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Recycling

Was man auf dem Wertstoffhof entsorgen sollte – und was nicht

Mitarbeiter auf dem Wertstoffhof
Die Mitarbeiter auf dem Wertstoffhof helfen bei Fragen gerne weiterFoto: Getty Images

Jeder kennt das Problem: Der Dachboden oder das Gartenhäuschen wurden ausgemistet, doch wohin mit dem ganzen Sperrmüll? In die Hausabfälle dürfen diese Gegenstände in Deutschland nicht, denn zur Entsorgung benötigen die Wertstoffe meist eine spezielle Behandlung. Wertstoffhöfe sind daher die erste Anlaufstelle für Verbraucher, um Sonderabfälle loszuwerden. Doch was darf nun eigentlich alles auf den Wertstoffhof?

Das Thema Sonderabfälle ist hierzulande leider alles andere als übersichtlich geregelt. Viele sind sich daher unsicher, wann ein Gegenstand auf den Wertstoffhof kommt und wann auf den Sperrmüll. Denn: Abfall ist nicht gleich Abfall! Dazu kommt, dass der Begriff „Sperrmüll“ oftmals fälschlicherweise mit Sonderabfällen über einen Kamm geschert wird. Denn während Sperrmüll von vielen Wertstoffhöfen gar nicht oder nur in Teilen angenommen wird, kommen Rohstoffe wie alte Elektrogeräte, Kartonagen oder verschiedene Grünabfälle auf den Wertstoffhof.

  • Wertstoffhöfe spielen bei der Sammlung von Sonderabfällen eine wichtige Rolle, denn hier können Verbraucher spezielle Abfälle abgeben, die nicht über die haushaltsüblichen Tonnen entsorgt werden können.
  • Da Wertstoffhöfe in Deutschland den rechtlichen Vorgaben des KrWG und BImSchG unterliegen, folgen sie dem Schema der Kreislaufwirtschaft.
  • Die Abgabe von Wertstoffen ist nicht immer kostenfrei, der Preis für die Abgabe richtet sich nach den Vorgaben des Betreibers und kann sich von Kommune zu Kommune unterscheiden.

Was nehmen Wertstoffhöfe an?

Hierzulande gilt: Wertstoffhof ist nicht gleich Wertstoffhof. Obwohl natürlich die meisten Wertstoffhöfe Ähnlichkeiten bezüglich Aufbau, Kosten und Abgabemöglichkeiten aufweisen, sind die Systeme von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Die nachfolgenden Beispiele leisten Hilfestellung bei der Orientierung, welche Abfälle in den meisten Wertstoffhöfen angenommen werden:

  • Bauabfälle: Bauschutt einer privaten Baustelle, wie alte Fenster, Dachpappe, Asbest, Sanitärkeramik oder Zimmertüren
  • Altholz: Zerkleinerte Möbel aus Holz, wie Schränke und Betten sowie Parkett
  • Elektroaltgeräte: Elektroschrott, z. B. Smartphones, Ladekabel, Fernsehgeräte, Computer, Bügeleisen, Waschmaschinen und Kühlschränke
  • Batterien und Akkus: aus Fahrzeugen und Elektrogeräten
  • Gartenabfall: Rasenschnitt, Wildkräuter und Laub sowie Baum- und Strauch-Abfälle
  • Druckbehälter: Spraydosen, Aerosolbehälter und PU-Schaumdosen
  • Schadstoffe: Lacke, Farben, Ölabfälle, Lösemittel oder Haushaltschemikalien
  • Papierabfälle: Altpapier, Kartonagen und Verpackungen aus Pappe
  • Kunststoffe: Sperriger Verpackungsmüll aus Plastik oder Styropor

Sonderfälle – diese Materialien könnten Probleme verursachen

1. Sperrmüll

Nach der Entrümpelung des Kellers stapeln sich etliche Altmöbel, Matratzen und Co. im Garten und die Entsorgung des Sperrmülls verursacht Ihnen Kopfschmerzen? In Sachen Sperrmüll kocht jede Stadt ihr eigenes Süppchen. Es gilt also, bei der eigenen Kommune nachzufragen oder sich online über die lokalen Regelungen zu informieren.

Passend dazu: Was gehört zum Sperrmüll und wie wird er entsorgt?

In den meisten Großstädten, wie Berlin, Köln, Hamburg, Frankfurt oder München, wird der Sperrmüll von Wertstoffhöfen angenommen. Das gilt jedoch größtenteils nur für Personen, die einen Wohnsitz in der Nähe nachweisen können! Wer in einer kleineren Stadt lebt, kann sich an die monatliche Sperrmüllabfuhr wenden. Denn diese kommt in vielen Kommunen regelmäßig vorbei, um Sperrmüll direkt vom Bordstein abzuholen. In anderen Städten wiederum muss man die Abholung des Sperrmülls bei der Gemeinde zu einem bestimmten Termin beantragen.

2. Bauschutt

Heimwerker stehen oftmals vor dem Problem: wohin mit dem ganzen Bauschutt? Denn alte Fliesen, Ziegel oder Keramik sind meist nicht einfach wieder loszuwerden. Daher sollte man sich rechtzeitig darüber informieren, wo der Bauschutt in der eigenen Kommune überhaupt abgegeben werden darf. Oftmals fallen hier nicht nur Kosten pro kg an, sondern es gibt auch strenge Richtlinien, nach denen man sich richten muss.

In manchen Regionen ist beispielsweise nur die Abgabe einer bestimmten Menge an Bauschutt erlaubt. Anderswo bekommt man Probleme, wenn der Bauschutt mit anderen Wertstoffen, wie etwa Holz oder Dämmmaterial, vermischt ist. Hier wird man bei städtischen Wertstoffhöfen oftmals abgewiesen und muss sich an private Entsorgungsunternehmen wenden.

Was kostet die Müll-Abgabe auf dem Wertstoffhof?

Die Abfallentsorgung auf Wertstoffhöfen verursacht oftmals unerwartet hohe Kosten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man den Abfall persönlich zum Wertstoffhof bringt oder ob die kommunale Müllabfuhr den Sperrmüll entsorgt. In einigen Städten wurden hierfür sogenannte „Wertmarken“ eingeführt und an die Bewohner der Region verteilt. Damit ist in manchen Kommunen eine Abgabe pro Jahr sogar kostenfrei möglich.

In anderen Städten wird die Gebühr pro Auto fällig, hier sollte man mit Kosten zwischen 10 und 40 Euro rechnen. Wie viel für die Abholung des Sperrmülls vom Bordstein berechnet wird, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und sollte zuvor online oder telefonisch in Erfahrung gebracht werden.

Praxis-Tipp: Wohnort nachweisen

Wer einfach sein Auto mit Wertstoffen bepackt und zu einem Wertstoffhof seiner Wahl fährt, wird dort möglicherweise einfach wieder abgewiesen. Denn in vielen Kommunen kontrollieren die Mitarbeiter direkt am Eingang, wer berechtigt ist, dort seinen Abfall zu entsorgen und wer nicht. Vor allem Autos mit auswärtigem Kennzeichen bekommen oftmals Probleme und werden wieder weggeschickt. Aus diesem Grund sollte man unbedingt immer seinen Personalausweis mit gültiger Meldeadresse mit sich führen, um den eigenen Wohnsitz in der Nähe beweisen zu können.

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