Fast jeder kennt die Marke mit den leuchtend orangefarbenen Versalien auf der Glühbirnen-Verpackung. Vermutlich wissen aber nur wenige, dass Osram heute gar keine Leuchtmittel mehr herstellt. Eine Geschichte vom Wandel eines Unternehmens und einer der bekanntesten Marken.
In Ostdeutschland gab es Glühbirnen der Marke „Narva“, in der Bundesrepublik hat sich „Osram“ in das kollektive Gedächtnis gegraben. Dazu haben ohne Zweifel das markante Logo mit der Glühbirne und der typische orangefarbene Schriftzug beigetragen. Die Marke und die Leuchtmittel gibt es immer noch, allerdings von einem anderen Unternehmen. myHOMEBOOK hat sich die Unternehmensgeschichte genauer angeschaut.
Die Geburtsstunde der Marke Osram schlug 1906. Beim Kaiserlichen Patentamt ließ die „Deutsche Gasglühlicht-Anstalt“ die Marke eintragen. Osram kombiniert die beiden Worte Osmium und Wolfram. Zwei Metalle, die in den Glühfäden der Birnen zum Einsatz kamen.
1919 wurde aus der Marke dann auch ein Unternehmen. Gleich drei Firmen bündelten die Produktion von Glühbirnen in der neuen Osram GmbH: AEG, Siemens & Halske und die „Deutsche Gasglühlicht“. Der Zusammenschluss sollte vermutlich die Stellung der Unternehmen und ihrer Produkte auf dem sich nach dem Ersten Weltkrieg erst langsam wieder erholenden Weltmarkt stärken. Die Glühbirnen deutscher Fertigung konnten erfolgreich Marktanteile erobern und binnen weniger Jahre eröffnete das Unternehmen erste Niederlassungen in Europa.
Osram hat einige Innovationen im Bereich der Leuchtmittel hervorgebracht. 1925 entwickelte das Unternehmen die „Bilux“. Der Autoscheinwerfer kombinierte das Fern- und Abblendlicht in einer einzigen Quelle. Das war technisch eine echte Revolution. Pionierarbeit hat die Firma auch in den 60er-Jahren bei der Entwicklung der Halogentechnik geleistet, die schnell zum Standard bei Autoscheinwerfern wurde. Und so ging es weiter. Die Entwicklung von Xenon-Scheinwerfern erlaubt neue Designs für Scheinwerfer.
Innovative Leuchtmittel haben auch immer Innovationen in der Herstellung erfordert. Als Beispiel können die automatischen Röhrenziehmaschinen dienen. Damit konnten Glasröhren und Stäbe als Vorprodukte für die eigentliche Lampenherstellung schnell und kostengünstig hergestellt werden.
Ein Wendepunkt in der Geschichte von Osram war die Übernahme der LED-Sparte vom damaligen Mutterkonzern Siemens. Denn damit stieg Osram in das Geschäft mit Halbleitern ein. 2013 trennte sich von Osram und brachte die Firma an die Börse. Sieben Jahre später wiederum gab Osram das Geschäft mit LED-, Halogen- und Energiesparlampen für Privatkunden vollständig ab. Unter dem Namen Ledvance übernahm ein chinesisches Konsortium die Produktsparte, die die meisten Menschen auch heute noch mit Osram verbinden dürften.
Die Geschichte der „neuen“ Osram war wirtschaftlich wechselvoll und krisenbehaftet. Fakt ist, dass Osram heute ein Halbleiterhersteller ist, der Lichtemitter, Sensoren und CMOS-Chips an die Automobil- und Medizinindustrie verkauft.
Die Marke lebt – aber woanders
Im Handel gibt es indes immer noch Osram-Leuchtmittel. Osram und die Schwestermarke Sylvania werden von Ledvance als Lizenz genutzt. Die Produkte genießen immer noch einen guten Ruf und sind auch beliebt. Mit dem ursprünglichen Unternehmen haben sie aber nur noch den Namen gemeinsam.
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