Zum Inhalt springen
logo Das Do-it-yourself-Portal für Haus und Garten
Herbst Schädlinge Alle Themen
Nicht nur eklig

Warum Stinkwanzen in der Wohnung ein Warnsignal sein können

Stinkwanzen
Viele ekeln sich vor Stinkwanzen – die Eindringlinge weisen aber auf ein wesentlich größeres Problem hin Foto: Getty Images / Marco de Benedictis
Artikel teilen
Felix Mildner
Redaktionsleiter

22. Oktober 2025, 11:13 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Sie dringen durch kleinste Ritzen ins Haus, hinterlassen einen üblen Geruch – und sind derzeit in großer Zahl unterwegs: Wer in diesen Wochen vermehrt Stinkwanzen in der Wohnung entdeckt, sollte nicht nur an Ekel denken. Die Insekten deuten auf ernste Probleme hin, die Eigentümer wie Mieter teuer zu stehen kommen können.

Warum im Herbst so viele Stinkwanzen in die Wohnung kommen

In vielen Regionen Deutschlands zeigt sich im Herbst ein massives Auftreten von Stinkwanzen. Der Grund: Wenn es draußen kälter wird, sind die Tiere auf der Suche nach einem warmen und trockenen Unterschlupf für den Winter. Und da kann es auch passieren, dass sie in Wohnungen und Häusern vorzufinden sind – zum Leidwesen der Bewohner.

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt es hierzulande mittlerweile fast 1000 verschiedene Wanzenarten. Grund dafür ist hauptsächlich der Klimawandel: Durch mildere Temperaturen fühlen sich zunehmend auch ursprünglich mediterrane Arten in Mitteleuropa heimisch.

Zu den am häufigsten vorkommenden Arten in Wohnungen zählen die Grüne Stinkwanze und die Graue Gartenwanze. Ab Mai beginnen die Weibchen mit der Eiablage – bis zu 450 Stück pro Tier. Ab dem Spätsommer machen sich die jungen Wanzen auf die Suche nach warmen Rückzugsorten für die Überwinterung. Oft finden sie diese in Wohnräumen.

tracdelight GmbH Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Hinweis: So unschön der Anblick auch sein mag – für Menschen geht von Stinkwanzen keine Gefahr aus. Die Tiere beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und verursachen auch keine Schäden an Möbeln oder Lebensmitteln. Doch der Name ist Programm: Bei Bedrohung sondern sie ein intensiv stinkendes Sekret ab.

Daran erkennt man Stinkwanzen

Die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) zählt nach Angaben des NABU zu den häufigsten heimischen Arten. Ihre charakteristische grüne Panzerfärbung macht sie leicht erkennbar. Im Herbst färbt sich der Panzer jedoch braun, was die Tarnung verbessert. Mit einer Körpergröße zwischen 12 und 14 Millimetern sind sie für viele Menschen schwer zu entdecken. Im Frühjahr wird das Tier wieder grün – ein natürlicher Schutzmechanismus gegen Fressfeinde.

grüne Stinkwanze auf grünem Blumenstängel
Der Panzer der Grünen Stinkwanze verfärbt sich im Herbst und Winter rot-braun Foto: Getty Images

Wanzen nutzen undichte Stellen als Einfallstor

Dass sich Stinkwanzen in Wohnungen einnisten, liegt häufig an baulichen Schwachstellen. Die Tiere nutzen feinste Ritzen und Spalten, etwa an Fenstern, im Dachbereich oder bei Rollladenkästen, um ins Innere zu gelangen. Die schlechte Nachricht: Wo Insekten durchkommen, entweicht auch Heizwärme – mit negativen Folgen für die Energiebilanz.

Fachleute raten dazu, mögliche Eintrittsstellen sorgfältig abzudichten – idealerweise mit Dichtungsmasse oder geeigneten Abdichtmaterialien. Das verhindert nicht nur das Eindringen der Krabbeltiere, sondern reduziert auch unnötige Heizkosten durch Wärmeverluste.

Mehr zum Thema

Was kann man gegen Stinkwanzen in der Wohnung tun?

Ein häufiger Fehler: Stinkwanzen zerdrücken oder mit dem Staubsauger einsaugen. Beides sorgt für unangenehme Geruchsfahnen im ganzen Raum – entweder durch den Lüfter des Staubsaugers oder weil das Sekret auf Teppichen und Polstern haften bleibt.

Die schonende Methode: Ein Glas über das Tier stülpen, langsam ein Stück Papier darunter schieben und es nach draußen bringen. Alternativ hilft ein weicher Handfeger, um die Insekten etwa vom Fensterbrett nach draußen zu befördern. Wer schnell handelt, kann größere Populationen vermeiden – denn eine einzelne Stinkwanze kann bis zu 450 Eier legen.

So halten Sie Stinkwanzen fern

Vorbeugung ist die effektivste Maßnahme gegen Stinkwanzen im Wohnraum. Fenster und Türen sollten möglichst geschlossen gehalten oder mit engmaschigen Fliegengittern ausgestattet werden. Beim Lüften am Abend gilt: Licht aus – denn Helligkeit zieht die Tiere an.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.