3. September 2025, 12:21 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Nur etwa ein halbes Jahr, nachdem Tupperware das Geschäft in Deutschland eingestellt hatte, kehrt die traditionsreiche Marke zurück. Ein französischer Investor hat die Sanierung des insolventen Landeszweigs vorangetrieben – und ermöglicht nun das Comeback des Kultprodukts aus dem Direktvertrieb.
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Der Unternehmer Cédric Meston, Mitbegründer der pflanzenbasierten Marke HappyVore, hat den französischen Zweig übernommen und einen Sanierungsplan auf den Weg gebracht, den das zuständige Gericht inzwischen genehmigt hat. Mit diesem Neustart will Tupperware nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland wieder durchstarten – sowie in Belgien, Italien und Polen.
20.000 Verkaufsberater gehen wieder an den Start
Ein Neuanfang ohne die klassischen Verkaufspartner? Nicht bei Tupperware. Rund 20.000 eigenständig agierende Berater sollen in den genannten Ländern wieder an den Start gehen. Das erklärte Ziel: Bis Ende 2025 einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro zu erzielen.
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Neue Produktvielfalt bei Tupperware
Das Unternehmen soll neu aufgebaut worden sein – von der Logistik bis zu den Vertriebsinstrumenten. Tupperware hat zudem die Produktpalette erweitert. Neben den traditionellen Kunststoffdosen werden künftig von Tupperware Behälter aus Edelstahl, Glas und recyceltem Kunststoff angeboten. Eine klare Antwort auf die wachsenden Verbraucherbedürfnisse nach Nachhaltigkeit und Materialvielfalt.
Lange verpasster Anschluss?
Das US-amerikanische Unternehmen Tupperware wurde 1946 gegründet. Große Bekanntheit erlangte es durch den Direktvertrieb – die bekannten Tupperpartys. Bei geselligen Treffen zu Hause konnten Gastgeberinnen ihren Freundeskreis einladen, die Produkte vorführen und direkt verkaufen. Dieses Modell machte das Unternehmen in den USA und später weltweit bekannt und zum Symbol moderner Haushaltsorganisation. Gleichzeitig bot es Frauen eine neue Form der Selbstständigkeit. In den 1960er-Jahren kam Tupperware schließlich auch nach Deutschland. Dort wurden die Lebensmittelbehälter zu einem festen Bestandteil vieler Küchen.
Über Jahrzehnte blieb Tupperware dem Direktvertrieb treu und hielt lange an den traditionellen Verkaufspartys fest. Erst spät wagte das Unternehmen die ersten Schritte in den Online-Handel und eröffnete in einigen Ländern eigene Webshops. Später folgten Kooperationen mit großen Handelsplattformen wie Amazon. Der späte Einstieg ins digitale Geschäft gilt heute als Schwäche der Marke. Während Tupperware noch stark auf persönliche Verkaufstreffen setzte, hatten günstigere Wettbewerber den Online-Markt bereits erobert.

