26. August 2025, 15:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Solaranlagen sind eine große Investition – und die soll sich lohnen. Damit eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ihre volle Leistung bringt, muss sie sauber bleiben. Regen und Schnee übernehmen zwar den größten Teil der Reinigung, doch bei hartnäckigen Verschmutzungen wie Vogelkot stoßen selbst natürliche Helfer an ihre Grenzen. Solche Ablagerungen können die Stromproduktion mindern. Und auch wenn sich Tiere unter den Modulen einnisten, kann das zu Problemen führen. myHOMEBOOK hat bei einem Experten nachgefragt, wie man in solchen Fällen am besten vorgeht.
Übersicht
Kann Vogelkot die Leistung einer Solaranlage beeinträchtigen?
Normalerweise hat Vogelkot keine Chance, sich lange auf einem Solarmodul abzusetzen. Regen oder im Winter auch Schnee reinigen die Anlage auf natürliche Weise. Doch befindet sich das Dach samt Solaranlage direkt unter einem Ast, dann können die Module auch mal dauerhaft von Vogelkot benetzt werden. „Da die unter dem Tierkot liegende Solarzelle partiell verschattet wird, kann es in seltenen Fällen zu Leistungsbeeinträchtigungen kommen“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, gegenüber myHOMEBOOK.
Es sei oft nur ein temporärer Effekt und im Normalfall unkritisch, so Körnig. Sollten die Vögel die Module allerdings dauerhaft besetzen, könne das zu Problemen führen. „Dann liegt eine dauerhafte Verschattung mehrerer Zellen vor, die zur Erwärmung der betroffenen Zellen bis hin zu sogenannten Hotspots führen kann“.
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So schädigend kann Vogelkot für ein Solarmodul sein
Sieht man einige Vogelkotflecken auf der Solaranlage, stellt man sich möglicherweise die Frage, ob das auch schädlich sein könnte. Immerhin können die Hinterlassenschaften eine ätzende Wirkung haben. „Wenn Vogelkot dauerhaft und in größeren Mengen auftritt, kann die Glasoberfläche angegriffen werden“, erklärt Körnig.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man die Module regelmäßig reinigen. Wie man dabei am besten vorgeht und ob man die Anlage selbst reinigen sollte, lesen Sie in diesem Artikel.
Vögel nisten sich unter Modulen ein
Nicht nur Vogel- beziehungsweise Tierkot kann zu einem Problem bei Solaranlagen auf dem Dach führen – ab und zu nisten sich Tiere auch unter den PV-Anlagen ein. „Nester unter den Modulen können zu Schäden an der Anlage führen, zum Beispiel durch Beschädigung der Rückseitenfolie“, erklärt Körnig. Leere Nester, die offensichtlich seit Längerem nicht benutzt worden seien, dürfe man entfernen, so der Experte.
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So kann man Nester verhindern
Damit es gar nicht erst so weit kommt, dass sich Vögel unter den Solarmodulen einnisten, kann man ein paar Vorkehrungen treffen. Es gibt verschiedene Vogelschutzvorrichtungen wie Edelstahl-Spikes oder Kunststoffstreifen. „Dies senkt die Wahrscheinlichkeit von einem Schaden durch Nester, da die Tiere keine Möglichkeit mehr haben, unter die Anlage zu kommen“, so Körnig.
Marder können zum Problem werden
Aber nicht nur Tierkot oder Vögel können zum Problem werden. „Auch Marder können an einer PV-Anlage Schäden verursachen, denn sie knabbern zum Beispiel an den Leitungsummantelungen und gummihaltigen Materialien“, erklärt Körnig.
Falls die Gefahr von Tierverbiss durch Marder in einer Gegend bekannt sei, sollte man zunächst versuchen zu verhindern, dass die Marder aufs Dach kommen. Äste entfernen, die bis ans Dach reichen, Kabel mit einem speziellen Schutzmantel versehen, durch den die scharfen Marderzähne nicht durchkommen. „Alternativ dazu können bestehende Kabel in Kunststoffrohren verlegt werden, die als Schutzhüllen zum Einsatz kommen“, so der Experte.

