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Wie gut funktioniert Laubschutz für die Dachrinne wirklich?

Damit sich nicht so viel Laub in der Dachrinne verfängt, gibt es einige Schutzsysteme
Damit sich nicht so viel Laub in der Dachrinne verfängt, gibt es einige Schutzsysteme Foto: Getty Images

24. Oktober 2026, 9:34 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Gitter, Bürsten und Siebe versprechen eine freie Dachrinne. Doch kein System passt zu jedem Haus. Ein Gartenexperte und ein Dachdeckermeister erklären myHOMEBOOK, worauf es bei der Auswahl ankommt und warum auch der beste Laubschutz eine regelmäßige Kontrolle nicht ersetzt.

Im Herbst füllen Blätter die Dachrinne, im Frühjahr Blütenreste und Samen. Ein Laubschutz soll die Menge zumindest verringern. Wie gut so ein Schmutzfänger funktioniert, hängt vor allem von den Bäumen rund um das Gebäude ab. „Wer eine große Eiche vor dem Haus hat, hat ein anderes Problem als jemand mit Kiefern, Fichten oder Birken“, erläutert Torsten Brämer von der Online-Garten-Community „Wir sind Garten“ auf Nachfrage von myHOMEBOOK.

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Welche Laubschutzsysteme gibt es?

Der Herbst bringt mit dem bunten Laub zwar auch etwas Schönes mit sich, doch für Dachrinnen und den dazugehörigen Abfluss des Regenwassers bedeutet zu vie Laub nichts Gutes. Genau deshalb gibt es etliche Schutzsysteme, die das Laub aufhalten und Verstopfungen in der Regenrinne vorbeugen sollen.

  • Laubgitter und Laubschutznetze liegen auf oder in der Dachrinne. Sie halten vor allem größere Blätter ab.
  • Rinnenbürsten liegen direkt in der Rinne. Sie halten Laub zurück, das Wasser fließt durch die Borsten.
  • Feste Abdeckungen, auch Rinnenhauben genannt, leiten das Regenwasser durch Schlitze oder Öffnungen in die Rinne.
  • Fallrohrsiebe und Laubfänger sitzen am Übergang zum Fallrohr. Sie verhindern vor allem eine Verstopfung des Rohrs.
  • Daneben gibt es Laubfangkörbe sowie Systeme mit feinmaschigen Gittern oder Mikrogewebe.
  • Eine weitere Lösung sind Fallrohrfilter, auch Laubabscheider genannt. Über eine Reinigungsöffnung lässt sich das Laub direkt am Fallrohr entnehmen. Manche Modelle werfen es sogar automatisch aus.

Auch der Laubschutz hat seine Grenzen

Große Blätter fangen die meisten Systeme zuverlässig ab. Schwieriger wird es bei feinen Nadeln, kleinen Samen, Blütenresten und Moos. Sie gelangen durch grobe Gitter oder setzen sich auf feinen Gittern fest. Mit der Zeit entsteht eine regelrechte Schmutzschicht. Im ungünstigsten Fall wachsen darauf sogar Pflanzen.

Ein grobes Gitter hilft gut gegen Ahorn- oder Eichenlaub. Bei Kiefernnadeln ist es laut Brämer nicht unbedingt die beste Lösung. Trotz solcher Schwächen senkt ein Laubschutz den Pflegeaufwand deutlich. Ein großer Teil der Blätter bleibt obenauf liegen, der Wind trägt manches wieder ab. Wartungsfrei wird die Rinne dadurch aber nicht. Hausbesitzer sollten Rinne, Schutz und vor allem den Einlauf zum Fallrohr regelmäßig kontrollieren. Wie oft, hängt vom Standort ab. Unter großen Laub- oder Nadelbäumen fällt mehr an als bei einem frei stehenden Haus. „Ich würde einen Laubschutz deshalb eher als Arbeitserleichterung und nicht als wartungsfreie Lösung betrachten“, meint Brämer.

Auch interessant: Wie man die Dachrinne effektiv von Laub und Schmutz befreit

Ähnlich sieht es Bernd Redecker, Dachdeckermeister und Referent Technik beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). Laut dem Dachdeckermeister sind Gitter, Bürsten und Siebe „nur mit ausreichender Kontrolle in gewissem Abstand hilfreich“.

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Beim Wetter entscheidet sich, ob das System hilft

Ob ein Laubschutz taugt, zeigt sich spätestens bei Starkregen. Dann treten deutliche Qualitätsunterschiede zutage. Ein gutes System lässt große Wassermengen in kurzer Zeit passieren. Ein zu feines oder zugesetztes Gitter bremst das Wasser dagegen aus. Dann schießt es über die Rinne hinaus. Ähnliches passiert, wenn Laub auf dem Gitter liegt. Die Rinne nimmt laut Redecker dann unter Umständen gar kein Wasser mehr auf.

Besonders kritisch ist eine Verstopfung am Fallrohr. Ein Sieb an dieser Stelle hält Laub zwar aus dem Kanal fern, setzt sich aber schnell selbst mit Blättern zu, gibt der Dachdeckermeister zu bedenken. Zudem verringert ein Fallrohrsieb laut ZVDH die Ablaufleistung um etwa die Hälfte. Staut sich das Wasser deshalb in der Rinne, schwappt es über den Rand. Läuft es dauerhaft an Fassade oder Mauerwerk herab, drohen Feuchtigkeitsschäden.

Weicht überschüssiges Regenwasser auf das Nachbargrundstück aus, sorgt das obendrein für Zoff am Gartenzaun. Das eigene Regenwasser darf nämlich nicht beim Nachbarn landen. In den meisten Bundesländern ist das laut Gesetz sogar ausdrücklich verboten.

Im Winter kommen zwei weitere Probleme hinzu. Gefrorenes Laub und Schmutz können die Öffnungen blockieren. Außerdem belasten Schnee und Eis sowohl die Rinne selbst als auch das Schutzsystem. „Ein Laubschutz darf deshalb niemals dazu führen, dass man die Dachrinne nicht mehr kontrolliert“, betont Brämer.

Was die Montage kostet und wer sie übernimmt

Bleibt die Frage nach dem Preis. Die Spanne für die verschiedenen Laubschutzlösungen ist groß. Einfache Kunststoffgitter, Bürsten oder Laubfangkörbe kosten vergleichsweise wenig. Hochwertige Metallgitter, stabile Abdeckungen oder angepasste Lösungen sind deutlich teurer. Wie viel genau, bleibt offen. Selbst der Dachdeckerverband wagt keine Preisangabe. Gefühlt gebe es mindestens 100 verschiedene Systeme, begründet Redecker die Zurückhaltung. Dazu gleicht kein Haus dem anderen, weder in der Höhe noch in der Lage.

Den größeren Posten macht oft die Montage aus. An einem eingeschossigen Haus mit gut erreichbarer Rinne bleibt der Aufwand überschaubar. Sind Gerüst, Hubsteiger oder Absturzsicherung nötig, übersteigen die Montagekosten schnell den Materialpreis. Bei Angeboten lohnt daher der Blick auf den Preis für das fertig montierte System.

Wer die Montagekosten sparen möchte, kann viele einfache Systeme selbst einsetzen. Das eigentliche Risiko liegt laut Brämer in der Höhe. Ein Sturz von der Leiter kann schwere Folgen haben. An einer niedrigen, sicher erreichbaren Rinne kommen handwerklich erfahrene Hausbesitzer allein zurecht. Liegt die Rinne hoch oder besteht Absturzgefahr, gehört der Auftrag in die Hand eines Fachbetriebs. Der Dachdeckerverband sieht die Montage in Eigenregie kritischer. Wer keine Erfahrung mit Arbeiten auf Leitern hat, sollte sie laut Redecker lieber Fachleuten überlassen. Eine Haushaltsleiter biete keinen sicheren Stand, und selbst auf Profi-Leitern sei absolute Vorsicht geboten. „Stürze, gerade aus geringer Höhe, haben vielfach drastische Konsequenzen“, warnt der ZVDH-Experte. Das Geld für den Fachhandwerker hält Redecker deshalb für gut investiert. Auf Wunsch macht der Innungsdachdecker bei dieser Gelegenheit gleich einen Dach-Check, also einen prüfenden Blick auf das ganze Dach.

Auch interessant: Wie oft Hausbesitzer ihr Dach kontrollieren sollten

Ein Fachbetrieb ist auch bei besonderen Dachformen gefragt. Die meisten Systeme sind für außen liegende Rinnen an Steil- und Satteldächern gedacht. Bei Flachdächern und innen liegenden Rinnen droht laut ZVDH zudem ein Sturz über die Dachkante. Dort und bei komplexer Entwässerung sollte ein Dachdecker die Lösung auswählen. Dieser weiß, wie viel Wasser etwa bei Starkregen vom Dach strömt. Passend dazu wählt er die Größe der Rinne. Einen Laubfang am Fallrohr rechnet er dabei gleich mit ein.

Am Ende zählt bei jeder Lösung dasselbe. Die Dachrinne „muss vor allem ihre wichtigste Aufgabe weiterhin problemlos erfüllen, also größere Regenmengen sicher ableiten“, verdeutlicht Brämer.

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