro Kilowattstunde (kWh) fällig wurden, liegt der Preis aktuell bei 11,14 Cent/kWh. Damit setzt sich der Trend fallender Gaspreise fort – bereits in den beiden vorherigen Heizperioden gingen die Kosten spürbar zurück. Im Vergleich zum Rekordhoch während der Energiekrise 2022 ist Erdgas derzeit sogar knapp 49 Prozent günstiger.
Ursache für diesen Rückgang ist die Entwicklung an den Großhandelsmärkten. Je nach Tarif zahlen Haushalte jedoch sehr unterschiedliche Preise. Der Standardtarif des örtlichen Grundversorgers liegt laut Verivox derzeit bei durchschnittlich 14,03 Cent/kWh. Im Gegensatz dazu kostet das günstigste verfügbare Angebot für Neukunden rund 9 Cent/kWh – eine Differenz von 36 Prozent.
„Trotz sinkender Preise sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Tarif mit den aktuellen Angeboten vergleichen“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox in der Pressemitteilung. Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden könne mit dem Wechsel aus der örtlichen Grundversorgung hin zum günstigsten Angebot im Schnitt rund 1000 Euro pro Jahr einsparen.
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Heizölpreise ebenfalls leicht rückläufig
Auch Haushalte, die im Herbst 2025 mit Öl heizen, können sich über geringere Kosten freuen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Preis um 2,5 Prozent gesunken. Kostete ein Hektoliter im September 2024 noch durchschnittlich 92,58 Euro, sind es zum Saisonstart 2025 nur noch 90,30 Euro.
„Heizölkunden mit Platz im Tank können die vergleichsweise günstigen Preise für eine Bestellung nutzen“, rät Thorsten Storck. „Wer jetzt seinen Tank auffüllt, ist auch von der weiteren Entwicklung des CO2-Preises im kommenden Jahr unabhängig.“
Tatsächlich wird der CO2-Preis ab dem 1. Januar 2026 spürbar steigen – innerhalb eines festgelegten Korridors von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Das entspricht einem Anstieg von bis zu 10 Euro gegenüber dem aktuellen Niveau. Für ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 2000 Liter Heizöl bedeutet das zusätzliche Kosten von bis zu 64 Euro jährlich – ein Anstieg von 350 auf bis zu 414 Euro.
So viel günstiger ist das Heizen mit der Wärmepumpe im Vergleich zur Gasheizung
Gas wird für immer mehr Haushaltskunden teurer
Wärmepumpenstrom minimal günstiger
Auch Haushalte mit Wärmepumpe profitieren leicht von der aktuellen Entwicklung. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Preis für Wärmepumpenstrom um 1,5 Prozent – von 27,02 Cent pro kWh im September 2024 auf aktuell 26,62 Cent. Grundlage der Berechnung ist eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4, was bedeutet, dass für jede eingesetzte Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme erzeugt werden.
So wurde die Analyse durchgeführt
Die Zahlen zur Gaspreisentwicklung stammen aus dem Verivox-Verbraucherpreisindex Gas. Für Heizöl wurden die Daten vom Anbieter esyoil.de übernommen. Die Werte für Wärmepumpenstrom basieren auf einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden und einer typischen JAZ von 4, die eine gut eingestellte und effiziente Wärmepumpe beschreibt. Eine JAZ zwischen 3 und 5 gilt dabei als sinnvoll.