26. Oktober 2026, 16:12 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
So langsam nähert sich der Winter und Kamine oder Öfen werden damit wieder zu den wichtigsten Begleitern neben Heizung und Co. Doch ohne eine Sache geht es dabei nie: das Brennholz. Viele kaufen es bereits fertig vom Brennholzhandel, doch wie lange muss Holz lagern, wenn es ganz frisch geschlagen wurde? myHOMEBOOK sprach dazu mit einem Experten vom Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e. V.
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Ofenfertiges Holz kann direkt ins Feuer
Wer sein Holz ofenfertig beim Händler kauft, muss es zwar je nach Menge trotzdem lagern, kann aber grundsätzlich direkt einige Scheite in das Feuer legen. Denn dieses ist bereits vorgetrocknet und geeignet für eine Verbrennung im Kamin oder Ofen.
Darf man feuchtes Holz nicht verbrennen?
Nein, tatsächlich nicht. Damit man Holz wirklich verbrennen darf, muss es einige Bedingungen erfüllen. Festgelegt wurden diese in der Bundes-Immissionsschutzverordnung, wie Thomas Schnabel vom Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e. V. (HKI) erklärt. „Nach § 3 Absatz 3 der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) darf naturbelassenes Scheitholz grundsätzlich nur mit einer Holzfeuchte von unter 25 Prozent, bezogen auf die Trockenmasse, verbrannt werden.“ Der Grund dafür ist einfach: Holz, dessen Feuchtigkeit unter 20 bis 25 Prozent liegt, erreicht deutlich schneller Temperaturen, die eine effiziente und emissionsarme Verbrennung möglich machen. So werden die Schadstoffemissionen gering gehalten.
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Vorbehandlung, Größe und Lagerung beachten
Während man ofenfertiges Holz direkt benutzen kann, muss frisches Holz noch trocknen. Doch auch dabei gibt es einiges zu beachten, denn je nach Art der Lagerung kann auch die Trocknungsdauer variieren. „Bei richtiger Aufbereitung und Lagerung kann dafür bereits ein Jahr ausreichen“, erklärt Schnabel auf Nachfrage von myHOMEBOOK. „Entscheidend ist, dass das Holz möglichst unmittelbar nach dem Einschlag gespalten und anschließend luftig, überdacht und ohne Bodenkontakt gelagert wird. So kann die Luft ungehindert durch den Holzstapel strömen. Ein gelegentlicher Regenschauer auf die Stirnseiten der Scheite ist dabei unproblematisch.“
Beachten solltee man dabei auch, dass die Größe der Holzscheite auch eine Rolle spielt. Je kleiner die Holzscheite sind, desto schneller trocknen sie. Zudem verbrennen kleinere Stücke Holz im Kamin besser als zu große Scheite.
Um zu prüfen, welchen Feuchtigkeitsgrad Holz hat, könne man dies laut dem Experten mit handelsüblichen Messgeräten prüfen. Nutzen Sie dafür ein frisch gespaltenes Holzscheit und messen Sie den Feuchtigkeitsgehalt an der freigelegten Innenfläche.
Faustregel: Holz zwei Jahre lang trocknen lassen?
Wenn es darum geht, wie lange Holz wirklich gelagert werden muss, bis es getrocknet ist, findet man im Internet häufig den Ratschlag, dass es ungefähr zwei Jahre lang gelagert werden muss. Doch stimmt diese Faustregel tatsächlich? Auch das hat myHOMEBOOK bei Thomas Schnabel nachgefragt. „Die häufig genannten zwei Jahre sind eine traditionelle Faustregel, aber keine allgemeingültige Voraussetzung. Wie schnell Brennholz trocknet, hängt insbesondere von der Holzart, der Scheitgröße, der Luftzirkulation, der Umgebungstemperatur und den Lagerbedingungen ab.“
Laut ihm benötige beispielsweise Eichenholz durchaus zwei Jahre, bis es getrocknet ist. Buche oder Nadelhölzer könnten je nach Lagerung auch schon früher auf die genannten 20 bis 25 Prozent Feuchtigkeit kommen.
Laut dem Experten kommt es also auf verschiedene Faktoren an, wie lange Holz lagern muss, um zu trocknen: Die richtigen Lagerungsbedingungen (Wetter und auch Stapelung), die Holzart, der Feuchtigkeitsgrad zu Beginn der Lagerung. „Auch eine längere Lagerung führt nicht zwangsläufig zu trockenerem Holz, da dieses insbesondere in den feuchteren Herbst- und Wintermonaten wieder Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufnehmen kann.“ Wer also genau wissen will, wie lange das gelagerte Holz noch trocknen muss, sollte zwischendurch immer wieder messen.