27. September 2025, 7:25 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Die Profis kochen mit Gas. Die direkte Hitzesteuerung gehört dort zu den gern genutzten Vorteilen der Technik. Wer aktuell einen E-Herd mit Ceranfeld in der Küche hat, überlegt vielleicht, auf Gas umzusteigen. Aber geht das überhaupt? Und was ist zu beachten?
Wie bei Elektroinstallationen gilt auch bei der Einrichtung von Gasherden: Das ist auf jeden Fall eine Sache für einen Profi. Ein neuer Gasanschluss muss von einem Installateur durchgeführt werden. Eine Ausnahme gibt es: In der Küche ist bereits eine sogenannte Gassteckdose vorhanden. Diese ermöglicht den Anschluss von Verbrauchern ohne Werkzeug. Das Hinzuziehen eines Fachbetriebs ist aber dennoch zu empfehlen. Dieser übernimmt dann auch die Verantwortung dafür, dass alles dicht ist.
Herd auf Gas umrüsten – die baulichen Voraussetzungen
Es liegt auf der Hand, muss an dieser Stelle aber einmal betont werden. Voraussetzung ist ein Gasanschluss in der Nähe des Herds. Fehlt dieser am Haus, gibt es zwei Optionen:
- Es wird der Anschluss an das Stadtnetz erst hergestellt. Dann liegen aber auch noch keine Leitungen im Haus. Die Investition von mehreren Tausend Euro lohnt sich für den Herd allein mit Sicherheit nicht.
- Eine Variante besteht in der Verwendung einer handelsüblichen Flasche mit Flüssiggas, die direkt am Herd angeschlossen wird.
Wer mit dem Gedanken spielt, auf Flüssiggas auszuweichen, sollte bedenken, dass eine Standardflasche elf Kilogramm wiegt, die auch bewegt werden muss. Zum anderen muss unbedingt vorher abgeklärt werden (Feuerwehr, Vermieter), ob der Betrieb und insbesondere die Lagerung überhaupt rechtlich zulässig sind. Und natürlich ist der Gasvorrat in den Flaschen endlich. Je nach Kochgewohnheiten und Nutzung geht die Flasche dann nach einigen Wochen bereits zur Neige und muss getauscht werden. Größere Gebinde sind aus Sicht des Brandschutzes separat zu lagern.
Ebenfalls wichtig: Sowohl aus Gründen des Eigenschutzes als auch aufgrund der Vorschriften aus dem Brandschutz muss eine Küche mit offenem Gasherd mindestens 20 Kubikmeter groß sein. Zudem wird ein Fenster oder eine entsprechende Lüftungsanlage benötigt.
Warum? Zum einen brauchen die Flammen eine entsprechende Luftzufuhr, um überhaupt zu brennen. Zum anderen geben sie auch Abgase an die Luft ab. Gerade der letzte Punkt ist zur Erhaltung der eigenen Gesundheit wichtig. Und die für den Haushalt gedachten Herde besitzen keine eigene Abgasanlage. Schon damit wird klar: Ein passender Anschluss respektive eine Lösung sind nicht „mal eben schnell“ gemacht.
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Die Installationsarbeiten
Gasherde gibt es zum einen als Standgeräte, die also neben einer Kochzeile stehen und Herd und Backofen in einem Gehäuse kombinieren. Oder sie werden in eine Küchenzeile als Einbaugerät integriert. War in der Küche bisher an gleicher Stelle ein E-Herd eingebaut und liegt ein Gasanschluss, sollte das Gerät selbst passen.
Eine Herausforderung kann der Ausschnitt in der Arbeitsplatte sein. War das bisher genutzte Kochfeld kleiner als das neue, ist das Problem durch sorgfältiges Sägen zu lösen. Das sieht im umgekehrten Fall anders aus. Die Öffnung müsste man mit Profilen verkleinern, damit alles sitzt.
Kochen mit Gas bedeutet Umgang mit einer offenen Flamme. Dadurch entstehen im direkten Umfeld der Brenner hohe Temperaturen. Aus Brandschutzgründen sind die in der Aufstellanleitung und der Bedienungsanleitung beschriebenen Sicherheitsabstände zu Arbeitsplatten und Schränken unbedingt zu befolgen. Zwischen einer Dunstabzugshaube und einem Gaskochfeld sollte ein Abstand von mindestens 65 Zentimetern liegen, da sonst die Gefahr besteht, dass sich abgelagertes Fett im Filter entzündet.
Kostenvergleich zwischen Gas- und E-Herd
Beim direkten Vergleich der Anschaffungs- und Betriebskosten zwischen Gas und E-Herd gibt es ein interessantes Phänomen. So kostet die Kilowattstunde Gas deutlich weniger als die gleiche Strommenge. Laut Statistischem Bundesamt zahlten die Haushalte in Deutschland im zweiten Halbjahr 2024 im Durchschnitt 12,28 Cent je Kilowattstunde Erdgas. Strom kostete die Verbraucherinnen und Verbraucher im gleichen Zeitraum durchschnittlich 41,20 Cent je Kilowattstunde. Gas ist also (aktuell) preiswerter.
Bei den Anschaffungskosten der Geräte verhält es sich allerdings genau andersherum, wie ein Blick in Elektro- und Baumärkte verrät. Allein aus wirtschaftlichen Gründen zum Gas zu wechseln, dürfte sich dennoch nicht rechnen – je nachdem, wie hoch die Kosten für die Umrüstung sind. Es sei denn, am Anschlussort ist alles bereit für den Gaseinsatz. Doch selbst dann muss schon eine Menge Energie verbraucht werden, bis sich die höheren Gerätekosten amortisiert haben.
Wem es beim Kochen in erster Linie um einen möglichst geringen Energieverbrauch geht, ist mit Induktionsherden am besten beraten. Diese schlagen klassische E-Herde mit Ceranfeld und auch Gas. Leckereien wie die Profis zuzubereiten – dieser Traum hat seinen Preis.

