22. Oktober 2025, 11:13 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Sie dringen durch kleinste Ritzen ins Haus, hinterlassen einen üblen Geruch – und sind derzeit in großer Zahl unterwegs: Wer in diesen Wochen vermehrt Stinkwanzen in der Wohnung entdeckt, sollte nicht nur an Ekel denken. Die Insekten deuten auf ernste Probleme hin, die Eigentümer wie Mieter teuer zu stehen kommen können.
Warum im Herbst so viele Stinkwanzen in die Wohnung kommen
In vielen Regionen Deutschlands zeigt sich im Herbst ein massives Auftreten von Stinkwanzen. Der Grund: Wenn es draußen kälter wird, sind die Tiere auf der Suche nach einem warmen und trockenen Unterschlupf für den Winter. Und da kann es auch passieren, dass sie in Wohnungen und Häusern vorzufinden sind – zum Leidwesen der Bewohner.
Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt es hierzulande mittlerweile fast 1000 verschiedene Wanzenarten. Grund dafür ist hauptsächlich der Klimawandel: Durch mildere Temperaturen fühlen sich zunehmend auch ursprünglich mediterrane Arten in Mitteleuropa heimisch.
Zu den am häufigsten vorkommenden Arten in Wohnungen zählen die Grüne Stinkwanze und die Graue Gartenwanze. Ab Mai beginnen die Weibchen mit der Eiablage – bis zu 450 Stück pro Tier. Ab dem Spätsommer machen sich die jungen Wanzen auf die Suche nach warmen Rückzugsorten für die Überwinterung. Oft finden sie diese in Wohnräumen.
Hinweis: So unschön der Anblick auch sein mag – für Menschen geht von Stinkwanzen keine Gefahr aus. Die Tiere beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und verursachen auch keine Schäden an Möbeln oder Lebensmitteln. Doch der Name ist Programm: Bei Bedrohung sondern sie ein intensiv stinkendes Sekret ab.
Daran erkennt man Stinkwanzen
Die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) zählt nach Angaben des NABU zu den häufigsten heimischen Arten. Ihre charakteristische grüne Panzerfärbung macht sie leicht erkennbar. Im Herbst färbt sich der Panzer jedoch braun, was die Tarnung verbessert. Mit einer Körpergröße zwischen 12 und 14 Millimetern sind sie für viele Menschen schwer zu entdecken. Im Frühjahr wird das Tier wieder grün – ein natürlicher Schutzmechanismus gegen Fressfeinde.
Wanzen nutzen undichte Stellen als Einfallstor
Dass sich Stinkwanzen in Wohnungen einnisten, liegt häufig an baulichen Schwachstellen. Die Tiere nutzen feinste Ritzen und Spalten, etwa an Fenstern, im Dachbereich oder bei Rollladenkästen, um ins Innere zu gelangen. Die schlechte Nachricht: Wo Insekten durchkommen, entweicht auch Heizwärme – mit negativen Folgen für die Energiebilanz.
Fachleute raten dazu, mögliche Eintrittsstellen sorgfältig abzudichten – idealerweise mit Dichtungsmasse oder geeigneten Abdichtmaterialien. Das verhindert nicht nur das Eindringen der Krabbeltiere, sondern reduziert auch unnötige Heizkosten durch Wärmeverluste.
Stinkwanzen in der Wohnung? Auf keinen Fall einsaugen
6 heimische Wanzen und wie man sie unterscheidet
Was kann man gegen Stinkwanzen in der Wohnung tun?
Ein häufiger Fehler: Stinkwanzen zerdrücken oder mit dem Staubsauger einsaugen. Beides sorgt für unangenehme Geruchsfahnen im ganzen Raum – entweder durch den Lüfter des Staubsaugers oder weil das Sekret auf Teppichen und Polstern haften bleibt.
Die schonende Methode: Ein Glas über das Tier stülpen, langsam ein Stück Papier darunter schieben und es nach draußen bringen. Alternativ hilft ein weicher Handfeger, um die Insekten etwa vom Fensterbrett nach draußen zu befördern. Wer schnell handelt, kann größere Populationen vermeiden – denn eine einzelne Stinkwanze kann bis zu 450 Eier legen.
So halten Sie Stinkwanzen fern
Vorbeugung ist die effektivste Maßnahme gegen Stinkwanzen im Wohnraum. Fenster und Türen sollten möglichst geschlossen gehalten oder mit engmaschigen Fliegengittern ausgestattet werden. Beim Lüften am Abend gilt: Licht aus – denn Helligkeit zieht die Tiere an.