31. März 2026, 11:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Leuchtend bunte Eier gehören zu Ostern einfach dazu. Doch hinter den kräftigen Farben steckt mehr als nur Dekoration. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass nicht alle Produkte unbedenklich sind. Worauf sollten Verbraucher achten?
Deutliche Unterschiede bei Qualität und Inhaltsstoffen
Beim Färben von Ostereiern zählt nicht nur das Ergebnis auf der Schale, sondern auch, was in den Farben steckt. Darauf weist eine Analyse der Zeitschrift „Ökotest“ (Ausgabe 4/2026) hin. Demnach enthalten einige Produkte aus Sicht der Tester kritische Farbstoffe.
Im Praxistest zeigte sich zudem ein weiteres Problem: Bei mehreren Farben drangen die Pigmente durch die Eierschale und hinterließen sichtbare Spuren im Inneren. Damit lässt sich nicht ausschließen, dass Farbstoffe beim Verzehr aufgenommen werden.
Insgesamt untersuchte „Ökotest“ sieben Produkte im Preisbereich von 0,69 bis 4,95 Euro pro Packung. Neben den Inhaltsstoffen spielte auch die Farbqualität eine Rolle. Einige Sets färbten nur schwach oder ungleichmäßig. Lediglich das teuerste Produkt – Ökonorm Nawaro – erhielt eine uneingeschränkte Empfehlung, auch aufgrund seiner Inhaltsstoffe.
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Vier Produkte schneiden gut ab
Vier der getesteten Ostereierfarben wurden mit der Note „gut“ bewertet:
- Metma Eierfarben (vier Farbpulver für heißes Wasser, 0,69 Euro)
- Metma Eierfarben-Tabletten (fünf Tabletten für kaltes Wasser, 1,93 Euro)
- Ökonorm Nawaro (fünf Farbpulver für heißes Wasser, 4,95 Euro)
- Rayher Eierfarben Set (fünf Farbpulver für heißes Wasser, 1,99 Euro)
Ein Produkt erhielt die Bewertung „befriedigend“, zwei weitere schnitten mit „ausreichend“ ab.
Kritik an bestimmten Farbstoffen
Ein Grund für Abwertungen waren umstrittene Inhaltsstoffe. Einige Produkte enthielten zwar in der EU zugelassene, aber kritisch betrachtete Farbstoffe. Dazu zählen Azofarbstoffe (E102, E110, E122, E124) sowie Chinolingelb (E104).
Laut „Ökotest“ stehen diese Stoffe im Verdacht, in Studien mit Konzentrationsstörungen und Hyperaktivität in Verbindung zu stehen. Die Verbraucherzentrale Hessen weist außerdem darauf hin, dass Azofarbstoffe bei empfindlichen Personen pseudoallergische Reaktionen auslösen können.
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Natürliche Alternativen: Eier mit Pflanzen färben
Wer auf künstliche Farbstoffe verzichten möchte, kann Ostereier auch selbst mit natürlichen Zutaten färben. Dafür eignen sich unter anderem Rote Bete, Zwiebelschalen, Rotkohl, Karottenschalen oder Spinat. Die Zutaten werden zerkleinert, gekocht und anschließend als Farbsud verwendet. Ein Schuss Essig verbessert das Ergebnis, bevor die bereits hartgekochten Eier eingelegt werden.
Für gelbe Farbtöne empfiehlt sich Kurkuma: Zwei Esslöffel des Pulvers werden zusammen mit den Eiern mindestens zehn Minuten gekocht. Besonders gut nehmen weiße Eier die Farbe an. Die pflanzenbasierte Färbung fällt zwar weniger intensiv aus, gilt laut „Ökotest“ jedoch als unbedenklich.
Haltbarkeit gefärbter Eier beachten
Auch nach dem Färben spielt die richtige Lagerung eine Rolle. Laut Verbraucherzentrale halten hartgekochte Eier im Kühlschrank bis zu vier Wochen, sofern sie nicht abgeschreckt wurden und die Schale unbeschädigt ist.
Wer Eier direkt nach dem Kochen mit kaltem Wasser abschreckt, sorgt zwar für schnelleres Abkühlen. Gleichzeitig kann durch den Temperaturunterschied jedoch Luft zwischen Ei und Schale gelangen. Dadurch können Mikroorganismen leichter eindringen. Solche Eier sollten daher zeitnah verzehrt werden.
Mit Material der dpa