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Zwei Zubereitungsarten

Viele nennen es BBQ, meinen aber Grillen – das ist der entscheidende Unterschied

Unterschied BBQ Grillen
Oft werden die Begriffe „Grillen“ und „BBQ“ synonym verwendet Foto: Getty Images

8. August 2026, 12:46 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen. Zumindest vom Gefühl her gilt Deutschland als Grillweltmeister. Sobald hierzulande die Sonne auch nur andeutungsweise zu sehen ist, wird angeheizt und Würstchen sowie Steaks auf den Grillrost geschmissen. Allerdings haben auch andere Länder eine große Grilltradition. Beispielsweise die USA. Dort nennt sich das nette Beisammensein um den heißen Grill BBQ. Doch gibt es Unterschiede zwischen BBQ und Grillen? myHOMEBOOK hat mit dem Deutschen Vize-Meister im Beef Brisket, Michael Quandt, gesprochen.

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Eine Frage der Zubereitung

Im Grunde funktioniert Grillen wie Kochen. Wer sich bei der Zubereitung mehr Zeit lässt, bekommt ein ganz anderes Gefühl im Mund als jemand, der einfach auf die Schnelle ein Stück Fleisch auf den Rost oder in die Pfanne haut. So in etwa lässt sich in aller Kürze auch der Unterschied zwischen einem deutschen Grillabend und einem amerikanischen BBQ beschreiben.

Das Grillen ist ein schneller Prozess, bei dem kurze und sehr intensive Hitze direkt über einer Flamme entsteht. Das Fleisch wird dabei direkt darüber platziert, gart dabei schnell. Beim BBQ, so wie es im eigentlichen amerikanischen Sinn gemeint ist, geht es jedoch darum, Fleisch bei niedriger, indirekter Hitze sogar mehrere Stunden zu garen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Rauch, der für das besondere Aroma sorgt.

BBQ klingt „cooler“

Obwohl beide Begriffe unterschiedliche Arten der Zubereitung beschreiben, werden sie gemeinhin oft für das Grillen selbst verwendet.

Das Grillen, also das Braten eines Stücks Fleisch über einer offenen Flamme, ist eng mit der Entdeckung des Feuers vor knapp 1,5 Millionen Jahren verbunden. Schon damals erkannten die Urzeitmenschen die Vorzüge dieser Methode, um Speisen zuzubereiten.

Die BBQ-Methode ist im Vergleich geradezu jung und modern. Diese Art der Zubereitung stammt aus der afro-amerikanischen Kultur und findet im 16. Jahrhundert erstmalig Erwähnung. Das traditionelle US-amerikanische BBQ entwickelte sich erst im 18. und 19. Jahrhundert. Mittlerweile gibt es jedoch auch zahlreiche Restaurants, die mit Live-Cooking den BBQ-Trend aufgegriffen haben und so Show und Kochen verbinden. Das macht den Begriff cooler und vor allem für junge Leute nahbarer.

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Temperatur und Rauch sorgen für unterschiedliche Aromen

Während beim Grillen meist Temperaturen von 200 bis 300 Grad herrschen, funktioniert das BBQ bei 90 bis 130 Grad. Deswegen braucht die Zubereitung eines Fleischstücks mehrere Stunden. Nur wird beim BBQ selten nur ein Steak oder ein Würstchen auf den Rost gepackt. Meist sind es größere Steaks, die auf diese Weise zubereitet werden. Besonders beliebt zum Smoken sind laut Michael Quandt – Deutschem Vize-Meister von 2012 für Beef Brisket – große Fleischstücke wie Rinderbrust (Beef Brisket), Schweineschulter oder Nacken, aus denen dann Pulled Pork entsteht.

Zubereitungstipp von Michael Quandt für das Fleisch: Mindestens 16 Stunden bei 108 Grad smoken. Auch beliebt: Spareribs. Die werden am besten nach der 3-2-1-Methode zubereitet: Drei Stunden smoken, zwei Stunden dämpfen (mit Apfelsaft oder Cidre, eingewickelt in Alu- oder Genussfolie), danach wieder eine Stunde smoken und am Ende mit BBQ-Sauce glasieren. Dann sind die Ribs so zart, dass sie fast vom Knochen abfallen.

Zudem spielt Rauch eine große Rolle beim BBQ. Meist wird das sogenannte Hickory-Holz – ein Holz aus der Familie der Walnussgewächse – für den Prozess verwendet. Auch Eiche oder Obsthölzer eignen sich für das Schwelen. Genau durch dieses langsame Garen in Kombination mit dem Rauch entsteht auch der ‚smoke ring‘, also der rosafarbene Rand unter der Kruste des Fleischs.

Doch wie dick oder dünn sollten Fleischstücke auf dem Grill sein? Michael Quandt sagt: „Je dünner, desto schneller trocknet es aus. Faustregel: Jedes Steak unter drei Zentimeter Dicke ist Carpaccio.“ Steaks, aber auch Koteletts, Geflügelbrust, Würste, Fisch oder Gemüse. Diese lassen sich schnell garen und bleiben dabei trotzdem zart und saftig. Wer jedoch lieber das BBQ bevorzugt, kann sich für sehr große Fleischstücke entscheiden, die jedoch deutlich mehr Zubereitungszeit benötigen.

Für den BBQ-Einstieg reicht ein Kugelgrill mit Deckel

Für das klassische Grillen reicht ein einfacher Gas-, Elektro- oder Holzkohle-Grill mit Rost, Zange und Grillhandschuh. Um ein traditionelles amerikanisches BBQ zu veranstalten, braucht es unbedingt einen Deckel-Grill oder Smoker, der mit Holz oder Pellets befeuert wird. Sinnvoll ist es, sich dafür auch ein Kernthermometer zuzulegen. Manche BBQ-Grills beinhalten dieses bereits. Letzteres benötigt man auch für den normalen Grill, wie Quandt anmerkt. „Insbesondere für Steaks, damit sie nicht übergaren“, sei das Thermometer wichtig.

Wer nur gelegentlich Familie und Freunde zu einem BBQ einladen möchte, für den reicht ein einfacher Kohle- oder Kugelgrill mit Deckel.

Auch Gasgrills eignen sich grundsätzlich für ein BBQ. Allerdings hat Gas einen wesentlichen Nachteil: Es erzeugt kein Eigenaroma, weswegen eine Räucherbox mit Holzchips eine gute Möglichkeit ist. Diese wird genau über dem Brenner platzier und erzeugt so ein schmackhaftes Raucharoma, die aber dennoch kein Kohle- oder Pelletgerät ersetzt.

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