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Zwei Zubereitungsarten

Viele nennen es BBQ, meinen aber Grillen – das ist der entscheidende Unterschied

Unterschied BBQ Grillen
Oft werden die Begriffe „Grillen“ und „BBQ“ synonym verwendet Foto: Getty Images
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8. August 2026, 12:46 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen. Zumindest vom Gefühl her gilt Deutschland als Grillweltmeister. Sobald hierzulande die Sonne auch nur andeutungsweise zu sehen ist, wird angeheizt und Würstchen sowie Steaks auf den Grillrost geschmissen. Allerdings haben auch andere Länder eine große Grilltradition. Beispielsweise die USA. Dort nennt sich das nette Beisammensein um den heißen Grill BBQ. Doch gibt es Unterschiede zwischen BBQ und Grillen? myHOMEBOOK hat beim traditionellen amerikanischen Grillhersteller Weber nachgefragt.

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Eine Frage der Zubereitung

Im Grunde funktioniert Grillen wie Kochen. Wer sich bei der Zubereitung mehr Zeit lässt, bekommt ein ganz anderes Gefühl im Mund als jemand, der einfach auf die Schnelle ein Stück Fleisch auf den Rost oder in die Pfanne haut. So in etwa lässt sich in aller Kürze auch der Unterschied zwischen einem deutschen Grillabend und einem amerikanischen BBQ beschreiben.

„Heiß und schnell gegen niedrig und langsam“, bringt es ein Pressesprecher von Weber auf Nachfrage von myHOMEBOOK auf den Punkt. „Beim Grillen geht es im eigentlichen Sinne um kurze, intensive Hitze über einer direkten Flamme oder Glut. Das Fleisch liegt unmittelbar über der Wärmequelle, gart in Minuten und bekommt seine typischen Röstaromen. BBQ im engeren, ursprünglich amerikanischen Sinn meint das genaue Gegenteil, nämlich geringe Temperatur, indirekte Hitze, stundenlange Garzeit und vor allem Rauch. Beide Begriffe unterscheiden sich also vorrangig in der Art der Zubereitung.“

BBQ klingt „cooler“

Dennoch werden in Deutschland häufig beide Begriffe synonym verwendet. Dabei handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Arten, Fleisch zuzubereiten. „In den USA ist BBQ eine eigene Handwerkskunst mit regionaler Tradition. Amerikaner sprechen vom „Grilling“, wenn sie das deutsche Grillen meinen, also das schnelle Braten. Vermutlich hat sich der Begriff BBQ als Bezeichnung für das Grillen in Deutschland so stark verbreitet, weil es sich einfach cooler anhört“, meint der Pressesprecher von Weber.

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Das Grillen, also das Braten eines Stücks Fleisch über einer offenen Flamme, ist eng mit der Entdeckung des Feuers vor knapp 1,5 Millionen Jahren verbunden. Schon damals erkannten die Urzeitmenschen die Vorzüge dieser Methode, um Speisen zuzubereiten.

Die BBQ-Methode ist im Vergleich geradezu jung und modern. Diese Art der Zubereitung stammt aus der afro-amerikanischen Kultur und findet im 16. Jahrhundert erstmalig Erwähnung. Das traditionelle US-amerikanische BBQ entwickelte sich erst im 18. und 19. Jahrhundert.

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Temperatur und Rauch sorgen für unterschiedliche Aromen

Während beim Grillen meist Temperaturen von 200 bis 300 Grad herrschen, funktioniert das BBQ bei 90 bis 130 Grad. Deswegen braucht die Zubereitung eines Fleischstücks mehrere Stunden. Nur wird beim BBQ selten nur ein Steak oder ein Würstchen auf den Rost gepackt. Meist sind es halbe Tiere oder mehrere große Steaks, die auf diese Weise zubereitet werden.

„Beim indirekten Garen liegt das Fleisch neben, nicht über der Wärmequelle. Der geschlossene Deckel verwandelt den Grill in eine Art Ofen mit zirkulierender Luft. So gelangen große Stücke gleichmäßig durchgegart auf den Teller“, erläutert der Weber-Pressesprecher.

Zudem spielt Rauch eine große Rolle beim BBQ. „Dabei handelt es sich nicht um Beiwerk, sondern ist die Signatur eines BBQ. Aus schwelendem Holz, meist Hickory-Holz, also Holz aus der Familie der Walnussgewächse, Eiche oder Obsthölzer, entsteht das typische Aroma und der begehrte ‚smoke ring‘, der rosa Rand unter der Kruste“, beschreibt der Pressesprecher von Weber den wesentlichen Unterschied zum Grillen. Hierbei spielt Rauch fast keine Rolle, sondern es dominieren Röstaromen in Kombination mit Karamellisierung.

Daher empfiehlt der Pressesprecher, für die unterschiedlichen Methoden das richtige Fleisch zu besorgen. „Für einen klassischen Grillabend eignen sich zarte, dünnere Stücke, die schnelle Hitze vertragen, etwa Steaks, Koteletts, Geflügelbrust, Würste, Fisch oder Gemüse. Zum BBQ passen große, kollagenreichen Stücke, die erst durch die aufwendige Zubereitung so zart werden, beispielsweise Brisket oder Rinderbrust, Schweineschulter, also das typische Pulled Pork, Spareribs, ganze Hähnchen oder Puten.“

Für den BBQ-Einstieg reicht ein Kugelgrill mit Deckel

Für das klassische Grillen reicht ein einfacher Gas-, Elektro- oder Holzkohle-Grill mit Rost, Zange und Grillhandschuh. Um ein traditionelles amerikanisches BBQ zu veranstalten, braucht es unbedingt einen Deckel-Grill oder Smoker, der mit Holz oder Pellets befeuert wird. „Die wichtigste Investition neben dem Smoker ist ein zuverlässiges Kern- und Garraumthermometer“, betont der Weber-Pressesprecher. Bei hochwertigeren BBQ-Grills ist dieses bereits integriert. Je nach Gerätetyp braucht es noch Räucherholz, Holzpellets oder Holzkohle und ganz viel Geduld.

Wer nur gelegentlich Familie und Freunde zu einem BBQ einladen möchte, für den reicht ein einfacher Kohle- oder Kugelgrill mit Deckel. Für das Aroma sorgt dann die Kombination aus Räucherchips und Kohle.

Auch Gasgrills eignen sich grundsätzlich für ein BBQ. Allerdings hat Gas einen wesentlichen Nachteil: „Gas verbrennt sauber und erzeugt praktisch kein Eigenaroma“, unterstreicht der Weber-Pressesprecher und rät: „Hier hilft eine Räucherbox mit Holzchips, die man über einen Brenner platziert. Das reicht allemal für ein spürbares, angenehmes Raucharoma, kommt allerdings nicht an die aromatische Tiefe und den ausgeprägten smoke ring eines Kohle- oder Pelletgeräts heran.“ Für richtig gute Spareribs oder Pulled Pork sollte diese Methode auf einem Gasgrill allerdings auf jeden Fall ausreichen.

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