28. Juli 2026, 6:11 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Im Haushalt gibt es kaum Kniffe, die man nicht schon mal gesehen oder von denen man noch nicht gehört hat. Doch dieses Video, das auf Social Media viral gegangen ist, zeigt Magisches. Eine Person reinigt einen verkrusteten Grillrost mit einem Eiswürfel. Der Rost ist hinterher blitzeblank. Ob das wirklich so leicht funktioniert, dazu hat myHOMEBOOK mit einer Haushaltsexpertin gesprochen.
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So reagiert die Expertin
Elke Messerschmidt arbeitet im Bereich Wissensmanagement und Kommunikation beim Kompetenzzentrum Hauswirtschaft im bayerischen Weidenbach. Die Haushaltsexpertin kennt so ziemlich jeden Lifehack im Haushalt. Doch beim Betrachten des Videos kommt auch sie ins Staunen: „Die Methode kenne ich nicht und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie tatsächlich so einfach funktioniert. Mich würde interessieren, wie lange die ungeschnittene Filmaufnahme dauert.“
Das ist immer das Problem bei solchen kurzen Social-Media-Clips. Im Film wird erstmal nur eine Person gezeigt, die Spülmittel in eine Eiswürfelform füllt. Diese wandert anschließend laut Aussage im Video einige Stunden in das Tiefkühlfach. Mit dem Spüli-Eiswürfel geht es dann an den fettigen, verkrusteten Grillrost. Es ist deutlich zu erkennen, wie sich die schwarze Schmutzschicht problemlos löst.
„Bei all diesen ‚Putztipps‘ geht es ja vor allem darum, Klicks zu generieren. Und je ungewöhnlicher eine Methode für eine schwierige Aufgabe wie das Reinigen eines Grillrosts ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf viele Klicks“, meint die Expertin nach dem ersten Betrachten.
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Zeit + Temperatur + Chemie + Mechanik = sauber
Doch was hält die Haushaltsexpertin von der Methode? „Grundsätzlich erreicht man Sauberkeit durch ein Zusammenspiel von Zeit, Temperatur, Chemie und Mechanik. Hier kommen Chemie und Mechanik zum Einsatz, eventuell auch Zeit“, urteilt Messerschmidt.
Da wäre zunächst einmal die Chemiekeule, also das Spülmittel in hoher Dosierung. „Im Eiswürfelbehälter wird die normale Dosierung von fünf Millilitern um das Drei- bis Vierfache überschritten. Diese enorme Dosierung führt dazu, dass das Wasser stark alkalisch ist und zusätzlich viele Tenside vorhanden sind. Beides unterstützt die Beseitigung von Eiweiß- und Fettrückständen vom Grillrost.“
Rein chemisch dürfte die Methode also funktionieren. Auch mechanisch hat die Haushaltsexpertin keine Bedenken: „Solange der Spüli-Eiswürfel gefroren ist, liegt eine harte Reibefläche und somit ein hoher Mechanikeinsatz vor. Gegen Ende kommen allerdings nur noch die behandschuhten Finger zum Einsatz, die natürlich die Stäbe des Rosts gut umfassen können und die verschmutzten Stellen gut erreichen.“
Beim Thema Zeit wird es allerdings kritisch. Denn mögliche Vorarbeiten zeigt der Clip nicht: „Es sieht an einigen Stellen aus, als wäre der Grillschmutz schon recht aufgeweicht. Es könnte also sein, dass der Grillrost vor der Behandlung im Wasser gelegen hat, um den Schmutz aufzuweichen. Das weiß ich allerdings nicht. Möglicherweise braucht es auch mehrere Eiswürfel und somit auch mehr Zeit, bis jeder Gitterstab komplett sauber ist.“
Diese Alternativen funktionieren auch
Das abschließende Fazit von Elke Messerschmidt lautet, die Methode mit den Spüli-Eiswürfeln könnte, wie im Video gezeigt, funktionieren. Vermutlich hätte allerdings eine mit heißem Wasser befüllte Badewanne, in dem der Grillrost liegt, in Verbindung mit einer ähnlich hohen Spüli-Dosierung denselben Effekt, sähe allerdings im Clip auf Social Media ziemlich lahm aus.
Abschließend verrät die Expertin noch ein paar Alternativen, um den Grillrost wieder blitzeblank zu bekommen. „Was immer funktioniert, ist große Hitze, also Temperaturen von 300 bis 400 Grad. Dabei werden die Rückstände auf den Gitterstäben ausgebrannt. Bei einem Gasgrill geht das ganz hervorragend.“
Und eine ungewöhnliche Methode hat die Haushaltsexpertin kürzlich selbst im Netz entdeckt, allerdings noch nicht ausprobiert. „Den Rost in feuchtes Zeitungspapier einwickeln und ein bis zwei Tage im Garten liegen lassen. Das Papier der Zeitung nimmt vor allem fetthaltigen Schmutz auf. In Verbindung mit der Feuchtigkeit löst sich auch die eiweißhaltige Verschmutzung. Das Schrubben mit einem Schwamm oder einer Bürste und etwas Spüli bleibt einem allerdings auch bei dieser Methode nicht erspart.“