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Fake-Anzeigen erkennen

Darauf sollten Sie bei Immobilien-Inseraten achten

Verdächtige Details können auf gefälschte Immobilien-Inserate hinweisen
Verdächtige Details können auf gefälschte Immobilien-Inserate hinweisenFoto: Getty Images

Gefälschte Inserate bei Immobilienportalen treten leider immer wieder auf. Der Ärger ist groß, wenn man auf sie hereinfällt. Mit ein paar Tricks kann man jedoch vermeiden, Betrügern zum Opfer zu fallen. myHOMEBOOK hat mit dem Betreiber einer Immobilien-Webseite gesprochen und erklärt, wie man Probleme bei der Wohnungssuche vermeidet.

Endlich scheint man die Traumwohnung im Netz ausfindig gemacht zu haben – doch irgendetwas scheint dabei komisch zu sein. Arglose Interessenten können schnell in die Falle von Betrügern tappen, wenn sie nicht genau aufpassen. Sie sind auf das schnelle Geld aus und spekulieren darauf, dass Interessenten vorab eine gewisse Summe überweisen. Nur blöd, dass es sich um gefälschte Immobilien-Inserate handelt und es die Wohnung oder das Haus gar nicht gibt.

So erkennen Immo-Portale betrügerische Inserate

Ist ein Immobilien-Inserat zu gut, um wahr zu sein, sollte man skeptisch sein – es könnte gefälscht sein. Kriminelle nutzen vor allem die Wohnungsnot in Ballungsräumen schamlos aus. „Betrügerische Inserate sind Einzelfälle, passieren aber immer wieder“, meint Axel Schmidt von Immobilienscout24 im Gespräch mit myHOMEBOOK. „Unser Ziel ist es, den Betrügern immer einen Schritt voraus zu sein.“ Er kennt die Tricks der Abzocker sehr gut, es ist wie ein Katz-und-Maus-Spiel. „Die Betrüger werden auch immer besser“, sagt der Sprecher.

Auch wenn es bei dem Portal ein Zwei-Stufen-System gibt, das gefälschte Immobilien-Inserate entlarven soll, rutschen dennoch einige schwarze Schafe durch das Raster. Im ersten Schritt durchforstet ein Algorithmus die eingestellten Inserate auf Auffälligkeiten. Dabei kommt auch Machine Learning zum Einsatz. „Die von uns angewandte künstliche Intelligenz lernt hierbei aus dem Verhalten von unseriösen Anbietern,“ erklärt Schmidt. Danach filtert ein 40-köpfiges Team die dubiosen Annoncen manuell. Laut dem Unternehmenssprecher könnten damit 90 Prozent der versuchten Betrugsfälle verhindert werden, bevor sie online gehen. Das bedeutet jedoch auch, das sogar ein kompliziertes Verfahren seine Lücken hat.

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So schützt man sich auf Immo-Portalen vor dem „Vorkasse-Betrug“

Eine beliebte Betrugsmethode ist der sogenannte „Vorkasse-Betrug“, auf den unter anderem die Polizei Niedersachsen vor einigen Jahre hingewiesen hat. Das Szenario ist oft sehr ähnlich: Und echte Kontaktdaten sind natürlich auch nicht angegeben.

Daran erkennt man gefälschte Immobilien-Inserate

Um nicht in die Fake-Falle zu tappen, sollten Interessenten skeptisch sein und folgende Hinweise bei Immobilien-Inseraten beherzigen. Grundsätzlich empfiehlt Schmidt:

  1. Unverhältnismäßig günstige Angebote:
    Ist der Preis im Vergleich zur Lage verdächtig günstig, kann es sich um einen „Köder“ für Betrüger handeln. Deshalb unbedingt Preise vergleichen.
  2. Unvollständige oder falsche Angaben:
    Entdeckt man bei der Objektbeschreibung Fehler oder sinnlose Passagen, sollte man die Finger davon lassen. Betrüger benutzen oft Übersetzungs-Software für die Texte.
  3. Auffällige Fotos:
    Passen die Fotos nicht zur Beschreibung oder zur Lage oder sind überhaupt keine Fotos vorhanden, sollte man vorsichtig sein.
  4. Preisverhältnis zwischen Kalt- und Warmmiete:
    Sind keine Nebenkosten angegeben oder sind Kalt- und Warmmiete gleich hoch, kann es sich um Betrug handeln.
  5. Kommunikation auf Englisch:
    Laut Schmidt sollte bei einem Immobilienangebot sowohl die Objektbeschreibung als auch die Kommunikation auf Deutsch stattfinden.
  6. Lückenhafte Kontaktangaben:
    Ist als Kontaktmöglichkeit lediglich eine E-Mail-Adresse angegeben, sollte man skeptisch werden.
  7. Vorauszahlung:
    Betrüger verlangen oft Geld vor der Besichtigung oder Schlüsselübergabe, teils über einen Treuhandservice.
  8. Zwangsversteigerungen:
    Hier sollte man Vorsicht walten lassen, laut Schmidt gibt es hier KEINE Vorkaufsoption.

Gefälschtes Immobilien-Inserat – was tun beim Verdacht?

Wenn einem das vermeintliche Schnäppchen auf dem Immobilien-Portal verdächtig vorkommt, sollte man unbedingt die Finger davon lassen. Ansonsten könnte man in die Falle von Betrügern tappen und viel Geld verlieren. Auf sämtlichen Immobilien-Webseiten haben Nutzer die Möglichkeit, unseriöse Objekte dem Kundenservice zu melden, beispielsweise durch den „Melden“-Button bei Immobilienscout24. Aber auch telefonisch kann man im Verdachtsfall gefälschte Inserate melden.

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Hilfe, ich bin auf ein gefälschtes Inserat hereingefallen – was nun?

Wenn Sie tatsächlich Geld überwiesen haben und einem Betrüger aufgesessen sind, sollten Sie schnell handeln. Laut Schmidt sollten Sie den Betrug unverzüglich der Polizei melden. Erst dann kann auch der Immobilienportal-Betreiber aus Datenschutzgründen gegen den Betrugsfall vorgehen.

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